Nun habe ich also auch mein erstes amerikanisches Weihnachten hinter mir! Davor besuchte ich aber mit meinen zwei Freunden Insa (aus Deutschland) und Arrien (aus den Niederlanden) den Christmas Market in Vancouver, der Christkindlmärkte in Deutschland als Vorbild hat und wo es folglich auch vieeele Deutsche Leckereien zu kaufen gibt. Oft werden die Stände sogar von Deutschen betrieben – etwas stutzig wurde ich aber doch, als ich gegrillte Weißwurst an einem Stand entdeckte…

Als der Heiligabend dann schließlich gekommen war, ging ich um sieben Uhr abends mit Michal und Dale zusammen in die Kirche, bei der ich spontan vor der ganzen Gemeinde ein Deutsches Lied als Solo zum Besten gab. Der ganze Gottesdienst hatte aber um ehrlich zu sein eher etwas von einem Konzert als einer Messe, wie ich sie aus Deutschland kenne. Was auch interessant ist: Viele Kirchen werben mit Zeitungsanzeigen oder Ählichem für ihren Gottesdienst am Heiligabend.

Danach hieß es: Endlich Geschenke auspacken! Von manchen wurde ich schon gefragt “Werden Geschenke in den USA nicht eigentlich erst am ersten Weihnachtsfeiertag morgens ausgepackt?” – laut meinen Gasteltern macht es aber eigentlich jede Familie einfach, wie sie will (übrigens kann man Santa sogar unter http://www.noradsanta.org/ verfolgen). Und da ich es sowieso nicht mehr erwarten konnte, wurde es dieses Jahr eben German-Style gemacht! Schon in der Woche zuvor hatte ich nämlich Pakete von meiner Familie und Freunden bekommen, die seit dem unter dem Christbaum darauf warteten, von mir ausgepackt zu werden. Vieeeeeeelen lieben Dank nochmal an alle, die an mich gedacht haben! Ich habe wirklich nicht mit so vielen tollen Sachen gerechnet – mein Schokoladenvorrat ist jedenfalls vermutlich für das ganze restliche Jahr gesichert. Laut Dale gab es noch nie so viel Schokolade in ihrem Haus. Auch an ihn und Michal haben meine Eltern gedacht, und ihnen Süßes (neben einer riesen Box Plätzchen gab es noch Stollen, eine riesen Tafel Milkaschokolade und Baumkuchen), eine Kerze und eine Schürze zugeschickt. Nach der Bescherung fuhren Dale, Zhenzhen und ich noch ein bisschen in Mt. Vernon herum, um die verrückte Weihnachtsbeleuchtung zu begutachten, mit der manche Häuser hier dekoriert sind und die viele von Euch wahrscheinlich schon aus Filmen kennen. Aber seht selbst:

Der nächste Morgen begann für mich, nachdem ich mit meiner bei Oma versammelten Verwandtschaft geskypt hatte, mit einem richtig schönen Weihnachtsfrühstück: Selbst gemachte Waffeln mit Sirup, Himbeeren und Bacon. Mit meinen Mädels wurde dann auch nochmal geskypt. Zu Mittag gab es später lecker mexikanisches Essen. Während des ganzen Tages hatten wir Besuch von Violet (einer Freundin von Zhenzhen, die aus Japan kommt und im Studentenwohnheim am College lebt) und Bene.

Der zweite Weihnachtsfeiertag ist hier nicht wie in Deutschland ein richtiger Feiertag. Da ich aber trotzdem frei hatte, unternahm ich mit Michal und Dale einen Ausflug nach Whidbey Island, die längste Insel in den USA. Bewaffnet war ich gleich mit mehreren Weihnachtsgeschenken: Ich hatte den Winterpunsch von meiner Tante in meiner neuen Thermoskanne von Michal und Dale mitgebracht.

Ebey's Landing

Ebey’s Landing

Ebey's Landing

Ebey’s Landing

Whidbey Island

Ja, ihr lest richtig – es gibt hier wirklich ein Useless Bay!

Weihnachtsgrüße

Für schöne Weihnachten ist es zwar schon zu spät, aber allen Lesern schon mal einen guten Start ins neue Jahr 2015!

Julia