Plaza Lightning

Nach dem Thanksgiving bei mir bin ich dann abends (nach einem Fresskoma) zu Pat und seiner Familie nach Kansas City gefahren – um die Lichter zu sehen. Das war lustig und schön und ich habe jetzt auch endlich Kevin allein in NY gesehen, was besonders gut ist, weil ich mich wahrscheinlich für immer daran erinnern werde, wie gut Pat und sein Bruder Tim den Film auswendig können.

“Plaza” ist hier sozusagen der Innenstadtbereich, wie ich bereits irgendwann erwähnte und die große Lichtereröffnung war natürlich Thanksgiving. Es gab eine niedliche Hipsterband aus San Francisco, die nicht vergaß über Liebe zu sprechen und viele glückliche Menschen.

Aber auch demonstrierende Menschen, denn Furgeson ist nicht vergessen und vor allem ist auch noch immer nichts Richtiges hier passiert!

Bunte Lichter sehen ja trotzdem wirklich sehr schön aus, vor allem vom Dach aus und wenn Pat im Bild ist 😛

…wenn ich sie auch für Weihnachtsmarkt und Nikolaus zusammen eintauschen würde…

Photos wie immer unter Photos, weil ich so kreativ bin!

 

Thanksgiving…

So und nun über den eigentlichen Tag, ein wenig weniger dramatisch.

Wie manche wissen, bin ich quasi umgezogen. Von Overland Park nach Olathe, was echt nicht viel weiter weg ist.

Ich möchte kein großes Ding draus machen, weils keins ist, aber es auch nicht verheimlichen… weils kein Geheimnis ist:

Ich war definitiv sehr glücklich und hatte eine tolle Zeit in meiner ersten Hostfamily bei den Riekes, aber manchmal kommen eben zwei Menschen nicht besonders gut miteinander klar. Weil das eben so war, lebe ich nun mit Ann, meiner neuen Hostmom und weil ich das viel zu lange nicht gemacht habe, stelle ich sie jetzt mal ein bisschen vor.

Ann ist Rentnerin und hat ein (für deutsche Verhältnisse riesiges) für amerikanische Verhältnisse immernoch erstaunlich großes Haus. Sie liebt Football und Baseball und ist überhaupt sehr liebenswert. Es gibt zwei Töchter: Karley und Sarah (ca, 39 und 34) und einen Sohn (40). Der Sohn wohnt in Washington D.C. und die Töchter wohnen hier.

Er hat sich gerade erst mit seiner langjährigen Freundin verlobt, Karley hat zwei Töchter (Paige 14/ Avery 18 Monate) und einen Freund (Matt). Sarah hat sich gerade erst verheiratet vor wenigen Wochen mit Arthur.

Thanks Giving waren wir alle, außer Sohn, zusammen plus Ann’s ehemaligem Mann und seiner Frau.

Es gab alles, was hier klassisch ist: Truthahn, Gravy (Saucenpampe), Cranberryrelish, Kartoffelpü, die Truthahnfüllung, Ham, Pumpkinpie, Bananabread (das Ann gemacht hat und ich wahrscheinlich fast alleine gesagt hab, seeeehr lecker!), Pecanpie, grüne Butterbohnen und Röstzwiebeln drauf, und von mir gemachte Bananencreme-Windbeutel mit Schoki.

Außerdem natürlich Cookies und Snacks. Ums mal zu erwähnen es gibt hier so Knabberpartybrezelkissen gefüllt mit Erdnussbutter!!

Das war sehr sehr viel Essen! Und ein schönes Treffen…

Leider werde ich müde und bin zu faul alle Photos mit Namen zu versehen, deshalb werdet ihr niemals herausfinden, wer wer ist ;P

Thanks! Giving!

So, das ist also ein ganz toller Feiertag hier. Quasi größer noch als Weihnachten oder mindestens gleich.

Nein man feiert nicht die Ausbeutung der Natives nachdem diese den unklugen Settlers beibrachten, wie man Anbaut und Erntet, sondern man ist dankbar! Das ist doch eigentlich ein Superfest. Vorallem, weil man sehr viel isst! Und weil man doch wenigstens einmal im Jahr über all die Dinge nachdenkt, für die man dankbar ist! Und wenn man mal an den Punkt kommt, an dem man das ernst nimmt, dann fallen einem (also mir zumindest) ganz schön viele Dinge ein, für die ich sehr sehr dankbar bin!

Und da ich ja gerade schonmal hier bin, mache ich auch gleich mal ein paar Dinge öffentlich, damit sich “alle schlechten Menschen jetzt schämen” und alle anderen peinlich berührt sind…

Vielen lieben Dank GIZ und CV-Team fürs vielleicht nicht Errichten, aber Aufrechthalten diesen tollen Programms, das vor allem Chancen gibt und als eins der wenigen (welche gibts denn noch?) Auszubildende unterstützt und bei dem es mehr als um Noten, Beziehungen oder Sprachkenntnisse, um Kultur- und Politikinteresse, Reiselust, Herausforderungen und Leidenschaft geht! Außerdem braucht es einen Haufen passionierter und motivierter Leute um es weiterhin finanziert zu kriegen und all die 75 jungen Leute pro Seite pro Jahr mit Liebe zu unterstützen.

Tausend Dank Mama und Papa, Karin und Achim für die Werte und Moral, die ihr mir mitgegeben habt, für die vielen Interessen, die ihr in mir geweckt habt und für die Liebe und Geduld mit der ihr mich erzogen habt.

Béla, Max, Anika, Janik und Erik, danke für die vielen lustigen Erinnerungen, Streits, Spiel- und Urlaubserinnerungen – über die ich (nun) sehr gerne lache!

Danke liebe Oma, liebe Oma und lieber Opa und alle (sorry fürs nicht Aufzählen!!!) Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen fürs mich so akzeptieren, wie ich bin, für wunderschöne Weihnachten mit euch, für Karten, Briefe und Anrufe, für Osterbrunchs, Spaziergänge, Lagerfeuer, Familientreffen aller Art die ich ehrlich sehr genieße und  fürs für mich und einander da sein, egal wie weit entfernt.

Nicht zu vergessen, Danke alle meine Freunde fürs mich solange Zeit begleiten und unterstützen in so vielen verschiedenen Arten. Ich bin sehr froh und dankbar euch zu haben und ob ihr den Blog lest oder nicht, es ist unglaublich schön zu wissen, dass ihr bleibt auch wenn ich weg bin. Aber das hier ist einfach zu kurz und zu romantisch um individuell zu werden…

Danke für alles, was ich lernen durfte und werde und dafür, dass ich Hinterfragen kann und darf. Danke all die Menschen mit guten Gedanken, von denen ich weiß.

Danke fürs jahrelange an die Hand nehmen und an die Hand nehmen lassen.

Danke für all die Dinge, die ich nicht (genug) zu schätzen wusste, bevor ich in die USA kam (unter anderem Krankenversicherungen, Bildung, Brot, Sonntage, einige Gesetze, Weihnachten, Kritik)

Ich bin mir nicht sicher, wie ich das am besten ausdrücken soll… ich bin sehr dankbar für all die Dinge die ich habe, die so viele Menschen auf der Welt nicht haben, wie die Erfüllung von Grundbedürfnisse und die Umsetzung von “Grundrechten”, aber nicht nicht nur in anderen Ländern, sondern auch in Deutschland und den USA, wo es nach wie vor so viel Ungleichheit, Unterdrückung, Gewalt und Armut gibt und ich sehr froh sein kann nahezu nicht unter irgendwas davon betroffen zu sein.

Danke dafür, dass meine Sorgen keine sind.

Außerdem Danke für DICH, da Du das hier liest und somit aus irgendeinem Grund Interesse an meinem Leben hast…

…und danke für die Musik!

 

Japanese lab

Da das College bald vorbei ist und natürlich jeder das Essen sehen will, noch ein letzter Beitrag über meine Advanced Food Preparation Class. Das Japanese Lab war so ziemlich eins der leckersten von allen und ich bin ein bisschen traurig, dass ich nächstes Jahr nicht mehr auf College gehe.

Diese und nächste Woche haben wir die sogenannten “Finals” und damit Abschlussprüfungen. Die beiden praktischen Kochprüfungen sowie den schriftlichen Klaviertest hatte ich bereits.

Die theoretischen Kochprüfungen sind nächste Woche Mo und Di und Spanisch ist Mittwoch, Klavier praktisch am Donnerstag. Nur damit ihr jetzt absolut alles wisst über meine Prüfungen!

Jetzt Schluss damit und mehr Bilder von extrem leckerem Essen.

Aufwiedersehen Ad. Food Prep! Es war schön mit Dir…

 

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Fair – Messe

Hallo hallo…

Vor einer mittlerweile schon ganzen Weile waren Lisa und ich auf einer Messe namens AFA (Agriculture Future of America) um Cultural Vistas bzw. das CBYX-program von der amerikanischen Seite zu unterstützen.

Die Messe war für junge Leute gedacht und bot größtenteils neue Jobchancen für Studierende im Bereich Agriculture, dennoch ging es auch um alle anderen Formen von (Fort)Bildung.

Somit verbrachten wir den ganzen Tag an unserem wunderschönen kleinen Stand und überzeugten Interessierte vom wunderbaren PPP 🙂

 

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Pumpkinbread

Kürbisbrot – eigentlich nicht. Zumindest würde ich wohl Rührkuchen sagen. Wie Zitronen- oder Karotten(rühr)kuchen. Oder Marmorkuchen.

Auch sehr beliebt und lecker hier: Pumpkinpie mit Vanilleeis.

Wie auch immer, hier ist das Brot – Pumpkinbread und Banana-Walnutbread scheinen die beliebtesten zu sein. Und sind aber auch unglaublich gut! Branda, Lisas Hostmama hat gestern soooo fantastisches banana-chocolatechipbread gebacken!

Hier das Rezept für pumpkinbread:

3 Cups        Zucker            675g

1 Cup          Oil                   236ml

4                  Eier

1 1/2 TL     Salz

1 TL            Zimt

1 TL            Muskat

2/3 Cup      Wasser           20ml (2-3 TL würde ich nehmen)

2 Cups        Kürbispüree  475g

2 TL            Baking Soda

3 1/3 Cups Mehl               420g

 

Macht ja wahrscheinlich eh niemand, aber wenn doch, hier kann man das Kürbispüree aus der Dose kaufen. Ich hab das natürlich selbst gemacht. Heißt, Hokkaido kaufen, weil bester Geschmack… gibts hier übrigens gar nicht und außerdem heißt eigentlich jeder pumpkin “squash”, so wie auch Zucchini. Aubergine hingegen ist eggplant, wobei in Deutschland fast niemand was mit dem Wort “Eierfrucht” anfangen kann, weil es so alt ist und hier kennen nur wenige Köche das Wort Aubergine überhaupt. Naja, kurzer Exkurs, weiter mit dem Kürbis:

Ganz einfach, Ofen vorheizen auf so 200°C. Dann Kürbis waschen, in Stücke schneiden, Kerne raus, würzen (Brauner Zucker, Orange, Zimt, Nelken, was auch immer gewünscht ist) dann backen bis weich (dauert ewig), rausnehmen, mit Pürierstab oder Mixer pürieren. Wer will durchs Sieb sieben, fertig.  Natürlich Zimtstangen und so vorher rausnehmen, wenn verwendet.

Also amerikanische Teelöffel sind zwar anders als deutsche, aber das könnt ihr ruhig so nehmen und Gewürze würde ich ohnehin nach Geschmack machen. Ich konnte mit dem Begriff Baking Soda auch nicht viel anfangen. Es ist aber nicht Backpulver, ich glaube es könnte Natron sein. Das wisst ihr wahrscheinlich besser als ich.

Wie dem auch sei, sollte es jemand probieren, will ich es natürlich sehen! Hineinzutun sind selbstverständlich alle Dinge, auf die man Lust hat: Trockenfrüchte wie Rumrosinen, Mandeln, Schokostückchen, Bananen, was auch immer.

175°C, ca eine Stunde backen.

Ich hab eins ohne alles, eins mit Rosinen und Salzmandeln und eins mit Rosinen, Mandeln und Schokolade gemacht. Schmeckt sehr lecker. Darauf natürlich Zuckerguss (Puderzucker und Säure, in meinem Fall Orangensaft, 1:1 oder bis dick genug mischen)

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lecker Kürbispampe

 

 

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lecker Kuchen im Ofen

 

 

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lecker Kürbiskuchen fertig beim Abkühlen, sieht grauer aus, als es eigentlich ist. Guten Appetit!

 

Halloween

Halloweeen! Mein Lieblingsfeiertag 🙂

Letzte Woche Sonntag haben International Club Leute und Lisa und Ich süße Kürbisfratzen geschnitzt. Sie sollten natürlich gruselig sein, aber sie sehen doch irgendwie alle niedlich aus. Gerade mit dem Alter sieht meiner eher aus, wie ein alter Mann.

Mittwoch haben wir vom International Club einen Bakesale veranstaltet, um unsere Kosten zu decken oder zumindest die Clubkasse etwas aufzufüllen. Es gab niedliche gebackene Sachen, wie Karamelläpfel, Kürbisgesicht-Muffins, Hexenfingers und Karamell-Brezel-Spinnen (hier: Pretzel) und mehr. Wir haben superviel gekauft. Aber noch besser war natürlich, dass wir im Rahmen Halloweens alle irgendwie verkleidet waren und Leuten angeboten haben, Photos mit uns oder alleine zumachen und dazu jegliche Perrücken, Hüte und was wir noch so hatten, anzuziehen. Das war lustig.

Gestern war dann ganz viel Trick or Treat für die Kinder. Da es Vorfälle gab, in denen Leute Rasierklingen in Äpfel gesteckt haben und Kinder sich verletzten, gibts quasi safe Trick or Treat. So zum Beispiel verantstalten viele Kirchen Trunk or Treat. Das bedeutet, Autos treffen sich und haben Süßigkeiten in ihrem Trumk (Kofferraum). Also Eltern und alle, die freiwillig helfen und die Kinder sind da eben unter Beobachtung.
Um ehrlich zu sein, finde ich Süßigkeiten aus nem Kofferraum verdammt gruselig. Egal, so hat auch JCCC ein Trick or Treat gemacht, bei dem dann alle Kinder mit ihren Eltern kommen können und so viel Süßes abstauben wie möglich.

Ich wäre ja ganz gerne ein Kind gewesen und rumgerannt. Ich hab von einigen Jugendlichen Methoden gehört, wie man auch noch als ausgewachsene Person gut auf Tour gehen kann. Man ist ja schließlich nie zu alt für Schnucke!

Leider kommen auf Grund dieser Angst um die Kinder auch immer weniger Wichte an Türen und wenn dann stehen ihre Eltern irgendwo im Hintergrund und passen fleißig auf.

Trotzdem süß und natürlich gibt es einen Haufen Halloween Partys für groß und klein. Lisa und Ich und viele andere waren auf der JCCC Party, ist fast wie Fasching nur ohne diese schreckliche Musik. Leider verkleiden sich viele viele Leute überhaupt nicht gruselig, sondern irgendwie. Ich hab das Gefühl, dass fast alle meine deutschen Halloweenfeiernden Freunde sich mehr Mühe mit einem gruseligen (halbwegs selbstgebastelten) Kostüm gemacht haben. Allerdings sind die/seit ihr ja auch furchtbar begabt darin!

Soviel dazu, Bilder gibts wie immer in der Photogallerie.

Leider ist Oma-Lara nicht fähig, die Bilder von ihrem dummen Smartphone auf den Rechner zukriegen, sorry dafür, das sind nämlich leider die besten!

College

Im College verbringe ich gerne und viel Zeit in der Culinary Library, verwirrte ungeordnete Bilder findet ihr in der Photogallerie. Es ist ein sehr kleiner Ort und nicht zu vergleichen mit der richtigen Library. Es ist viel schöner dort. Ruhig und klein und Bücher. Sehr angenehm.

Chef Prator zeigte mir Bücher, die er besitzt und liebe diese Bücher! Sie sind unglaublich teuer, sehr sehr aufwändige gemacht und schön und einfach sehr gut geschrieben. Sie heißen Modernist Cuisine und es gibt 4 oder 5. jedes behandelt etwas anderes.

In einer der Küchen haben wir einen Wachstumsschrank. Also nicht so einen für Hefe, aber für Kräuter und Kresse! Das ist ziemlich cool und die ganzen kleinen Grüns schmecken auch alle sehr gut.

Vor einiger Zeit hatten wir “German Lab”. In Advanced Food Preparation gehen wir sozusagen jede Unterrichtseinheit in ein anderes Land oder Gebiet. Europa war ein großer Teil davon und ein Tag war dann eben Germany, Switzerland, Austria. Beeinflusst auch ein wenig von den anliegend Osteuropäischen Ländern.

Es gab Solyanka, Gulasch, Rindsrouladen, Tafelspitz mit Merretichsahne, Rotkraut mit Äpfeln, Wiener Schnitzel, Kartoffelpü, geschmorten, gefüllten Weißkohl, Rahmkohlrabi, Kartoffelrösti/Pfannkuchen/Raiberdatschi/Puffer, Topfen-Palatschinken (Pfannkuchen mit Zitronenquarkfüllung, gebacken in Vanillesauce) und vieles mehr. Leider hatten wir keinen richtigen Quark. Ich hab schon mehrfach versucht welchen zu kaufen, es ist nicht einfach. Hyvee hatte etwas, was sie Quark nannten, aber selbst nach 12 Std abhängen, hatte er noch die Konsistenz von Joghurt.

Ich habe Kaiserschmarrn und Schnitzel gemacht und allen Quarkkeulchen mitgebracht, die ich zuvor für Greg und Beth gemacht habe. Außerdem gabs Zimtschmand und Apfelmus.

Die Klasse hat sich viel Mühe gegeben, aber ich glaube nichts auf der Welt kann mich dazu bringen deutsche Küche gern zu mögen! Ich hab festgestellt, als wir letzte Woche Griechenland, Türkei und drumherum hatten, dass ich viel mehr mit Essen aus dieser Richtung aufgewachsen bin, jedenfalls was manche Dinge belangt. Vielen Dank dafür alle Eltern zusammen! Ich hatte immer gutes Essen, dass ich sehr sehr gern habe!

 

Regional Lunch

Wir ich bereits erwähnte, ist meine Volunteer Work Aushelfen im Hiersteiner Child Development Center. Ich helfe Farmer Dave und Gardener Dave den Kindern zu erklären, wo die Pflanzen herkommen und wir pflanzen auch neue Gemüse und ernten mit den Kindern gemeinsam, lesen Geschichten und so weiter.

Mit den Erträgen des greenhouses hat Chef Smith (Farmer Dave) dann ein Lunch für wichtige Leute arrangiert.

Das war sehr spannend und lecker. Die Schüler seiner “Local Foods” class mussten ein Lunch-Buffet mit Vorspeisen, Hauptgang und Dessert krerieren, dass ausschließlich aus regionalen Produkten bestand. Mit anderen Worten: Es gab regionales Salz, aber keinen Pfeffer. Die meisten Dinger kamen vom Kindergartengewächshaus, aber außerdem brachten auch einige seiner Schüler Produkte, denn es sind nicht ausschließlich Kochauszubildende sondern auch Agriculture-Apprentices darin, die selbst verschiedene Dinge anbauen. Eingeladen waren unter anderem Journalisten, Publisher von Magazinen, eine Mangerin von Whole-Foods, Abteilungsleiter des Colleges, die im Zusammenhang standen und eben Leute, die lokal produzieren. Zum Beispiel der Bäcker, der sein wundervolles Brot brachte. Es hieß Sauerteigbrot und war unglaublich lecker – dennoch ist es hier wohl unmöglich an ein dunkles Brot ranzukommen, das nicht mit Molasse gefärbt ist oder gar Schwarzbrot. Das Brot war dennoch mit Abstand das Beste, das ich bis jetzt hier hatte, auch wenn es noch nicht ansatzweise so sauer, fest, krustig oder dunkel war, wie ich es gerne hätte. Sauerteigbrot heißt hier auch glaube ich was anderes als in Deutschland. Schien allerdings schon ungewohnt sauer für einige der Gäste zu sein.

Entschuldigt meine langen Ausschweifungen über Brot – ich hätte nie geglaubt, dass ich es je so sehr vermissen könnte! Denkt an mich, wenn ihr das nächste Mal in euer Brot beißt und genießt es ein bisschen für mich mit!

Zurück zum eigentlichen Thema. Es war also eine große Ehre für mich eingeladen zu sein, ich mach ja nichts, was ansatzweise so wichtig ist, wie alle anderen – und ungewohnt für mich, ich hätte auch ganz gerne gekocht. Chef Smith’s Ziel war es, dass beim Essen Studenten und Gästen gemischt zusammensitzen und reden und über Local Food’s reden und Ideen austauschen. Das hat wirklich gut geklappt und alle waren sich einig: Es war sehr leckeres Essen.

Das war letzte Woche, diese Woche haben wir den Kindern fried green tomatoes gemacht und dazu ein paar organic Birnen geschnitten. Grüne Tomaten essen ist so gesehen, ein amerikanisches Gericht. Es sind geschnittene Tomaten, gewürzt, in Mehl, Ei und Cornmeal/Polenta paniert und dann gebraten. Man nimmt diese Tomaten, weil der Sommer vorbei ist und sie nicht reifer werden. Maisgries hat eine starke Süße an sich und passt sehr gut. Ich mag das sehr gerne und natürlich habe ich mir kleine Tomate-Birne-Tomate-Sandwiches gebastelt. Sehr sehr gut!

Außerdem kann ich allen den Film “Grüne Tomaten” nur empfehlen, die ihn noch nicht kennen, auch wenn da jetzt kein besonderer Zusammenhang zum Thema besteht.

Es war sehr spannend die kleinen Kinder zu beobachten, je älter sie wurden, desto eher haben sie die Tomate probiert und gemocht. Dennoch gab es natürlich nur sehr wenige Kinder, die die Tomate der Birne vorzogen, aber es gab sie. Es geht nicht darum, allen Kindern zu sagen, sie müssen grüne Tomaten essen – es ist ohnehin für Kinder natürlich bittere/saure Dinge nicht zu mögen und das ist auch gut so, sonst würde sie ganz schön früh mit Kaffee und Bier anfangen – es geht darum, sie für verschiedene Geschmäcker zu sensibilisieren und sie werden sich später einmal daran erinnern, dass sie schonmal grüne Tomaten gegessen haben und es wieder probieren. Außerdem hat Farmer Dave erzählt, dass tatsächlich einige Eltern zu ihm kommen und sagen, dass ihr Kind bei ihm im Gewächshaus Dinge probiert, die es zu Hause nicht anfassen will. Wie Erbsen, Tomaten oder Karotten.

Das ist zwar Schade einerseits, aber ein großer Erfolg andererseits.

Soviel zu meinen Kindergartenstudien! Grüne Tomaten sind lecker!

Lawrence

Das ist die “Studentenstadt” neben Kansas City. Denn dort findet man KU – Kansas University  – welche wohl eine ziemlich gute Uni ist, gerade im Verhältnis Preis-Leistung.

Aber darüber weiß ich zuwenig um mehr zu sagen. Für mich scheint hier jede Bildungsmöglichkeit unglaublich teuer zu sein.

Es war ein sehr schöner Tag mit Greg und Beth, der sehr viele Erinnerungen hervorgerufen hat, denn die beiden haben hier studiert und sich kennengelernt! Ich hatte das große Glück ganz viel über Studentenverbindungen zu lernen – ich kenne sowas genau genommen nur überhaupt aus dem sehr lustigen Buch “Fool on the Hill”, dass ich mehr als einmal meinem Vater aus dem Regal gestiebitzt habe. Und von meiner verzweifelten WG-Suche in München, in der ich immer wieder auf Burschenschaften stieß.

Hier ist es jedenfalls etwas ganz normales und als ich Greg und Beth fragte, was sie denken wie viele Leute eine Studentenverbindung angehören sagten sie, wahrscheinlich so 10%.

Als scherzhafte “Beleidigung” sind alle anderen dann GDIs (Goddamn independents). Das würde mir doch viel besser gefallen!

Um so einer Bruderschaft/Burschenschaft “Fraternity” oder Schwesternschaft “Sorority” anzugehören muss man 3 Partys mitmachen. Man wird zur ersten nur überhaupt eingeladen, wenn man sich dafür bewirbt, wozu man allerhand Empfehlungen und so benötigt. Oder wenn man jemanden Verwandtes hatte in dieser Verbindung. Zur zweiten werden dann weniger eingeladen und zur dritten noch weniger… also wie ein Casting. Dann entscheiden die Verbindungsmitglieder wen sie am liebsten haben wollten und jedes Jahr können (ich weiß nicht genau) 30 Leute einen Platz dort kriegen. Und dann suchen die eingeladenen sich eine Verbindung aus.

Ich habe noch nicht ganz verstanden, wie das mit dem Geld läuft, ob es teurer ist allein zu leben oder in einer Verbindung. Aber abgesehen von der Gemeinschaft hat man natürlich noch andere Vorteile in der Verbindung, wie gemeinsame Aktivitäten und dieses riesige wunderschöne Haus in dem alle zusammenleben und Essen und ich weiß nicht, was noch.

Jedes “Haus” steht auch für bestimmte Eigenschaften und wenn man in das und das Haus kommt, ist es quasi besser als da und dahin eingeladen zu werden. Es hat mich ein bisschen an Harry Potter erinnert – nur da bekommt garantiert jeder ein Haus. Hier kann das glaube ich schon sehr diskriminierend sein, wenn man unbedingt irgendwohin will oder familiären Druck hat und dann gar nirgendwohin eingeladen wird oder nicht dahin, wo man zugehören wollte.

Beth Sorority steht für sich Sozial engagieren und Intelligenz (=gute Noten). Da musste ich doch glatt an Hermine denken.

Der Name ihrer Verbindung ist: KAO (Kappa Alpha Omega)

Beth traf eine alte Schülerin von ihr, die nun offensichtlich dieser Verbindung angehört und in KU studiert. Wir hatten das große Glück, dass wir hineingehen durften und uns umsehen. Es war wirklich beeindruckend schön.

Danach ging es in die Stadt Lawrence und ich hab mich deutlich mehr an Leipzig und Kassel erinnert gefühlt. Es ist sehr viel lebhafter dort und die Cafés und Restaurants und Läden sind eben viel studentischer und gewohnter für mich. Sogar das Essen, das in den Restaurants angeboten wird ist so viel mehr, was ich mag und kenne. Beth probierte zum ersten mal etwas ganz Neues: Gnocchi mit Gorgonzolasauce, Pilzen, Kresse und Feige. Es hat ihr sehr gut geschmeckt.

Es gibt haufenweise Second-Hand-Shops (das sagt hier übrigens niemand, es ist “Thriftstore/-shop”) und ich habe mir wahllos CD’s, zwei Pullover und haufenweise Postkarten gekauft.

Währenddessen fand der Color Run statt! Hätten wir das gewusste, wären wir mitgerannt. Das ist die absolut beste Idee zu rennen, die ich mir vorstellen kann. Alle hatten dieses coole T-Shirt und Stirnband und wurden während des Rennens mit Farben beschmissen. Abgesehen davon ging es auch nicht wirklich darum, erster zu sein oder sowas. Es rannten wirklich alle mit, kleine Kinder, Alte, bestimmt auch Leute mit Krücken – aber ich hab leider niemanden gesehen. Denn das Ziel ist einfach nur glücklich zu sein und Spaß dran zu haben. Die Photos erklären alles, denke ich. Coole Sache – hätte sogar mich zum Rennen gebracht. Wer mehr lernen will:

http://thecolorrun.com/

Zum Abschluss sahen wir ein Theaterstück, das natürlich von Studenten aufgeführt wurde. Es war zwar leider nicht wirklich gut, aber dafür ganz gut gespielt und unterhaltsam und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, einfach mal wieder ins Theater zu gehen!

Ich habe sehr viel über das amerikanische Uni-Leben gelernt und das ist wirklich sehr interessant. Das war ein sehr schöner langer Tag und wir hatten traumhaftes Wetter noch dazu.

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