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#35 March Madness

March Madness, nennt man eigentlich das Tunier in der NCCA Basketball (Collegebasketball) League, dass aus 64 Teams besteht und in verschiedenen Staedten ausgetragen wird. Pittsburgh war dieses Jahr eine dieser Staedte. Jeder, wirklich jeder redet hier von „March Madness“ , es gibt Wett-Pools, etc. etc. etc. Also wirklich MADNESS (= Wahnsinn).
Natuerlich, wie haette es auch anders sein koennen, haben wir aber nebenbei noch unsere ganz persoenliche March Madness:

Skifahren:

Skifahren war ich hier nun tatsaechlich in 3 Monaten oefter als in den letzten ca. 10 Jahren. Die Ski Saison haben wir also Anfang Maerz im Peek n Peak Ski Resort in New York State ausklingen lassen. Die Khoreys waren durch Lisa, Alex, mich und Tru (Alex‘ Kumpel) vertreten, dann waren da noch die Abers und natuerlich Sebastian, ein weiterer Teilnehmer des PPP’s der in Michigan platziert ist. Das Haus, das wir uebers Wochenende zur Miete hatten, war mit 3 Schlafzimmern, ca. 5 Badezimmern, 2 Kuechen, Balkon, Kamin, Airhockey Platte und eigenem Ski- und Snowboardraum riesig. Schnee gab es auch mehr als genug und das Wetter war perfekt. Dort verbrachten wir also ein rundum gelungenes und richtig cooles letztes Skiwochenende (wer weiss ob es bei Lisa’s Planungen tatsaechlich das letzte Skiwochenende bleibt 😉 ).

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 Das Fasten:

Auch hier began die Fastenzeit. Fuer Lisa und Nina war klar das bedeuted kein Fleisch; keine Schokolade. Noah hat sich gegen das Fasten entschieden, bei Alex sah das Ganze so aus:

Er: „Ich faste dieses Jahr nicht, naja ok das Katholiken-Ding kann ich schon durchziehen“
Lisa: „Das ist ja aehnlich dem wie wir fasten“
Er: „Achso, dann faste ich nur Freitags“
Am Freitag hat er dann erstmal nen Burger verdrueckt auf den wir ihn hingewiesen haben, daraufhin meinte er „Ok ich mach die Attkins Diaet (nur Fleisch)“

Letztendlich hat er sich natuerlich komplett gegen das Fasten entschieden. Und ich? Nun ja. Ich habe versucht auf Schokolade zu verzichten. Das hat auch ganze 2 Tage geklappt. Ploetzlich war da dieser Brownie, den ich gegessen hatte um dann festzustelle auch das ist Schokolade… Naja, ich habe den Brownie einfach in die Kategorie „Kuchen“ und meinen Kaba in die Kategorie „Milch“ geschoben. Trotzdem blieb es beim Versuch zu Verzichten; mein Chef hat mich zum Schokolade essen „gezwungen“ und meine andere Chefin meinte „verzichten macht uns nur ungluecklich, das wollte Jesus sicher nicht“ aaaalso, her mit der guten Schokolade 😉

Unser Driveway:

Ja, das war wohl wirklich die absolute Madness. Den ganzen Winter ueber hatte niemand den Driveway freigeschaufelt wenn es geschneit hat. Naja, einmal kam unser Gaertner mit einem riesen Schneepflug, ziemlich am Anfang des Winters, aber das wars dann auch schon. Im Nachhinein eine dumme Idee, denn was wird aus Schnee? Richtig! EIS! Unser Driveway bestand also aus purem Eis. Die Autos kamen schon lange nicht mehr bis nach oben, und wenn sie oben waren beschlossen sie einfach selbst rueckwaerts wieder hinunter zu rollen. Als Noah das Auto in der Einfahr geparkt hatte ohne die Handbremse anzuziehen, sah Lisa dieses nur noch langsam alleine hinunterrollen; erst die Einfahrt runter; dann quer ueber die Strasse waehrend es fast unseren Briefkasten umgefahren hatte; und dann? Ja dann kam es Gott sei Dank durch Lisa’s Sprinteinlage zum Stehen, denn nach dem Briefkasten folgt eine tiefe Boeschung in deren Tiefen dann ein Highway ist. Nach dieser Aktion hatte Lisa dann beschlossen, am Sonntag faellt die Kirche aus und es wird Driveway freigeschaufelt. Wir haben zu 4. auf sie eingeredet denn wir wussten das war fast unmoeglich. Aber sie hatte sich das eben in den Kopf gesetzt. Noah hatte sich ganz schnell ausgeklingt und ging erstmal shoppen; Nina war der Meinung sie ist ein Maedchen sie muss das nicht machen; Alex und ich waren leider zu langsam und schon hatten wir beide eine Schaufel in der Hand. Glaubt mir ein Eispickel waere sinnvoller gewesen.

Nach ca. einer Stunde Arbeit konnten wir beide jeweils ca. 10 Quadratzentimenter eisfreie Flaeche vorweisen. Das war natuerlich zu wenig, also versuchten wir es mit heissem Wasser. Nachdem wir halb Wallnut Woods ueberflutet hatten aber unser Driveway immer noch aus einer ca. 20 cm (ungelogen) dicken Eisschicht bestand beschloss Lisa irgendwo Salz aufzutreiben. Tja, das war ihre Aufgabe fuer den Winter – Salz besorgen. Nachdem wir mit allem ja immer zu spaet dran sind, hatten wir versucht Salz aufzutreiben obwohl es in ganz Pittsburgh ausverkauft war. Sehr schlau, achwas… Einige Telefonate spaeter ueberreichte sie Alex und mir eine mysterioese Adresse irgendwo im Nirgendwo von einer Farm, wo wir „Calcium Chlorid“ besorgen sollten. 1 Stunde spaeter kamen wir dann wieder zu Hause an mit einem 25 kg Sack purer Chemie im Gepaeck.
Die kompletten 22 kg haben wir dann komplett verteilt, und tatsaechlich das Eis ist etwas geschmolzen – nicht komplett aber es war definitv etwas leichter die dicken Eisbrocken rauszuhacken und zu entfernen. Mittlerweile hatte auch Nina eine Schaufel in der Hand, und Noah? Der wurde losgeschickt um die naechsten 25 kg pure Chemie zu besorgen.

7 Stunden und 50 Kilo Calcium Chlorid spaeter erstrahlte unser Driveway in neuem Glanz. Waehrend die Einfahrten der gesamten Nachbarschaft mit perfekten Schneebergen an den Seiten glaenzte, lagen neben unserer Einfahrt nun dicke fette haessliche Eisbrocken.

Und die Moral von der Geschicht? Den Schnee schippen wir wahrscheinlich auch beim naechsten Schneefall nicht! 😉

Der Sport:

Den gibt es immer noch. Zwar spiele ich nicht mehr an der Uni oder mit dem EY Team, aber ich konnte ein neues Mixed-Team finden – naja besser gesagt sie haben mich gefunden, d. h. der Sport ist auch fuer die Fruehjahrs Saison abgedeckt. Ausserdem coache ich ja nun eine U14 Maedchenmannschaft von Pittsburgh Dynamo. Naechstes Wochenende werde ich evtl. die Schlittschuhe fuer ein Eishockeyspiel schnueren. Mein erstes College Basketballspiel habe ich bei Duquesne University vs. Davidson nun auch gesehen. Es war ein knappes Spiel bis Noah und ich (viel zu spaet natuerlich) auftauchten, ab da ging es dann bergab fuer Duquesne und sie verloren mit 30 Punkten unterschied. In Sachen Sport ist also immer etwas los – und dann ist bei meiner aktuellen Ernaehrung auch gut so…. 😉

 

Die Arbeit:

Hier hat sich auch einiges getan. Fuer letzte Woche habe ich mit Paul zusammen einen Event fuer die Firma Astrobotic geplant. Astrobotic hat aktuell den Google XPrize gewonnen und wird voraussichtlich 2016 einen Roboter auf den Mond schiesen der dann Videomaterial mitzurueck bringen soll. Dabei werden sie u. a. von der DLR (Deutsche Luft- und Raumfahrt) unterstuetzt. Der Event war also ein Empfang der Delegation der DLR in Pittsburgh. Es sollte nicht all zu gross werden, Paul und ich haben allerdings eine Liste von ca. 70 Leuten zusammengestellt von denen ca. 50 tatsaechlich erschienen sind. Unter den Gaesten waren natuerlich die Delegation der DLR, Astrobotic selbst, Uni Professoren, Firmenbosse und Geschaeftsfuehrer von Bayer, Lanxess, World Affairs Counsel, etc. und Politiker wie State Senatoren, Executives und der Buergermeister. Naja, und dann war da noch ich, denn Paul wollte unbedingt das ich auch dabei bin. Was sollte ICH denn bitte diesen Leuten erzaehlen? Politik? Eh nein! Die Wirtschaftslage? Nope! Aaahhh… Naja, keine Ahnung – da bleibt nur die Hakuna Matata Einstellung. Wie das geht? Ganz easy. Lachen, lachen und eh lachen; zustimmen, zustimmen und noch mehr zustimmen UND einfach ueber Sport quatschen, denn das kommt v. a. in Pittsburgh sowieso gut an. So habe ich mit den State Senator ueber die bevorstehende Baseball Saison gequatscht, mich als Steelers Fan beim Buergermeister geoutet und mit dem Herren von Bayer ueber den Deutschen Fussball philosophiert. Dr. Gruppe von der DLR beneidet mich um mein Englisch und verfolgt offensichtlich die Champions League, auch wenn er sich zu keiner Mannschaft bekennen wollte. Networking, was in den USA quasi das A&O ist, kann ja so einfach sein… 😉

Im April geht es dann weiter, denn dann ist es endlich so weit – wir koennen die German-American Chamber of Commerce in Pittsburgh endlich offiziell eroeffnen. Wo das ganze stattfindet wissen leider noch nicht, dass ich dort aber vllt. Dan Rooney, den Besitzer der Pittsburgh Steelers und ehemaligen irischen Botschafter kennenlernen kann, ist alles andere als ausgeschlossen. Bis dahin ist es aber noch ein riesen Stueck Arbeit, die allerdings wahnsinnig spannend ist und viel Spass macht.

 

Maroon 5 Konzert:

Definitiv ein weiteres Highlight dieser Woche. Lisa hatte schon laenger erwaehnt, dass sie und Aunt Lynn Tickets fuer das Maroon 5 Konzert haben. Spontan hatte sie Nina und mir noch zwei Tickets besorgt. Fan hin oder her, Adam Levine und seine Band machen richtig gute Musik – und im nachhinein muss ich sagen LIVE noch viel besser als im Radio. Ein Konzert lohnt sich also auf jedenfall wenn ihr die Chance bekommen solltet. 😉

 

St. Patrick’s Day:

Deutsche benutzen das Oktoberfest um sich sinnlos zu betrinken, dafuer gibt es bei den Iren St. Patrick’s Day. Pittsburgh hat noch vor Boston und Chicago den groessten Teil an irischer Bevoelkerung, aber auch jeder Nicht-Ire feiert diesen Tag. Die ganze Stadt traegt gruen, eigentlich ist so ziemlich alles gruen – in Chicago wird sogar der Fluss gruen gefaerbt. In Pittsburgh gibt es jaehrlich die groesste St. Patrick’s Day Parade in den USA, die wir – natuerlich – verschlafen hatten. Das war aber halb so wild denn es schuettete eh in Stroemen.

Die Khoreys sind zum Teil irisch, naja zumindest Lisa’s Mutter ist mit 18 Jahren aus Irland in die USA ausgewandert. Zum Abendessen gingen wir dann also typisch irisch in einen Irish Pub, wo ich dann meine erste Shepherds Pie gegessen hatte (eigentlich nur Hackfleisch mit ein bisschen Gemuesezeugs und Kartoffelbrei ueberbacken; trotzdem richtig gut). Der Irish Pub lag genau gegenueber vom Pittsburgh Hofbraeuhaus, was sich an diesem Tag mit gaehnender Leere praesentierte; dieser Tag gehoerte also ganz alleine Irland. Ausklingen liesen wir den Tag dann mit einem Frozen Yoghurt, oder FroYo wie Lisa es nennt.

 

Das war also bisher meine ganz persoenliche March Madness, staendig etwas neues und es wird verrueckt weitergehen. Naechstes Wochenende sehe ich vielleicht Spiele der richtigen March Madness und in 2 Wochen geht es schon auf nach Mexico. Es ist also immer etwas los und ich geniese meine letzten Monate in vollen Zuegen. Ja… Manchmal wuenscht man sich die Zeit wuerde nicht ganz so schnell vorbei gehen…

 

In diesem Sinne… Take it easy; Stay tuned & HAKUNA MATATA 😉

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