Peter
12. Oktober 2014
ein Bild von meinem misslungenen Bauernzopf anstatt einer toten Ziege.
Ich weiß nicht, ob das ein fairer Ersatz ist, aber für alle, die Probleme haben tote Tiere zu sehen oder so, einfach nicht diesen Beitrag lesen und auf keinen Fall die Bilder in der Gallerie “!!!Vorsicht – Bilder von toter Ziege und auch Blut!!!” ansehen!
Wenn doch – selber Schuld!
Und wer mehr und lustigere Bilder haben will, schreibe mir per irgendwas. Ich bin ehrlich gespannt, ob das irgendjemand macht 😀
Also nun zum Thema. Jacob hat sich eine Ziege gekauft und ich hab ihm geholfen, sie zu zerlegen. Dazu sind wir zu seinem Vater gefahren, der ca. eine Stunde von mir entfernt wohnt. Jacobs Vater (und weitere Familie) ist sehr witzig und macht häufig Witze darüber, dass er/sie Rednecks sind/seien.
Nein, ich habe sie nicht geschlachtet, hätte ich auch nicht können. Wobei ich manchmal denke, ich sollte vielleicht damit anfangen, damit das so gut wie möglich zugeht… aber noch bin ich da nicht willig.
Schlachten, das klingt sehr barbarisch für die meisten Menschen. Wie viele allerdings wissen, bin ich der Meinung, wenn man Fleisch isst, sollte man auch fähig sein es selbst umzubringen. Ich hatte noch nie ein Tier in der Decke, weil man das in Deutschland – und hier bestimmt auch nicht – mit in eine Küche nehmen kann, aus hygienischen Gründen. Mal wieder gibt es den Ausdruck hier auch nicht, dafür klingt “goat in its blanket” umso lustiger.
Allerdings ist es hier deutlich einfacher einen sozusagen Jagdschein zu bekommen und es ist auch nicht verboten selbst zu schlachten, während das in Deutschland soweit ich weiß nur Kleintiere (Hasen etc) einschließt.
Wie dem auch sei, wir haben so ziemlich den ganzen Tag die Ziege gehäutet und zerlegt und es war sehr spannend.
Zwischendurch gabs Kaffee und Bier. Und da wir die Apfelbaumäpfel verwerten wollten, kochten wir einen Riesenpott Apfelmus. Da wir ja schon Apfelmus hatten, habe ich dann karamellisierten Spitzkohl und Kartoffelpuffer (hier Hash Browns) dazu gemacht. Hat angeblich gut geschmeckt. Jetzt wissen Menschen hoffentlich, dass man mit Weißkohl nicht Krautsalat oder Sauerkraut machen muss, wenn man deutsch ist… hihi
Jacobs Vater hat uns viele Dinge gezeigt, da er selbst Jagd, allerdings normalerweise Reh und wir haben alle gewollten Organe (Herz, Leber, Nieren) gerettet und es glücklicherweise geschafft nichts ungewolltes stinkendes aufzuschlitzen. So ein spannendes Messer ist das, was man da braucht!
Häuten ist echt spaßig und deutlich einfacher, als ich dachte.
So haben wir uns natürlich zu später Stunde (man muss ja ein paar Stunden warten, nachdem die Ziege geschlachtet wurde) noch ans Hirn gemacht. Klingt lustig, wars aber auch! Also erst Kopf häuten, was echt viel zu lange gedauert hat und dann Zunge rausschneiden – wie das geht wurde mir netterweise schon beigebracht (danke Schelle, das wär sonst anstrengend geworden!) und die winzigen Bäckchen retten. Aber ja, wie kommt man an das Hirn? Es war bestimmt nicht der richtige Weg aber mit verschiedensten Mitteln haben wirs irgendwie geschafft. Wer jetzt noch nicht angeekelt und kein Koch ist, bitte melden. Interessehalber.
Nagut, weiter gehts. Danach fuhren wir zu Jacobs Arbeitsplatz und zerlegten die Teile nach bestem (Un)gewissen, womit ich meine, dass wir beide einfach zu wenig Erfahrung mit ganzen, normalgroßen Ziegen haben (ich hatte mal ein Zicklein, Danke Schelle!) – aber durchaus ein Gewissen.
Ich bin sehr gespannt auf den Tag an dem mir jemand erklärt, wie unsinnig wir Peter zerlegt haben. Etwa so unsinnig, wie die Photos die dabei enstanden wahrscheinlich.
Zum Schluss ist noch zu sagen, ich freu mich auf die weitere Peterverarbeitung und nein, es riecht durchaus nicht ziegig! Ich glaube aber Peter war auch noch ziemlich jung.
Also jetzt bleibt nur noch Jacob zu danken für die reichhaltige Erfahrung, die mir/uns die Ziegenzerlegung brachte, sowie fürs Familie kennenlernen. Ich hatte mal wieder einen sehr schönen Tag