#7 Soccer, Schule, aber wo ist mein Auto?!
27. August 2014
Ok, also ich mache es weiterhin spannend, denn der Auto-Beitrag und mein Behörden verfluchen muss sich noch etwas gedulden. Das Auto ist nach wie vor gekauft, steht aber bis heute noch nicht auf dem Hof. Warum? Wegen eines unseriösen Autohändlers? NEIN! Das habe ich ganz allein den Behörden der Vereinigten Staaten zu verdanken – dazu aber, hoffentlich, beim nächsten oder übernächsten, oder überübernächsten Eintrag mehr. Egal. Ich werde berichten.
Nun ist wieder eine Woche rum. Am Montag hatte ich endlich mein erstes Soccer Practise. Nachdem ich
die erfoderlichen “Physical Forms” beim Athletic Director abgegeben habe, durfte ich zumindest trainieren. Spielen darf ich – dank der geliebten Behörden – leider immer noch nicht. Nun ja. Zurück zum ersten Training. Es hat in Strömen geregnet, ein richtiges Gewitter, weswegen wir ca. 30 Minuten Pause machen mussten. Trotz des Regens war das Training sehr cool. Der Coach hat mich gleich einmal komplett mit 6 Team-Shirts ausgestattet. Im Vergleich zu Deutschland ist das Training, hmmmmmm, sagen wir einmal ANDERS. Es wird ziemlich professionell aufgezogen. Wir haben eine eigene Physiotherapeutin, werden in Minivans zum Training kutschiert, uns wird ein rießen Stadion nur zum trainieren gestellt, anders eben. Gespielt wird hier so gut wie immer auf Kunstrasen, meiner Meinung nach eine ziemliche Umstellung – Rasen gefällt mir definitiv besser – aber nun gut. Ich war schon lange nicht mehr so k.o. nach einem 1.5 stündigem Training. Dank des WM-Titels der Deutschen Nationalmannschaft liegt die Erwartungshaltung an mich komischerweise ziemlich hoch – na toll, vielen Dank. Entweder haben meine Mannschaftskameradinnen, die übrigens sehr nett sind und mich gleich überall integrieren, eine komplett andere Vorstellung von Fitness oder meine Fitness ist doch nicht ganz so am Boden wie ich vermute. Nachdem Training, also der Zeitpunkt als wir alle fast vom Platz gekrochen sind, meinte ich nur “I’m sooo out of shape” (zu deutsch: Meine Fitness hat quasi ihren Nullpunkt erreicht), bekam ich von einigen zu hören “You’re crazy, you’re a beast”. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, die Amis müssten wohl doch eine komplett andere Vorstellung von Fitness haben. 😉
Am Dienstag ging es dann das erste Mal zum College – Orientation Day. Nach einem kurzem Meeting mit meiner überragenden Collegecoordinatorin Kelly und dem anderen Austauschstudenten aus Nordirland, ging es weiter zum Orientation Day der “richtigen” Studenten. Im Grunde genommen war das ein Tag (10:00 – 18:00 Uhr) mit wahnsinnig viel Input, Informationen, etc.
Einen Rundgang von Ashley, der Gehilfin von Kelly, und eine eigene College ID Card haben wir auch noch bekommen. Meine Kurse beginnen allerdings erst nächste Woche.
Springen wir weiter zu Freitag, nächstes Fußballtraining. Aktuell trainieren wird 4x die Woche. Wie gesagt, es ist anders als in Deutschland. 😉 Am Nachmittag hatte Noah ein Football-Testspiel, zu dem wir alle gefahren sind. Hier regnete es übrigens mal wieder wie aus Eimern. Der Abend endete dann mit Xbox spielen. Fifa. Alex kann immer noch nicht glauben das er ständig gegen mich verliert. Langsam gehen ihm die Ausreden aus. 😉
Samstag ging es dann ab zum shoppen. Lisa fuhr mit Nina und mir zum Bakery Square wo unsere Shoppingtour startete. Weiter ging diese dann in Shadyside, wo am gleichen Tag eine Art Kunstausstellung mitten auf der Straße stattfand. An beiden Orten gab es ein paar sehr coole Läden wie z. B. Anthropologie oder Banana Republic. Nachdem wir die Tüten kaum noch schleppen konnten, brauchten wir für den Weg zurück zum Auto noch Wegzehrung. Der Shish Kabob (= Eine Art Fleisch am Spieß) Stand kam uns da gerade Recht. Danach ging es nochmal zurück zum Bakery Square um dort etwas zu Mittag zu essen und dann noch schnell ab zu Heather, eine Freundin die sich mit ihrem französischen Laden selbstständig gemacht hatte. Sie verkauft verschiedene Olivenöle, Balsamikum, etc.
Eigentlich müssten wir schon längst zu Hause sein, denn um 18:00 Uhr sind wie auf einer Poolparty eingeladen. Wie gesagt – EIGENTLICH. Ich erinnere mich an Nina’s Satz von vor ca. 2 Wochen “wir sind immer und überall zu spät dran, egal was, egal wo” – wie recht sie doch hatte. Um 22:00 Uhr waren auch wir dann endlich auf der Poolparty.
Ok, weiter im Programm. Am Sonntag ging es wieder ab in die Kirche. Nach dem Gottesdienst trafen wir uns noch kurz mit dem Opa, der mich mittlerweile als seine Enkelin bezeichnet – warum auch nicht.
Lang konnten wir allerdings nicht bleiben, da Lisa sich auf den Weg nach Kalifornien machen musste – Geschäftsreise. Nachdem sie die Behörden mittlerweile mindestens genauso gern hat wie ich, und es scheinbar noch weniger abwarten kann bis mein Auto endlich in der Garage steht, hat sie mir einfach mal ihr Auto zur Verfügung gestellt. Ihr wisst ja, keine Ahnung von Autos. Also fragt mich nicht welches. Volvo. Groß. Weiß.
Nach der Schlüsselübergabe machten Nina und ich uns auf nach Oakland. Trafen ihre Freundin. Gingen Thai essen. Und danach? Danach war wieder mal “Kino” angesagt. Die Locations sind einfach wahnsinnig cool. So sind wir dann zum Flag-Staff gefahren, mit Aussicht auf die Cathedral of Learning (der rießen Turm) – naja eigentlich generell eine super Aussicht. Hier wurde eine Leinwand aufgebaut. Jeder brachte Stühle oder Decken mit und durch den Anstieg des Berges hatte man einen natürlichen Kinosaal geschaffen – wahnsinns Location, die aber nicht an das stillgelegte Stahlwerk rankommt. Es lief “Cloudy with a chance of meatballs 2”, ein Kinderfilm, aber egal welches Alter er ist definitiv zu empfehlen.
Montags machten Kirsten (24, die Nanny) und ich uns auf um “back to school shopping” mit Noah und Alex zu gehen. Während ich Alex mit seinem geliebten Subway ruhig gestellt hatte, musste Kirsten Noah in Sachen Hosen beraten. Nina hatte uns gewarnt, gott sei dank wurde es allerdings nur halb so schlimm. 😉
Am Abend war dann Scrimmage (= Testspiel) time. Leider darf ich – wie erwähnt – noch nicht spielen. Gewonnen haben wir gegen das College von LaRoche aber trotzdem.
Heute ist Dienstag, 26.08.2014. Erster Schultag für mich. Nachdem ich einen Kurs abgewählt und einen anderen hinzugewählt habe, steht nun mein Stundenplan. Ich weiß nicht warum, auf jedenfall habe ich 12 Credits die alle Business Kurse oder zumindest Business bezogene Kurse sind. Nach dem 1. Schultag steht fest – es wird schwer. Sehr schwer. Im Grunde genommen ist Englisch ja kein Problem für mich, aber Muttersprachlerin bin ich deswegen noch lange nicht. Laut der Organisation war mein TOEFL (= test of english as a foreign language) Test-Ergebnis wohl “zu” gut und sie haben keine Bedenken, dass ich das nicht schaffen würde. Also gut. Schauen wir mal. Sehen wir es doch einfach mal als eine Challenge.
Meine Kurse sind:
– Business & Management
– Public Relations
– Mass Media & Society
– Legal Aspects of Business
In diesem Sinne, bis zum nächsten Beitrag. Es ist nun 23:45 Uhr hier. Morgen muss ich fürs Fußball den Beep und den Cooper Test absolvieren. Demnach heißt es nun. Good night & Sleep tight! 😉





