Kansas City Jazz

Wie unendlich froh ich bin, hier gelandet zu sein.

Ich bin in einer Stadt die USA-bekannt für ihren Jazz ist! Und da Greg und Beth große Fans sind, gingen wir ins Majestic. Der Pianist, ein Holländer (unglaublich krumme Sitzhaltung und noch viel unglaublicheres Talent!), der Trompeten- und Querflötemann und der Schlagwerker bildeten ein unglaublich, unglaublich gutes Trio! Ich würde am liebsten jeden Freitag und Samstag hingehen. Unglaublich! Schade, dass man dort nicht tanzen kann! Ich hatte einen 12-jährigen Scotch und habe die Erfahrung gemacht, dass man hier nicht 2 oder 4 cl bekommt… sondern ca. 100ml! Das war nicht wenig, aber ich hatte zwei Stunden Zeit und die auch gebraucht. Er war sehr lecker und so torfig!

Noch nie in meinem Leben habe ich jemals das Verlangen gehabt, jemand möge bitte rauchen – aber zu dieser Szenerie hätte es einfach gut gepasst! Es war wunderbar und ich kann kaum sagen, wie dankbar ich dafür bin, dass ich Jazzfans als Eltern habe.

Danke ihr beiden! Was für ein schöner Abend.

 

Ein Paradies

Legostore!

Warum hab ich nur keine kleinen Geschwister mehr, damit ich so tun kann, als bräuchten die das unbedingt zum Geburtstag?

 

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Baseball

Ja, ich habe tatsächlich ein Spiel gesehen! Royals gegen irgendwen anders.

Joseph und Pat haben mich netterweise mitgenommen. Joseph ist ein ehemaliger CBYXler, der vor zwei Jahren hier war und nun wieder herkam, um Urlaub zumachen und alle wiederzusehen. Pat ist sein very best friend. Pat hängt eindeutig zu viel mit Deutschen rum, alle paar Minuten sagt er Worte wie: Super, Geil, Genau, Waaaas? und soweiter…  Das ist sehr witzig!

Das Baseballspiel war auch wahnsinnig witzig. Ich glaube nicht, dass ich es nochmal machen werde, aber dafür habe ich jetzt die Regeln größtenteils verstanden. Außerdem irgendwie süß, dass da Männer mit einem Bierbauch stehen und trotzdem Profisportler heißen.

Lustig war vor allem, dass das Spiel so langweilig war, dass der große Monitor quasi weniger zur Information als mehr zur Aufheiterung der Menge war. Ständig sollte man irgendwas machen:

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Außerdem ist auch das Spiel total parteiisch! Ich glaube, es gab überhaupt keine Fans für das andere Team. Es geht immer nur darum, die Royals anzufeuern, da das hier ihr Heimspiel ist. Also jedesmal wenn sie spielen. Und sie tun das mehrmals die Woche! Das beste waren eigentlich die ganzen Einspieler für die Supertollen Spieler der Royals. Die andere Mannschaft hatten keine. Haha!

Darum musste ich dann doch sehr lachen, als trotz ständigem anfeuern der Royals, die anderen eben einfach besser waren:

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PS: Es geht um die Nummer, die unter 10 steht und sich von 3 auf 6 steigert. Das war der Sieg für dieses Team.

Ich glaube, eigentlich kommen die ganzen Leute nicht, um das Spiel zu sehen. Es dauert Stunden und ist echt langweilig. Die Leute kommen glaube ich in Wirklichkeit nur, weil sie so viele T-Shirts von den Royals haben! Und weil es eine Kiss-Cam gibt. Und am ehesten wahrscheinlich, weil man hier zum Spiel kommt und erstmal seine Campingstühle aus dem Auto packt, sich drauf setzt und erstmal ne ganze Weile Bier trinkt. So ein bisschen Festivalmäßig.

Cooking with Lisa’s family

Weil so alle Kinder von Lisas Hostsparents über Laborday (1.9. -> langes Wochenende) hier waren, haben wir einen Internationales Kochen gemacht. Lisa, Ich und einer ihrer Söhne, der ein Jahr in Deutschland verbracht hat, waren im deutschen Team. Es gab Jägersauce (keinen Meter original :P), Krautsalat, Bratkartoffeln und Schnitzel (natürlich nicht Kalb).

Das spanische Team waren der andere Sohn, der ein Jahr in Sevilla verbrachte und die Tochter Brian’s und Brenda’s. Sie haben Paella gezaubert und sehr leckeren Sangrilla gemacht. Dann gab es für alles zusammen Essen und Greg hat sich am nächsten Tag wie ein Schnitzel übers Schnitzel gefreut. Hihi.

Leider habe ich die Bilder noch nicht, deshalb gibt es erstmal keine…

Advanced Classes

So nun endlich zu meinen Kurswechsel.

Ich hatte das große Glück einen Koch, der an der Schule unterrichtet kennenzulernen, der Deutsch ist.

Er weiß Bescheid darüber, was eine deutsche Ausbildung bedeutet und violá! Schon konnte ich meine Backen I und KochenI Kurse wechseln.

Nun habe ich American Regional Cuisine und Advanced Food Preparation. Spanisch und Piano bleiben.                                    Dafür bin ich die doofe Lebensmittelhygieneklasse los! Chef Felix Stürmer, wie er heißt lebt hier seit er 25 ist und kennt sich dementsprechend aus. Er ist wahnsinnig nett und hilfsbereit und kann mir auch mit der Jobsuche helfen.

Ich lerne auf jeden Fall eine Menge. Nicht unbedingt über neue Techniken, noch nicht. Aber einfach über die Menschen hier über die “Ausbildung” für die sie hier studieren müssen. Über die Lehrmethoden, die Schüler und vor allem und sehr spannend über Amerikanische Küche.

Ich hoffe, dass jetzt niemand mehr damit ankommt, dass es hier sowas nicht gäbe! Es gibt überall regionale Küche, denn es gibt überall irgendwelche Lebensmittel. Die Menschen mussten sich immer überlegen, wie sie sich ernähren und das ist auch hier sehr spannend. Wie schade, dass Amerika nur für sein Fastfood bekannt ist und nicht für all die regionalen Gerichte.

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Funfacts

Ich glaub es hackt! Nach alljährlicher Tradition habe ich mich auch hier bereits angefangen über die über alle Maße verfrühte Verweihnachtung aufzuregen!

Greg hat mitgemacht 🙂

 

Außerdem witzig:

ALDI

es sieht aus wie in Deutschland (Aldi Süd) nur sauberer und hat amerikanische Produkte. Menschen kommen nicht damit klar, dass man seine eigenen Tüten mitbringen muss und sind verwirrt, über das Geld das man in Einkaufswägen tun sollen.

Sehr amüsant.

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Church

Greg und Beth sind Zugehörige einer Kirche.

Das ist hier ganz normal. Es gehört so ein bisschen zu der Art Mensch die man ist. Wenn man mehr über jemanden erfahren will, fragt man: Welcher Kirche gehörst du an?

Es gibt hier auch nicht einfach: Evangelisch und Katholisch. Es gibt zahlreiche Unterarten.

Diese Kirche wird liebevoll von manchen Leuten “Hippiechurch” genannt. Weil es eine so offene, alle willkommen heißende Kirche ist. Zum Beispiel gegenüber Homosexuellen. Leider ist das hier nicht durch und durch normal.

Ich habe mich dem Kirchenchor angeschlossen und die Lieder sind wirklich wunderschön. Am ehesten erinnert mich diese Art der Gemeinde an Taizé. Man kann Trost und Frieden finden.

Wer jetzt denkt: das klingt nicht nach Lara?! .. irrt sich vielleicht ein bisschen. Diese Kirche ist für die Menschen nicht wie in Deutschland ein Ort an dem man erscheinen muss, wenn man irgendwie zeigen möchte, dass man wirklich fromm ist. Die Kirche hier ist weniger ein Ort als eine Gemeinschaft. Die Leute kennen sich alle. Wenn jemand krank wird, wird fuer die Person gebetet. Die Themen des Gottesdienstes (auch hier passt das Wort “worship” einfach viel besser) sind immer aktuell. Die Reden sind unglaublich gut, die Bezüge liegen den Pfarrerinnen wirklich am Herzen. Es ist normal viel über sich zu erzählen und seine eigene Erfahrung mit in die Rede einzubauen. Es geht hier darum, dass man sich gegenseitig umeinander kümmert.

Nicht zu vergessen, die ganze wunderschöne Musik.

Am liebsten jedoch habe ich den “Children’s moment”. Ganz zu Anfang setzen sich alle anwesenden Kindern zu der Pfarrerin (sind in dieser Kirche alle weiblich) und es gibt ein paar Minuten, in denen die Kinder sich mit der Pfarrerin über das Thema austauschen, das auch Thema des ganzen Gottesdienstes ist.

Das ist immer wahnsinnig niedlich. Letzte Woche hat eine der Damen, die mit im Chor ist, aber sehr aktive Musikerin mit wundervoller Stimme, ein Konzert abends in der Kirche gegeben. Dazu gab es dann selbstgebackene Leckereien amerikanischer Art, die man für Spende erwerben konnte! Auch das ist hier viel normaler, einfach mal was machen, was man gern tut, aber nicht für Geld. Es macht fast jeder hier irgendwas, das ihm/ihr am Herzen liegt oder hat es zumindest. Dieses Geld ging an eine Kinderstiftung.

Das ist das nächste Gute. Die Gemeinde sammelt aktiv Geld, um sich sozusagen selbst zu organisieren und zu bezahlen.     Und natürlich geht es nicht nur um die anstehenden Reparaturen, es geht um Spenden. Das einzig anstrengende ist dann noch zu entscheiden, wo das Geld hinkommt. Und das macht nicht der Pfarrer oder irgendjemand der ganz oben steht, sondern das machen alle, die sich für die Kirche einsetzen aktiv gemeinsam. Es ist einfach nicht nur ein Ort, die Kirche.           Hier ist es mehr eine gute Idee.

Noch ein Thema möchte ich dazu ansprechen. Eigentlich wollte ich dazu einen Beitrag für sich machen, aber es gehört in dem Fall für mich zur Kirche. Ich hoffe, dass alle in Deutschland nicht drumherum gekommen sind, sich über Ferguson zu informieren. Das ist zum Einen bei weitem kein Einzelfall, da geht es nicht nur um rohe Polizeigewalt. Da geht es mal wieder um die Privilegien der Weißen. Um die widerwärtige Ausnutzung dieser Previlegien. Es geht zum Anderen vorallem um eine Bewegung insgesamt. Um eine Aufdeckung all dieses Missbrauchs. Und welche Meinung man dazu hat, hängt davon ab, welche Partei man wählt.

Hier sind Nachrichten nicht so wie in Deutschland, dass man an bestimmten Sachen einfach erkennt, ob der Sender oder die Zeitung eher mitte-rechts oder eher links oder so ist. Hier ist es alles entweder Republican oder Democrats. Die Democrats sind die Liberalen und bei dem Wort darf man hier auf keinen Fall an die FDP denken. Es meint liberal im Sinne von Freiheit (ohne Markt). Die meisten werden das alles ja schon wissen. Überrascht hat es mich dennoch, denn obwohl man all sowas hört, wie “schlecht” Medien hier sind, haut es einen dennoch irgendwie um. Je nachdem ob man News von den Republicans oder den Democrats ansieht, bekommt man zwei völlig unterschiedliche Seiten dargestellt. Beide gnadenlos unobjektiv.

Es ist als würde man die Fakten über einen Vorfall sammeln wollen, indem man die Bild und die Titanic vergleiche. Hinterher weiß man noch weniger, was man glauben kann, als vorher.

Was ich damit meine ist, dass es wie es mir im gesamten System hier zu sein scheint, es weniger darauf ankommt, was berichtet wird, als wie. Mit anderen Worten, es gibt keine Medien die auch nur versuchen, irgendwas neutral und faktisch basiert zu verklickern. Sie tun nicht mal so. Das ist eine ganz schöne Umstellung für mich.

Ich beginne Dinge zu wertschätzen, von denen ich es nie für möglich gehalten hätte! Ich hoffe, das ist eine gute Sache.

 

 

 

Kansas City

Zwar ist Overland Park mit irgendwie so 175.000 Einwohnern die Zweitgrößte Stadt in Kansas, aber mehr so als riesiges Vorstadtgebiet zu betrachten. Weil es hier keinen richtigen Stadtkern gibt.

Kansas City hingegen mit so ca. 150.000 Einwohnern ist so, wie man sich eine amerikanische Stadt vorstellt. Mit Skyline und Clubs und Downtown, Little Italy und Pianobars.

Greg hat mich ein wenig herumgefahren um mir einen Eindruck von Kansas City zu geben. Es gibt große Hallen für Konzerte, schöne Theater und wirklich viele Kunstmuseen hier! Durch Kansas fließt der Missouri. Witzig ist, dass es Kansas City (Kansas) Und Kansas City (Missouri) gibt, weil es auf der Grenze liegt. Ist aber trotzdem eine Stadt.

Ich bin gespannt auf das Clubs auf das Essen und hab auch schon so 5 Lieblingsrestaurants.

Hoffentlich will mich jemand anstellen! Ich arbeite dran…

… nächster Checkpoint: Auto kaufen

Windam Hill

heißt die Einfahrt, die mich nach Hause bringt. Das hat hier quasi jede Straße, so einen zweiten Namen. Quasi zusätzlich zu SW 48th. Vielleicht weil das eher langweilig klingt. Dafür findet man sich wahnsinnig schnell zurecht, wenn man des Zählens mächtig ist.

Dafür vergisst man nie, wo man hier ist. Das Spiel heißt: Finde die Flagge.

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So ungefähr sieht hier also die schöne Nachbarschaft aus. Alles süße amerikanische Häuser mit riesigem Garten.

Apropos, wir haben ganz wunderbare Tomaten und auch ein paar Kräuter. Ich liiiiieeeeeeebe diese Tomaten! Die schmecken einfach so gut und es sind verdammt viele.

Fahrradfahrt

Wie sehr ich mich darauf gefreut habe!

Nicht zu vergessen, wie anstrengend es war, hier alle zu überreden, dass ich das wirklich machen will.

Egal, wie oft ich erklärt habe, dass das für mich normal ist jeden Tag Fahrrad zu fahren und dass ich sehr vorsichtig bin, Greg hat mir nicht geglaubt.

Er fragt auch jetzt immer noch, ob er mich zum College fahren soll. Das ist wirklich sehr nett von ihm gemeint.

Es sei ja schon wahnsinnig weit. Oder es ist sehr heiß. Oder zu Lisa ist es ja schon deutlich weiter als zum College. Sehr fürsorglich!

Ich höre auf mit dem Fahrrad zu fahren, wenn der erste Schnee fällt. Das musste ich versprechen. Also keine Sorge!

Fahrrad fahren ist hier allerdings tatsächlich ein Abenteuer. Keine Ahnung, ob es hier ein Gesetz gibt, dass man nicht auf dem Bürgersteig fahren darf. Wenn man hier allerdings auf der Straße fährt, ist man wirklich selber Schuld!

Autofahrer sind Radfahrer derart wenig gewohnt, dass sie einen grundsätzlich übersehen. Außerdem ist es hier quasi so, als wären überall Grünpfeilschilder für Rechtsabbieger. Es ist legal einfach rechts abzubiegen.

Was meistens kein Problem ist, da ja nahezu niemand über so eine Fußgängeampel geht. Aber manchmal eben doch, und da ist kein Warnlicht und nichts.

Aber macht euch bitte keine Sorgen, ich weiß das und bin sehr vorsichtig.

Mein Fahrrad mit gesamtem Kram (Helm, Schloss) habe ich für knapp 150 gebraucht vom 2. Nächstbesten Laden gekauft. Ich hatte Glück, denn auf Grund der wenigen Fahrradfahrer gibt es hier natürlich auch wenig gebrauchte Fahrräder. Leute, die hier Fahrrad fahren sind vor allem Fahrradsportler… und soviel Geld wollte ich dann doch nicht für ein Fahrrad ausgeben, mit dem ich vielleicht 8 km am Tag fahre.

Spontan hab ich mich entschlossen meinen kleinen Drahtesel Dirty Dorothy zu nennen. Ein ganzkörper Bild kommt, sobald ichs nicht vergesse.

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