Loading...
X

Regional Lunch

Wir ich bereits erwähnte, ist meine Volunteer Work Aushelfen im Hiersteiner Child Development Center. Ich helfe Farmer Dave und Gardener Dave den Kindern zu erklären, wo die Pflanzen herkommen und wir pflanzen auch neue Gemüse und ernten mit den Kindern gemeinsam, lesen Geschichten und so weiter.

Mit den Erträgen des greenhouses hat Chef Smith (Farmer Dave) dann ein Lunch für wichtige Leute arrangiert.

Das war sehr spannend und lecker. Die Schüler seiner “Local Foods” class mussten ein Lunch-Buffet mit Vorspeisen, Hauptgang und Dessert krerieren, dass ausschließlich aus regionalen Produkten bestand. Mit anderen Worten: Es gab regionales Salz, aber keinen Pfeffer. Die meisten Dinger kamen vom Kindergartengewächshaus, aber außerdem brachten auch einige seiner Schüler Produkte, denn es sind nicht ausschließlich Kochauszubildende sondern auch Agriculture-Apprentices darin, die selbst verschiedene Dinge anbauen. Eingeladen waren unter anderem Journalisten, Publisher von Magazinen, eine Mangerin von Whole-Foods, Abteilungsleiter des Colleges, die im Zusammenhang standen und eben Leute, die lokal produzieren. Zum Beispiel der Bäcker, der sein wundervolles Brot brachte. Es hieß Sauerteigbrot und war unglaublich lecker – dennoch ist es hier wohl unmöglich an ein dunkles Brot ranzukommen, das nicht mit Molasse gefärbt ist oder gar Schwarzbrot. Das Brot war dennoch mit Abstand das Beste, das ich bis jetzt hier hatte, auch wenn es noch nicht ansatzweise so sauer, fest, krustig oder dunkel war, wie ich es gerne hätte. Sauerteigbrot heißt hier auch glaube ich was anderes als in Deutschland. Schien allerdings schon ungewohnt sauer für einige der Gäste zu sein.

Entschuldigt meine langen Ausschweifungen über Brot – ich hätte nie geglaubt, dass ich es je so sehr vermissen könnte! Denkt an mich, wenn ihr das nächste Mal in euer Brot beißt und genießt es ein bisschen für mich mit!

Zurück zum eigentlichen Thema. Es war also eine große Ehre für mich eingeladen zu sein, ich mach ja nichts, was ansatzweise so wichtig ist, wie alle anderen – und ungewohnt für mich, ich hätte auch ganz gerne gekocht. Chef Smith’s Ziel war es, dass beim Essen Studenten und Gästen gemischt zusammensitzen und reden und über Local Food’s reden und Ideen austauschen. Das hat wirklich gut geklappt und alle waren sich einig: Es war sehr leckeres Essen.

Das war letzte Woche, diese Woche haben wir den Kindern fried green tomatoes gemacht und dazu ein paar organic Birnen geschnitten. Grüne Tomaten essen ist so gesehen, ein amerikanisches Gericht. Es sind geschnittene Tomaten, gewürzt, in Mehl, Ei und Cornmeal/Polenta paniert und dann gebraten. Man nimmt diese Tomaten, weil der Sommer vorbei ist und sie nicht reifer werden. Maisgries hat eine starke Süße an sich und passt sehr gut. Ich mag das sehr gerne und natürlich habe ich mir kleine Tomate-Birne-Tomate-Sandwiches gebastelt. Sehr sehr gut!

Außerdem kann ich allen den Film “Grüne Tomaten” nur empfehlen, die ihn noch nicht kennen, auch wenn da jetzt kein besonderer Zusammenhang zum Thema besteht.

Es war sehr spannend die kleinen Kinder zu beobachten, je älter sie wurden, desto eher haben sie die Tomate probiert und gemocht. Dennoch gab es natürlich nur sehr wenige Kinder, die die Tomate der Birne vorzogen, aber es gab sie. Es geht nicht darum, allen Kindern zu sagen, sie müssen grüne Tomaten essen – es ist ohnehin für Kinder natürlich bittere/saure Dinge nicht zu mögen und das ist auch gut so, sonst würde sie ganz schön früh mit Kaffee und Bier anfangen – es geht darum, sie für verschiedene Geschmäcker zu sensibilisieren und sie werden sich später einmal daran erinnern, dass sie schonmal grüne Tomaten gegessen haben und es wieder probieren. Außerdem hat Farmer Dave erzählt, dass tatsächlich einige Eltern zu ihm kommen und sagen, dass ihr Kind bei ihm im Gewächshaus Dinge probiert, die es zu Hause nicht anfassen will. Wie Erbsen, Tomaten oder Karotten.

Das ist zwar Schade einerseits, aber ein großer Erfolg andererseits.

Soviel zu meinen Kindergartenstudien! Grüne Tomaten sind lecker!