Super Bowl 2015 – GO HAWKS!
3. Februar 2015
Am Sonntag hat die Football-Verrücktheit hier in den USA also ihren Höhepunkt gefunden und die Seahawks (das Team aus Seattle) zogen gegen die New England Patriots in den Super Bowl. Für alle, die (genau wie ich) eher nicht so Sport-interessiert sind, erst mal ein paar Fakten dazu: Der Super Bowl ist das Finale der Amerikanischen Football-Profiliga NFL (National Football League) und findet immer am ersten Sonntag im Februar statt (dieses Jahr also am 01.02.15). Für Football muss man sich aber gar nicht unbedingt interessieren, um sich das Spektakel anzusehen – eigentlich handelt es sich gefühlt nämlich eher um Werbung mit ein bisschen Football zwischen drin. Ich hab mir sogar sagen lassen, dass viele Leute sich den Super Bowl hauptsächlich wegen der Werbung oder sogar im Nachhinein NUR die Werbung anschauen. Diese ist meistens speziell für den Super Bowl gemacht und eigentlich sollen immer viele lustige Spots dabei sein (ich traue mich mal zu behaupten, dass Werbung hier allgemein witziger gemacht ist als in Deutschland). Dieses Jahr konnte ich aber hauptsächlich nicht ganz so aufregende Auto-Spots begutachten. Außerdem ist der Super Bowl für seine halbstündige Halbzeit-Pause bekannt, in der immer eine richtige Show mit mehreren Music Acts geboten wird (dieses Jahr waren Katy Perry, Missy Elliott und Lenny Kravitz vertreten). Kein Wunder also, dass das Ganze regelmäßig die höchsten Fernseh-Einschaltquoten des Jahres in den USA erreicht.
Da die Seahawks letztes Jahr den Super Bowl gewannen und nun auch dieses Jahr im Finale standen, war die Aufregung hier natürlich groß. Wenn ihr denkt, dass in München schon alle verrückt spielen, wenn der FC Bayern im Champions League Finale steht, habt ihr eindeutig falsch gedacht! Ich würde mal als einen Grund dafür bezeichnen, dass hier der komplette Bundesstaat Washington hinter den Seahawks steht, während es bei uns in Deutschland (um das Ganze mal mit Fußball zu vergleichen) richtig viele verschiedene Fußballvereine mit Anhängern auf um einiges kleinerem Raum gibt. Ein paar Tage vor dem Spiel musste man sich schon fast wundern, wenn man Leute auf der Straße gesehen hat, die NICHT in Trikot, Seahawks Shirt oder zumindest in den Seahawks Farben gekleidet waren (Nike macht seinen den Schuhen in den Farben giftgrün und dunkelblau in meiner Gegend hier wohl nicht schlecht Umsatz). Auch Bankangestellte in Seahawks-Montur zu sehen ist völlig normal – wir würden es wohl eher nicht so seriös finden, wenn die Mitarbeiter der Sparkasse uns mit FCB-Trikot bekleidet begrüßen würden. Als Verabschiedung im Restaurant bekamen meine Gasteltern und ich drei Tage vor dem Spiel nur ein “Go Hawks” zu hören und auch die Becher bei Starbucks werden neben dem Namen und Inhalt mit dem Spruch versehen. Dieser ist natürlich auch an fast allen McDonalds, KFC und sonstigen Läden außen angebracht (die Fastfoodketten sind einfach überall Fan von der ortsansässigen Mannschaft, genauso Biermarken wie Bud Light oder Budweiser). Es wurden sogar Fähren vom Washington State Department of Transportation nach berühmten Spielern wie Russell Wilson oder Marshawn Lynch benannt.
- Der Seahawks Christbaum wurde in weiser Voraussicht seit Weihnachten stehen gelassen
- Als Lynch den ersten Touchtown für die Seahawks machte, gab es erst einmal eine Runde Skittles (da er Werbung für sie macht, sind die ein Muss bei jeder Super Bowl Party)
- Das eigentliche Highlight des Abends – mein erster Float (Dr. Pepper und Vanilleeis)
Das Haus, das ihr hier überall auf den Bildern seht, ist übrigens nicht das Haus meiner Gasteltern -die haben das Spiel nämlich gar nicht erst angeschaut. Stattdessen wurde ich von Freunden zu einer Super Bowl-Party eingeladen. Das Haus war wie ihr seht auf jeden Fall passend dekoriert – ALLES war in den Seahawks Farben: Plastikbecher, Pappteller, Schüsseln für Chips, auch die Tischdecke und sogar die Kissen auf den zwei Sesseln zeigten das Seahawks Zeichen.
Wahrscheinlich gibt es noch tausend andere Dinge über die Football-Verrücktheit der Amerikaner zu erzählen, aber zum Schluss will ich lieber noch auf ein (für mich) wichtiges Thema zu sprechen kommen (ein bisschen was muss es ja auch noch zu reden geben, wenn ich wieder nach Hause komme).
Wie manche von Euch vielleicht schon mitbekommen haben, hat das U.S. Department of State die Fördermittel für das PPP um 50 % gekürzt. Damit das Programm weiterhin erhalten bleiben kann, haben ehemalige Teilnehmer und Befürworter des PPP die Internetseite www.savecbyx.org erstellt, auf der man gegen die Mittelkürzung stimmen und sich natürlich auch genauer über den Sachverhalt informieren kann. Ich brauche Euch ja wahrscheinlich nicht sagen, wie froh ich über diese einmalige Chance bin und wie sehr ich meine Zeit hier genieße. Nicht sehr verwunderlich also, dass ich die gleiche Möglichkeit noch vielen anderen Teilnehmern nach mir wünsche. Wenn Ihr dabei meiner Meinung seid: BITTE in die Petition eintragen!
DANKE für Eure Unterstützung und bis bald!
Julia





