Sebastian Popp

Karte

Auf dieser Karte könnt ihr sehen, wo ich hier in den Staaten bisher schon überall war. Die Punkte symbolisieren Städte, die ich gesehen habe (richtig gesehen, nicht nur durchgefahren). Die Staaten, in denen ich war, sind grau hinterlegt.

Dienstag 17. März 2015 - 17:09
Job
Da schwindet sie dahin, meine Freizeit. Nach einer langwierigen Jobsuche hat am 5. Januar also der zweite Teil meines Programms angefangen. Ich arbeite jetzt als Webentwickler in einer Agentur in Roswell, Georgia.
An sich wäre die Jobsuche für...

Job

Da schwindet sie dahin, meine Freizeit. Nach einer langwierigen Jobsuche hat am 5. Januar also der zweite Teil meines Programms angefangen. Ich arbeite jetzt als Webentwickler in einer Agentur in Roswell, Georgia.

An sich wäre die Jobsuche für mich hier kein Problem gewesen. Entwickler werden in der Gegend, die von einigen als neues Silicon Valley bezeichnet wird (das ist glaub ich noch ein weiter Weg), händeringend gesucht und mein Lebenslauf ist für die meisten Stellen auch absolut passend. Wenn ich dann mit dem Thema aufkomme, dass ich ja Austauschschüler bin und nur für 6 Monate hier arbeiten kann, ist das Interesse dahin. Bei meiner Suche war ich allerdings auf die “Atlanta Webdesign Group” gestoßen. Das ist ein Haufen von etwa 2000 Leuten, die irgendwie was mit Web und Atlanta zutun haben und deren Mailingliste meine Rettung war. Ende Dezember schrieb ich also eine Mail an die Liste und erklärte meine Situation. Noch am selben Tag bekam ich zig Antworten von Leuten, die meine E/Mail weitergeleitet hatten, oder mir Tipps gaben, wen ich fragen könnte. Außerdem führte ich noch am selben Tag mehrere Telefongespräche und vereinbarte zwei Bewerbungsgespräche (in den Tagen darauf kam noch mehr). Von beiden Gesprächen bekam ich positive Rückmeldungen und so entschied ich mir für die, die mir von Anfang an am sympathischsten war.

Ich wurde von Anfang an in die Projekte integriert und konnte gleich echte Probleme. Ich arbeite vor allem an Webseiten großer nationaler Firmen. Obwohl die Firma hier wahrscheinlich eher nicht ein Musterbeispiel einer amerikanischen Firma ist (mein Chef ist Brite), lassen sich schon einige Unterschiede feststellen und ich lerne jeden Tag dazu.

Mit dem Arbeitsalltag beschränkt sich meine Freizeit nun nur noch aufs Wochenende und damit fallen lange Roadtrips natürlich erst mal weg, aber die Zeit rast so schnell vorbei, dass ich es bis Juli (meinem Reisemonat) sch aushalten werde.

Donnerstag 5. Februar 2015 - 16:39

Thanksgiving

Volles Haus, jede Menge Essen und Shoppen mitten in der Nacht. Das beschreibt ziemlich gut die letzte Woche. Denn es war Thanksgiving. Hier in den USA ist das einer der wohl wichtigsten Feiertage und die ganze Familie kommt zusammen und es gibt den bekannten klassischen Truthahn. Am Mittwoch kamen der Bruder meiner Hostmum und seine Frau sowie die Eltern. Außerdem noch mein Hostbruder aus Texas mit seiner Freundin. Für insgesamt 22 Leute gab es dann einen Truthahn, Ham und zig verschiedene Beilagen. Nicht zu vergessen ein großes Sortiment an Kuchen und anderem Dessert.

Am Donnerstagabend nach dem Essen ging es dann schon mit dem weniger besinnlichen Teil der Woche los. Der berühmt berüchtigte „Black Friday” startete dieses Jahr schon um sechs Uhr abends. Mit meinem Gastbruder fuhr ich zu Walmart, um mir das Spektakel anzusehen. Verletzte habe ich zwar nicht gesehen, aber Chaos genug war da. Man kann es kaum glauben, aber dieser Tag setzt einen unglaublichem Druck aus. Man hat das Gefühl unbedingt etwas kaufen zu müssen, nur weil es ja extrem günstig sein muss. Zunächst konnte ich dem allerdings widerstehen.

Nach einer Pause zu Hause machte ich mich dann mit ein paar Freunden noch mal auf zur nahegelegenen Outlet Mall. Das war das Erste und (hoffentlich) auch das letzte Mal, dass ich um drei Uhr in der Nacht shoppen war.

Am nächsten Morgen machte sich dann die ganze Familie wieder auf Schnäppchenjagd. Meine Ausbeute: Eine Hose, Schuhe, einen Gürtel und einen Pullover. Alles supergünstig versteht sich.

Für den Freitagabend war dann Six Flags mit der ganzen Familie angesetzt, der jetzt über Weihnachten wieder geöffnet hat und mit ganz vielen Lichtern bunt geschmückt ist.

Montag 1. Dezember 2014 - 5:32

Roadtrip #5 | Texas

Nach Texas sind wir schon um 19:30 aufgebrochen, um die 12 Stunden Fahrt in der Nacht abzuhaken und Houston am nächsten Morgen zu erreichen. An sich ein sehr guter Plan, der allerdings auf etwa halben Weg zerstört wurde. Während der Fahrt war auf einmal die Luft raus. Der Reifen war platt und wir mussten auf dem Seitenstreifen den Ersatzreifen montieren. Soweit kein Problem. Nach keiner halben Stunde waren wir „back on the road”. Dreißig Minuten später hörte das Auto dann auf Gas zu geben, und nachdem wir wieder auf dem Seitenstreifen standen, konnten wir den Motor nicht wieder anbekommen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als das Auto abschleppen zu lassen. Dort im Nirgendwo, wo wir gelandet waren, hatte aber um drei Uhr nachts keine Werkstatt auf. Also blieb uns nichts anderes übrig als im Auto etwas zu schlafen und auf den nächsten Morgen zu warten. Zum Glück war nur eine Schraube locker, sodass wir uns schnell wieder auf den Weg machen konnten. In Houston besuchten wir eine Freundin und machten uns zusammen auf zu Moody Gardens auf Galveston Island. Dort gibt es in einer Glas-Pyramide mit einem Regenwald, einem Aquarium, 4D-Kino und weiteren Attraktionen. Houston Downtown, das wir am nächsten Tag besichtigten, ist leider nicht so spannend. Viel Mehr als Büros gibt es dort nicht zu sehen. Dafür war San Antonio umso schöner. Der Riverwalk mit seinen vielen Restaurants ist wirklich einen Besuch wert. Am Abend setzten mir uns dann kurz an einer kleinen Freilichtbühne hin am Riverwalk hin um die Leute beobachten, als plötzlich lauter schick gekleidete Leute kamen und vor uns auf der Bühne eine Hochzeit stattfand. Leider fing es dann an wie aus Eimern zu schütten. Wenn Regen bei der Hochzeit wirklich Glück bringt, wie man sagt, wird das eine lange, glückliche Ehe. Nächster Stopp war dann Austin. In der Nähe besuchten wir die Blue-Bell Eiscreme-Fabrik. Natürlich mit anschließender Verkostung. Letzter Halt auf unserer Tour war dann Dallas, wo am Schauplatz des Kennedyattentats ein Museum errichtet wurde. Der Rückweg verlief dann glücklicherweise reibungslos.

Fotos aus Texas gibt es hier: http://bit.ly/1y6zdDU

Montag 1. Dezember 2014 - 5:30

Roadtrip #4 | Memphis, St. Louis, Indianapolis, Cincinnati, Lexington

Fünf Städte, zehn Staaten, 1.700 Meilen (2736 Kilometer) in 4 Tagen klingt wahnwitzig, war großartig! Am Freitagmorgen machten wir uns auf die erste Etappe nach Memphis. „Walking in Memphis” stellte sich als kälter heraus, als wir gedacht haben, da wir gerade ein besonders kaltes Wochenende erwischt hatten. Nach einer kurzen Besichtigung der nicht wirklich spektakulären Stadt machten wir uns auf nach Graceland, der Villa von Elvis Presley, die etwas außerhalb von Memphis gelegen ist. Neben den Räumen, in denen er seine Gäste empfangen hat, konnte man auch seine Autos, seine Flugzeuge und nun sein Grab besichtigen.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auch schon auf nach St. Louis. Besonders „Gateway Arch” das Wahrzeichen der Stadt ist sehenswert. Später besuchten wir dann noch einen Freund, der an einem College, ganz in der Nähe studiert. Der Campus steht fast komplett unter Denkmalschutz und ist wirklich schön. Innen kommt es einem vor, man sei in Hogwarts gelandet. Als wir uns dann am Abend auf die Weiterreise nach Indianapolis machen wollten, ging es los: Vor lauter Schnee konnte man kaum noch etwas sehen und wir mussten ganz langsam fahren, bis der Schnee etwas weniger wurde.

Am nächsten Morgen ging es zum „Indianapolis Motor Speedway”. Auf dieser Rennstrecke wurde auch schon Rennen der Formel 1 ausgefahren und wir standen auf dem Siegertreppchen, auf dem schon Michael Schuhmacher und Lewis Hamilton ihre Siege feierten. Außerdem gab es noch einige Autos im Museum zu sehen und viel über die Geschichte der Rennstrecke zu lernen. Die Stadt an sich ist ansonsten von Industrie geprägt und hat nicht wirklich viel zu bieten und so fuhren wir weiter nach Cincinnati. Für die Stadt hatten wir uns viel vorgenommen, aber leider haben uns das Wetter und die Tatsache, dass Sonntag war, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Alle Attraktionen hatten geschlossen und nach unserer Stadtbesichtigung zu Fuß waren wir ziemlich durchgefroren und wir fuhren das kurze Stück weiter nach Lexington.

Am nächsten Morgen in Lexington war dann mein Auto komplett zugeschneit, und nachdem wir es vom Schnee befreit haben, machten wir uns auf in die Stadt. Die schien der Schnee ziemlich überrascht zu haben und daher war einiges geschlossen. Im Visitor Center empfahl man uns eine Bourbon Distillery zu besichtigen also fuhren wir vorbei an malerischer Landschaft durch die vielen Pferdehöfe Lexingtons zu der kleinen Distillery und konnten bei einer Führung den Herstellungsprozess des Bourbons verfolgen.

Fotos vom Wochenende gibt es hier: http://bit.ly/1x1S3HS

P.S.: Die zehn Staaten, durch die wir gefahren sind, waren übrigens: Georgia, Alabama, Mississippi, Arkansas, Tennessee, Missouri, Illinois, Indiana, Ohio und Kentucky.

Donnerstag 20. November 2014 - 6:36

Klappe, die Zweite | Kentucky

Die ersten zwei Monate mit meiner Gastfamilie liefen leider nicht so gut, wie ich mir das vorgestellt hatte. Meine Collegekoordinatorin sagte mir, dass ich mir doch einfach mal eine andere Hostfamily ansehen sollte. Sie wollte die Familie sowieso besuchen und ich sollte doch einfach mal mitkommen. Gesagt getan: Nach meinem letzten Kurs fuhr ich zu den Kimberlys, die nur gute 5 Minuten vom Campus entfernt leben. Schon nachdem ich mich verabschiedet hatte und gerade durch die Tür war, wusste ich, dass ich wechseln würde.

Kaum zu glauben, dass das nun schon einen Monat her ist und rückblickend betrachtet, war das die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Bei meiner neuen Gastfamilie ist deutlich mehr los. Ich lebe nun bei einer Mutter und ihrem 21 jährigen Sohn. Die drei anderen Geschwister sind schon aus dem Haus. Außerdem haben sie noch eine weitere 15 jährige Austauschschülerin aus Deutschland, die hier zur High School geht.

Dieses Wochenende ging es nach Kentucky, wo meine Gastschwester studiert. Das Football-Team der University of Kentucky spielte gegen das der University of Georgia, von der meine Hostfamily fan ist. Das Spiel am Samstag begann um 12 Uhr, aber der Tag begann schon früh mit dem klassischen „Tailgating”. Das ist im Grunde nichts anderes als Picknicken auf dem Parkplatz vor dem Spiel. Interessant ist, dass im Gegensatz zur deutschen Fußball-Kultur Fans unterschiedlicher Mannschaften direkt nebeneinandersitzen ohne, dass eine Wand aus Polizisten nötig ist.

Das eigentliche Spiel besteht aus vier Vierteln von jeweils 15 Minuten. Durch die vielen Pausen zieht sich die ganze Angelegenheit auf 4 Stunden hin und vielleicht sollte ich erwähnen, dass Kentucky nicht Atlanta ist und es daher schon recht kalt (etwa 7°C) war. Endlich fand meine Winterjacke mal Verwendung. Nach dem Spiel waren alle ziemlich kaputt und am nächsten Morgen nach dem Frühstück machten wir uns auf den Rückweg.

Dienstag 11. November 2014 - 3:42

Halloween

Halloween ist eine ziemlich große Sache in den USA. Mit kleinen Kindern, die herumlaufen und an Türen nach Süßigkeiten fragen, ist es hier nicht getan. Einige Hausbesitzer verwandeln ihre Heime in wahre Geisterhäuser mit jede Menge Spinnennetzen und technischem Spielkram. Aber nicht nur die kleinen dürfen sich verkleiden, sondern jedes Alter bekommt die Chance das Kind in sich herauszulassen. Ich war gleich zu zwei Partys eingeladen. Zunächst eine Generalprobe am 30. und dann eine Verbindungsparty am 31.. Für mein Kostüm habe ich Twisty den Clown gewählt. In der neuen Staffel meiner neuen Lieblings-TV-Serie “American Horror Story: Freakshow” bringt er scheinbar wahllos Leute um und hält einige Kinder in seinem zugewachsenen Bus gefangen. Da es zu so einem neuen Charakter natürlich noch keine fertigen Kostüme zu kaufen gibt, musste ich selbst ran und mir das Kostüm nähen und die Maske zurecht schneiden. Mit meinem Make-up hatte ich zum Glück Hilfe.

Freitag 7. November 2014 - 22:03

Chicago

Nächster Trip: Chicago. Dieses Mal allerdings nicht mit dem Auto, sondern mit dem Flieger. Knapp 2 Stunden Flug statt 11 Stunden Autofahrt waren dann doch verlockend. Zumal wir auch supergünstige Flüge bekommen haben. In Chicago konnten wir bei der Gastfamilie einer anderen Teilnehmerin des PPP übernachten.

Gleich nach der Landung am Morgen, ging es in die Stadt und zum Navy Pier, von wo aus man eine Bootstour über den Chicago River machen konnte. Quasi eine Stadtrundfahrt auf dem Wasser, auf der wir viel über die Architektur der Stadt lernten. Anschließend erkundeten wir noch eine Weile zu Fuß die Stadt, bevor wir uns auf den Weg nach Hause machten. Am späten Abend ging es dann noch ins Kino. „John Wick” hat zwar keine besondere Story, überzeugt aber mit verdammt coolen Bildern. Wer sich den Film in Deutschland angucken möchte, muss allerdings noch bis Januar warten.

An unserem zweiten Tag in Chicago ging es an den Lake Michigan und in den Lincoln Park, der auch einen Zoo beinhaltet. Für den Abend war an diesem Tag ein Konzert geplant. Wir passten zwar nicht so ganz ins Publikum (hauptsächlich schwarz gekleidet) und die Musik war nicht ganz so meins, aber es war trotzdem lustig.

Unser letzter voller Tag begann mit einem Besuch in der Willow Creek Church. Schon auf dem Parkplatz hätte man ahnen könne, was einen erwartet. Das Gebäude sieht eher aus wie ein Stadion, als wie eine Kirche und verfügt neben einer Cafeteria, auch über eine Autowerkstatt und Kleidungsläden für Bedürftige. Nahezu der ganze Keller war für die Kinderbetreuung vorgesehen, bei der man mit iPads eingecheckt wurde. Der Gottesdienst begann dann wie ein Pop-Konzert mit einer Band, gefolgt von der Predigt.

Nach der Kirche machten wir uns auf zum Willis Tower in Chicago. Dem höchsten Gebäude der Stadt, das ganz oben über Glaswürfel verfügt, die einem das Gefühl geben sollten, frei über Stadt zu schweben. Zum Mittag wurde das Touristenprogramm fortgesetzt und eine typische Chicago Style Pizza bestellt. Die ist ca. 5cm dick und braucht 45 Minuten, um zubereitet zu werden, schmeckt aber auch äußerst lecker. Danach entschieden wir, dass wir von der Stadt genug gesehen hatten und entschlossen uns den Tag mit Bowling ausklingen zu lassen.

Am nächsten Morgen mussten wir dann auch leider schon wieder zum Flughafen und die Heimreise antreten. Alles in allem ein sehr gelungenes Wochenende. Vokalem hatten wir auch Glück mit dem Wetter: Temperaturen um die 17 °C sind dort um diese Zeit eigentlich eher unnormal, für uns verwöhnte Südstaatler aber natürlich gerade noch so annehmbar.

Mehr Fotos gibt es hier: http://bit.ly/1vkWOM3

Dienstag 28. Oktober 2014 - 5:18