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Lawrence

Das ist die “Studentenstadt” neben Kansas City. Denn dort findet man KU – Kansas University  – welche wohl eine ziemlich gute Uni ist, gerade im Verhältnis Preis-Leistung.

Aber darüber weiß ich zuwenig um mehr zu sagen. Für mich scheint hier jede Bildungsmöglichkeit unglaublich teuer zu sein.

Es war ein sehr schöner Tag mit Greg und Beth, der sehr viele Erinnerungen hervorgerufen hat, denn die beiden haben hier studiert und sich kennengelernt! Ich hatte das große Glück ganz viel über Studentenverbindungen zu lernen – ich kenne sowas genau genommen nur überhaupt aus dem sehr lustigen Buch “Fool on the Hill”, dass ich mehr als einmal meinem Vater aus dem Regal gestiebitzt habe. Und von meiner verzweifelten WG-Suche in München, in der ich immer wieder auf Burschenschaften stieß.

Hier ist es jedenfalls etwas ganz normales und als ich Greg und Beth fragte, was sie denken wie viele Leute eine Studentenverbindung angehören sagten sie, wahrscheinlich so 10%.

Als scherzhafte “Beleidigung” sind alle anderen dann GDIs (Goddamn independents). Das würde mir doch viel besser gefallen!

Um so einer Bruderschaft/Burschenschaft “Fraternity” oder Schwesternschaft “Sorority” anzugehören muss man 3 Partys mitmachen. Man wird zur ersten nur überhaupt eingeladen, wenn man sich dafür bewirbt, wozu man allerhand Empfehlungen und so benötigt. Oder wenn man jemanden Verwandtes hatte in dieser Verbindung. Zur zweiten werden dann weniger eingeladen und zur dritten noch weniger… also wie ein Casting. Dann entscheiden die Verbindungsmitglieder wen sie am liebsten haben wollten und jedes Jahr können (ich weiß nicht genau) 30 Leute einen Platz dort kriegen. Und dann suchen die eingeladenen sich eine Verbindung aus.

Ich habe noch nicht ganz verstanden, wie das mit dem Geld läuft, ob es teurer ist allein zu leben oder in einer Verbindung. Aber abgesehen von der Gemeinschaft hat man natürlich noch andere Vorteile in der Verbindung, wie gemeinsame Aktivitäten und dieses riesige wunderschöne Haus in dem alle zusammenleben und Essen und ich weiß nicht, was noch.

Jedes “Haus” steht auch für bestimmte Eigenschaften und wenn man in das und das Haus kommt, ist es quasi besser als da und dahin eingeladen zu werden. Es hat mich ein bisschen an Harry Potter erinnert – nur da bekommt garantiert jeder ein Haus. Hier kann das glaube ich schon sehr diskriminierend sein, wenn man unbedingt irgendwohin will oder familiären Druck hat und dann gar nirgendwohin eingeladen wird oder nicht dahin, wo man zugehören wollte.

Beth Sorority steht für sich Sozial engagieren und Intelligenz (=gute Noten). Da musste ich doch glatt an Hermine denken.

Der Name ihrer Verbindung ist: KAO (Kappa Alpha Omega)

Beth traf eine alte Schülerin von ihr, die nun offensichtlich dieser Verbindung angehört und in KU studiert. Wir hatten das große Glück, dass wir hineingehen durften und uns umsehen. Es war wirklich beeindruckend schön.

Danach ging es in die Stadt Lawrence und ich hab mich deutlich mehr an Leipzig und Kassel erinnert gefühlt. Es ist sehr viel lebhafter dort und die Cafés und Restaurants und Läden sind eben viel studentischer und gewohnter für mich. Sogar das Essen, das in den Restaurants angeboten wird ist so viel mehr, was ich mag und kenne. Beth probierte zum ersten mal etwas ganz Neues: Gnocchi mit Gorgonzolasauce, Pilzen, Kresse und Feige. Es hat ihr sehr gut geschmeckt.

Es gibt haufenweise Second-Hand-Shops (das sagt hier übrigens niemand, es ist “Thriftstore/-shop”) und ich habe mir wahllos CD’s, zwei Pullover und haufenweise Postkarten gekauft.

Währenddessen fand der Color Run statt! Hätten wir das gewusste, wären wir mitgerannt. Das ist die absolut beste Idee zu rennen, die ich mir vorstellen kann. Alle hatten dieses coole T-Shirt und Stirnband und wurden während des Rennens mit Farben beschmissen. Abgesehen davon ging es auch nicht wirklich darum, erster zu sein oder sowas. Es rannten wirklich alle mit, kleine Kinder, Alte, bestimmt auch Leute mit Krücken – aber ich hab leider niemanden gesehen. Denn das Ziel ist einfach nur glücklich zu sein und Spaß dran zu haben. Die Photos erklären alles, denke ich. Coole Sache – hätte sogar mich zum Rennen gebracht. Wer mehr lernen will:

http://thecolorrun.com/

Zum Abschluss sahen wir ein Theaterstück, das natürlich von Studenten aufgeführt wurde. Es war zwar leider nicht wirklich gut, aber dafür ganz gut gespielt und unterhaltsam und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, einfach mal wieder ins Theater zu gehen!

Ich habe sehr viel über das amerikanische Uni-Leben gelernt und das ist wirklich sehr interessant. Das war ein sehr schöner langer Tag und wir hatten traumhaftes Wetter noch dazu.