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#34 The Khoreys

Nachdem es hier – mal wieder – so richtig kalt wird (-13 bis -19 C) ist an frische Luft gar nicht erst zu denken. Long story short. Das heisst ich beschaeftige mich u. a. einfach mit Blogeintraegen. Da wegen der Kaelte natuerlich auch nicht wirklich viel passiert, dachte ich mir ich stelle Euch nochmal meine Gastfamilie vor. Ja, ich weiss, habe ich ja ganz ganz ganz am Anfang schon mal gemacht aaaaber ich denke es hat sich seit dem ersten Eindruck per Brief und Email einiges geaendert oder sogar beschaetigt.

Lisa, meine hostmum:

Lisa ist Executive Director bei Ernst & Young, einer riesigen Firma. Als sie vorher 15 Jahre lang bei einer nicht gerade weniger grossen Firma (UPMC) gearbeitet hatte, hat sie nebenbei auch noch den letztjaehrigen „Business Woman 2014 Award“ abgestaubt. Sie hat auf jedenfall irgendwas mit IT studiert, und obwohl wir hier zu Hause des oefteren die Technik erklaeren muessen, hat sie es in ihrem Job wohl definitiv drauf.

In ihrer Vorstellungsmail damals, hatte sie bereits erwaeht, dass sie Sportbegeistert ist. DAS hat sich definitiv bewahrheitet. Sie spielt Golf, faehrt Ski, geht zu Spinning und Cross-Fit Kursen, faehrt Rad und hat sich aktuell fuer einen (halb?) Marathon in Vancouver, Kanada angemeldet. Kanada? Wieso Kanada? Tja das bringt mich zum naechsten Punkt.

Lisa ist voellig verrueckt, im positiven Sinne natuerlich. Sie reist auf Geschaeftsreisen quer durchs Land, und will naetuerlich uns auch irgendwie an Reisen teilhaben lassen. So wird einfach mal eben ein Wochenende im DisneyWorld, Silvester in New York City oder ein 1-woechentlicher Mexiko Urlaub gebucht. Generell sind ihre Planungen die chaotischsten die ich je gesehen habe, und ihre Aktionen einfach absolut verrueckt. Beispiele?

– Auf dem Weg in die Kirche wurden 100% unserer Urlaube geplant.

– Bevor sie sich auf Mexiko festgelegt hat ging das so – Mexiko, ne doch Grand Canyon, vielleicht wieder nach Florida?, ach komm gehen wir nach Mexiko, Grand Canyon, wie ist es denn mit den Bahamas?, Bora Bora?, Ne komm Mexiko ist gut, Florida, Karibik?, Grand Canyon, OK MEXIKO!

– Fuer einen Skitrip haben wir ein Haus fuer das Wochenende gemietet. Sind allerdings 1 Stunde nach Ankunft auch wieder abgereist. Es lag nicht genug Schnee.

– Auf einer 20 Minuetigen Autofahrt werden auch schon mal ca. 5 Geburtstage inkl. Kuchendesign geplant.

– Ich hatte deutsches Brot vermisst. Da wurden einfach mal 6 Packungen Brotbackmischung aus Hamburg eingeflogen.

– Puenktlichkeit? Nicht vorhanden! Wir bereits – vermutlich weltweit – bekannt ist, wir kommen immer und ueberall zu spaet. Seit meiner Ankunft in August, war ich noch zu keiner einzigsten Veranstaltung puenktlich oder zur ausgemachten Zeit dort. Von etlichen Pitt Football Spielen haben wir genau 1x den Kickoff miterlebt. Zum Baseball erscheinen wir dann schon mal zum 7. von insgesamt 9 Innings.

Ich wuerde aber auf jeden Fall behaupten, dass man mit Lisa definitiv jede Menge Spass hat! So chaotisch es manchmal sein kann…

 

doug, mein hostdad:

Lisa und er sind zwar geschieden. Er kommt aber trotzdem noch mind. 1x die Woche vorbei.

Doug ist ein Lehrer und Musiker. Er ist voellig relaxed aber auch total verplant, Musiker eben. Aber definitiv ein herzensguter Mensch mit wahnsinnig guten Filmtipps.

 

Noah, mein grosser/kleiner bruder:

Noah ist mittlerweile 17 Jahre alt. In seinem Brief hatte er mir bereits erzaehlt wie sehr er Musik mag. Lisa sagt immer er ist der kleine Doug, was auch definitiv zutrifft, denn Noah bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Wenn wir schon 1 Stunde zu spaet sind und endlich mal jeder in Hektik verfallen ist, sucht er noch seelenruhig nach Socken oder Schuhen. Er sucht wirklich staendig was, wenn sein Kopf nicht angewachsen waere wuerde er ihn taeglich suchen! Achja, die Musik. Seine Band hat sich zwar aufgeloest aber er ist aktuell in der Gruendungsphase einer neuen Metal-Band. Er singt wirklich 24 Stunden am Tag, so gut wie ohne Unterbrechung – nicht einmal mit Essen ist er ruhig zu stellen. Aber, singen kann er tatsaechlich richtig gut! Wenn er nicht gerade singt spielt er Schlagzeug, Gitarre oder Klavier. Ja, man muss sich schon dran gewoehnen, dass man bei jedem Film vom Geklimmper einer Gitarre begleitet wird…

Noah nimmt viele Sachen nicht allzu ernst und hat eben gerne Spass, auserdem ist er ein wahnsinniger Dickkopf – Kirsten, die Nanny meinte dazu, das er und ich aufgrund der aehnlichen Charakterzuege tatsaechlich Geschwister sein koennten. Natuerlich bin ich KEIN Dickkopf. 😉
Sein 2. grosses Hobby ist schlafen. Das macht er genau wie das Singen ueberall. Morgens grenzt es fast schon an ein Wunder wenn er den Bus mal nicht verpasst. Er wird des oefteren mit einem Faultier verglichen.
Wenn er mal nicht vergisst das Eis zurueck in den Gefrierschrank zu stellen, oder mir gerade mal nicht das letzte Turkey-Sandwich wegisst, ist Noah ein super grosser/kleiner Bruder. Wir haben den gleichen Humor und verstehen wir uns ohne Worte, was gerade in Sachen Humor andere Leute nerven mag. 😉

Nina, meine (2.) kleine schwester:

Nina ist 15 Jahre alt. In ihrem Brief damals erwaehnte sie, dass sie auch mal an einem Austausch teilnehmen moechte. Wenn alles gut laeuft, dann treffen wir uns naechstes Jahr vielleicht mal in Frankreich.

Sie gibt gerne vor das brave kleine Maedchen von nebenan zu sein. Quasi genau das Gegenteil zu ihren Bruedern. Nina ist super glaeubig und liebt die Kirche. Es gibt glaube ich kein Buch das sie nicht gelesen hat, und auch so ist sie wohl der inbegriff eines Nerd/Strebers, denn Hausaufgaben zaehlt sie schon fast als Hobby – dafuer hasst sie Sport.

Ich habe ihr das anfangs natuerlich alles abgekauft. Versteht mich nicht falsch, nichts davon ist eine Luege oder ein Schauspiel – ABER…. Nina hat auch noch eine andere Seite, die man allerdings erst herausfindet, wenn man sie richtig kennenlernt. Sie kann z. B. richtig sarkastisch und ironisch sein. „Was sich liebt das neckt sich“, dieser Spruch trifft wohl auf uns zu, denn dank einer ordentlichen Portion Sarkasmus in unseren Unterhaltungen sagt Kirsten oftmals, dass sie manchmal nicht unterscheiden kann ob wir nur Spass machen oder uns tatsaechlich einfach nicht leiden koennen.

Natuerlich koennen wir uns leiden, sehr gut sogar auch wenn wir komplett unterschiedliche Persoenlichkeiten haben. 😀

Nina ist außerdem sowas wie mein Woerterbuch. Wenn mir ein Wort mal nicht einfaellt ist sie zur Stelle; ich muss nur anfangen das Wort zu umschreiben, da weiss sie meistens schon was gemeint ist. Schon praktisch.

Alles in Allem ist Nina, trotz des Sarkasmuss, einfach die gute Seele im Hause Khorey.

 

Alex, mein Kleiner bruder:

Alex, oder auch von Noah und mir „the Sluchman“ genannt, ist 11 Jahre alt. Er ist schwer zu beschreiben, denn man MUSS ihn einfach erlebt haben. Ich moechte behaupten er ist die lustigste Person – meist ungewollt – die ich je kennengelernt habe.

In seinem Brief hatte er damals saemtliche Sportarten aufgezaehlt die er betreibt, ich dachte das sei ein Witz gewesen. Falsch gedacht! Er spielt Fussball, Basketball, Eishockey, Flagfootball, und faehrt Snowboard. Wuerde seine Mum es zulassen wuerde er noch weitere Sportarten draufpacken.

Er ist einfach ein 11 jaehriger Junge:

Er versucht alles und gibt sein Bestes irgendwie „R-rated“ (FSK 14) Filme angucken zu koennen. Er gibt schon mal voellig absurde Krankheiten vor um nicht in die Schule zu muessen. Versucht grundsaetzlich seine Bettzeit herauszuzoegern. Er ist die groesste Tratschtante der Familie. Man muss ihn fast immer bestechen (beim Zimmer aufraeumen, Klamotten aussortieren, Einfahrt freischaufel, etc. etc. etc.) ohne Bestechung laeuft nichts. Er hat eine richtig grosse Klappe, auch wenn er in den seltensten Faellen was sinnvolles von sich gibt oder ueberhaupt weiss von was er gerade redet. Er ist immer total enttaeuscht wenn seine Klassenkameraden seine „thats what she said“ (sagen Amis immer bei versauten Kommentaren) nicht verstehen – nein Alex, 11 jaehrige verstehen das nun mal einfach nicht. 

ABER: Alex ist einfach der Typ Mensch den man einfach gern haben muss. Und wenn man ihm bewiesen hat, dass man mind. genauso cool ist wie er, dann hat er jemanden mindestens genauso gerne. 😉

 

Nachdem ich laut Khorey’s ja zur Familie gehoere, war Nina der Meinung es gehoert auch ein Text ueber mich in diesen Blogeintrag:

 

Nina Ueber Mich:

When I heard that we were getting an exchange student and that it was a girl, I was so excited. I thought finally girls would outnumber boys in our house and it would be romantic comedies and make overs all day everyday. Things didn't turn out quite as I hoped in that way. But while Ronja doesn't jump for joy at the idea of braiding each other's hair, she's still a pretty good sister. The funny thing about Ronja is that she can mess with you all she wants, but as soon as someone else tries, they are in for it. Example: 
Alex: nina sucks
Ronja: no Alex, you suck
Nina: haha yeah Alex, you suck
Ronja: no nina maybe you suck
 
Ronja doesn't play favorites. (But I still know that I am her favorite anyways)
 
Ronja is a good sport. When we pranked/tried to prank her, instead of getting mad she just did her creepy little smile and got me back. Ronja is a fan of the "an eye for an eye" way of thinking. If you mess with Ronja then you know what to expect back. But then just yesterday we teamed up against the boys by putting every spice in the cupboard into a batch of brownies from them. See, we turn on each other all the time but when it comes down to it we are a team. But don't worry, we separated some good batter to eat. Me and Ronja take our food very seriously. But mostly Ronja. I messed with her Nutella once-- never again.
 
Ronja is one of the kids. She might have tried to trick you all into thinking that she was an adult but don't believe it for a second. She's a kid at heart.. And in the brain... And just about everywhere else. So basically just a full blown kid.
 
What else, what else... There is just so much to say about Ronja. I could write a whole book about her. 
 
Oh, well I always remember that the very first day she came we wanted to watch Harry Potter and she told us that she had a hard time understanding British accents. So naturally, whenever I want to try to say/jokingly say something in secret I say it with a bloody British accent. 
 
Speaking of accents, that is the one thing Ronja is really known for around here. I don't think it's just a german accent, it's really a Ronja accent. I always make fun of her English, but only because it really is good. But I think that sometimes Ronja could speak in perfect English if she wanted to... But she doesn't. Let's be honest, we all love Ronja, but she is certainly lazy. For example, I'm pretty sure that she says things like "they going there" instead of "they are going there" simply to save herself the trouble of saying "are". I'm actually the best at doing the Ronja accent. Here is Ronja summed up, and this is our favorite phrase to say in the Ronja accent, "I just don't really care about that. I just want a Nutella bread". 
 
But the funniest thing that Ronja has ever done, and I can feel her rolling her eyes and saying she wishes she'd never said this even as I type, was this one instance of slightly off slang usage. I don't know if you guys will even think it's funny because you probably won't get it, but we all cracked up. So she said something along the lines of, "but I don't know if that's really true or if she's just trippin". TRIPPIN. Haha!! That's something that, for example, a rapper might say. It's that kind of slang. But these of course are things one can only learn from experience. And I for one am so happy she said that, it makes me smile every time I think of it, almost as happy as I am that she came. 
 
We love you Ronja!! You are most certainly not trippin!!

Ja, ich bin faul. Deshalb gibt es eine Uebersetzung nur auf Anfrage. 😉
Ich koennte mir wirklich keine bessere oder passendere Gastfamilie vorstellen! Die Khorey’s haben den groessten Anteil daran, dass mein Jahr bisher so wahnsinnig super verlaeuft!
Den Begriff Gastfamilie benutzen wir eigentlich gar nicht mehr, denn sie sind meine 2. Familie geworden – wie Pittsburgh eben mein 2. zu Hause geworden ist. Neben einer kleinen Schwester in Deutschland (ne Beasley?) habe ich nun eben noch 3 kleine Geschwister in the USA.

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