{"id":443,"date":"2015-05-01T05:18:31","date_gmt":"2015-05-01T03:18:31","guid":{"rendered":"http:\/\/31ppp.de\/lisa\/?p=443"},"modified":"2015-05-11T06:35:25","modified_gmt":"2015-05-11T04:35:25","slug":"we-sing-her-song","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/31ppp.de\/lisa\/2015\/05\/01\/we-sing-her-song\/","title":{"rendered":"We sing her song"},"content":{"rendered":"<p>Das erste, was ich direkt nach meiner Ankunft aus Washington D.C. im Februar gemacht habe? Nicht wie man denken w\u00fcrde: Koffer auspacken, schlafen, aufr\u00e4umen. Ne, erstmal ging es, wie schon im Dezember angek\u00fcndigt, zum Vorsingen im Kansas City Women\u2019s Chorus.<\/p>\n<p>Ich begleitete also Lara zur w\u00f6chentlichen Chorprobe und wurde direkt involviert. Hier ein Formular ausf\u00fcllen, dort Musiknoten abholen, Chorrobe beantragen und und und. Da ich die offiziellen \u201eAuditions\u201c im Januar verpasst hatte, durfte ich einfach w\u00e4hrend der Pause mit unserem Dirigent Lamar in einen separaten Proberaum und dort vorsingen. Der steckte mich dann v\u00f6llig \u00fcberzeugt zu den zweiten Sopranos und schon ging es los. Am Anfang war nat\u00fcrlich alles super neu und ich versuchte mich mit Ach und Krach ans Notenlesen zu erinnern. Lang ist\u2019s her! Dazu kam, dass ich nur eines der 17 St\u00fccke jemals vorher geh\u00f6rt hatte. Aber gut, aller Anfang ist schwer und mit der Zeit wurde es leichter und vor allem das Wichtigste: Es machte so viel Spa\u00df mit all den anderen 70 S\u00e4ngerinnen und deren unglaublichen Stimmen zu singen und langsam aber sicher auf eine b\u00fchnenreife Performance hinzuarbeiten.<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-443-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/31ppp.de\/lisa\/wp-content\/uploads\/sites\/34\/2015\/05\/Brave.m4a.m4a?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/31ppp.de\/lisa\/wp-content\/uploads\/sites\/34\/2015\/05\/Brave.m4a.m4a\">http:\/\/31ppp.de\/lisa\/wp-content\/uploads\/sites\/34\/2015\/05\/Brave.m4a.m4a<\/a><\/audio>\n<p>Hier \u00fcbrigens eine kurze Kostprobe zu Brave, original von Sara Bareilles\u00a0 (meine iPhone Qualit\u00e4t l\u00e4sst etwas zu w\u00fcnschen \u00fcbrig&#8230;)<\/p>\n<p>Jeden Montag Abend hie\u00df es also f\u00fcr 4 Stunden Chorprobe und ich hab mich noch nie so auf Montage gefreut wie in dieser Zeit. Nach einigen Wochen waren die einzelnen Musikst\u00fccke schon auf recht gutem Niveau und unser Lamar stellte zudem sicher, dass auch die kleinsten Fehler eliminiert wurden. Dann allerdings kam unser sympathischer \u201eChoreograph\u201c Dudley ins Spiel und hatte f\u00fcr fast jedes St\u00fcck eine wunderbare Idee parat, um es optisch etwas aufzupeppen. Da machte sich schnell Frust breit mit all den \u201eHands up, Down, Snap, Hands back, Hands clapping&#8230;\u201c. Vor allem die \u201eBody Percussion\u201c zu \u201eBring me little Water Sylvie\u201c war eine Herausforderung, sogar bis kurz vor den Konzerten. Doch mit seinen \u00fcberaus charmanten Anweisungen bekamen wir auch das schlie\u00dflich gebacken.<\/p>\n<p>Die Konzerte standen im \u00dcbrigen unter dem Motto: &#8220;We sing her Song&#8221; mit wundersch\u00f6ner Musik von S\u00e4ngerinnen und weiblichen Songwritern unserer Zeit. Moderatoren f\u00fcr die Konzerte waren Millie Edwards, eine bekannte Kansas City Jazzs\u00e4ngerin und Jolie Justus, die bis vor kurzem noch Senatorin f\u00fcr Missouri war.<\/p>\n<p>Eine Woche vor den Konzerten wurde es dann ernst. Es gab viele Proben nur f\u00fcr Choreographie, Licht, Kleidung und Band. Das erste Konzert am Samstag verlief nahezu perfekt und was mich wirklich \u00fcberraschte, ohne jegliche Aufregung meinerseits. Am Sonntag war dann alles ziemlich chaotisch und zudem war ich an diesem Tag ziemlich nerv\u00f6s, denn meine deutsche Familie, meine amerikanische Familie und meine Freunde sa\u00dfen an diesem Tag im Publikum. Backstage ging es auch ziemlich drunter und dr\u00fcber, denn es wurden Gruppenbilder gemacht und ich stand quasi mit halbaufgetragenem Lippenstift vor der Kameralinse, haha. Eine Minute vor Konzertbeginn packte ich dann noch mein Gl\u00e4tteisen aus und daraufhin bekam Lara einen kleinen Ausraster. Gro\u00dfes Kino, haha. Die allersch\u00f6nste Erkenntnis: Trotz gr\u00f6\u00dftem Stress &#8211; sobald wir die B\u00fchne betraten, war alles verflogen und wir hatten enormen Spa\u00df dort oben. Zwar waren wir an diesem Abend stimmlich nicht auf dem Niveau wie Samstag, dennoch klappte es diesmal besser mit all unseren Choreographien. Nach jedem Song konnte ich au\u00dferdem meine Hostmum Brenda aus dem Publikum h\u00f6ren, wie sie ein \u201eAhaa!\u201c oder \u201eGreat!\u201c in die Menge jubelte, das war s\u00fc\u00df!<\/p>\n<p>Leider war es dann auch schon fast vorbei mit allem. Eine Woche sp\u00e4ter stand jedoch noch ein letztes Projekt an: Die Aufnahme der Konzertlieder f\u00fcr die zweite CD des Kansas City Women\u2019s Chorus. Da man \u00fcber 70 S\u00e4ngerinnen nicht in ein Tonstudio packen kann, wurde einfach die Konzertb\u00fchne zu einem Tonstudio umfunktioniert. Nach sechs langen Stunden Stehen auf den Konzertstufen waren die Songs schlie\u00dflich im Kasten und eine Welle der Erleichterung machte sich unter allen S\u00e4ngerinnen breit, denn das war wirklich nochmal ein starkes St\u00fcck Arbeit.<\/p>\n<p>Schon lange kann ich nicht mehr richtig in Worte fassen, was ich hier erlebe, wie bereichernd es f\u00fcr mich ist und wie dankbar ich f\u00fcr all diese Erfahrungen bin. Ich bin regelm\u00e4\u00dfig von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen um mich herum \u00fcberrascht und ich kann nicht sagen wie froh ich bin, genau hier in Kansas City das wohl aufregendste Jahr meines Lebens zu verbringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das erste, was ich direkt nach meiner Ankunft aus Washington D.C. im Februar gemacht habe? Nicht wie man denken w\u00fcrde: Koffer auspacken, schlafen, aufr\u00e4umen. Ne, erstmal ging es, wie schon im Dezember angek\u00fcndigt, zum Vorsingen im Kansas City Women\u2019s Chorus. 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