Bescheuerter Start in den Tag!

Apr - 20 2015 | By

Liebe an meinem Auslandsjahr interessierten Leser,

es ist extrem viel passiert die letzten Tage. Also wirklich sehr viel, fast jeden Tag war irgendetwas großes, das war schon einzigartig.

Die heutigen Themen sind: Update zur aktuellen Lage, Besuch beim Theater, Basketball Ambassadors, Tour nach Colorado Springs, Bishop Castle, dem zweifachen beinahe Tod von mir und als letzten Beitrag der Grund für meine Überschrift.

Update zur aktuellen Lage

College: Meine Gruppe hat nach der unvorbereitetsten Gruppenvorbereitung meines Lebens ganz starke 95% aus der Ethic Präsentation herausgeholt. Und das fand ich auch echt erstaunlich, da sich manche aus unserer Gruppe (Gruppe = Leute die zusammen arbeiten um ein gemeinsames Ziel zu erreichen) da ganz schön gegenseitig vor der ganzen Klasse zerfleischt haben. Einer hat es nebenbei noch geschafft diskriminierend zu sein. Ich stand nur mit offenem Mund daneben und konnte nicht fassen was sich da abspielte. Aber der Reihe nach: Montags (Dienstag sollten wir sie halten) bereiteten wir die Präsentation gemeinsam vor. Das war mal das totale Chaos. Wir hatten noch ein zusätzliches Teammitglied bekommen, da er seinen eigenen Präsentationstermin verpeilte und so zu uns in die Gruppe kam. War an sich okay und er hatte auch echt gute Ideen, leider kann man ihn der Kategorie Mensch zuordnen die viel reden und viel in Frage stellen aber selber nichts aufs Papier bringen. Das sorgte dafür dass wir nur ganz laaaaangsam voran kamen. Aber immerhin kamen wir voran und das war die Hauptsache. Unser Thema war „Ist es moralisch gerechtfertigt Terrorismus mit militärischer Kraft zu bekämpfen?“ (ja wir änderten das Thema nochmal..) und jeder sollte sich dazu nochmal mit entsprechendem Hintergrundwissen ausstatten.

Dann kam Dienstag, der Tag der Präsentation. Wir hielten unsere Präsentation souverän und waren für mögliche Fragen gewappnet. Und da kam sie auch schon, die erste Frage eines Schülers. Und es kam nicht von irgendjemanden, nein, dieser Schüler frägt zu jeder Präsentation Fragen (Hauptsache was gesagt). Und meistens ergeben sie nur wenig Sinn da er es möglichst kompliziert formuliert so dass er es am Ende selbst nicht versteht was er eigentlich fragen will. Die Folge ist das man dann komplett vom Thema abdriftet. Er fragte uns im Prinzip wie ein US Soldat einen unschuldigen Zivilisten von einem Terroristen unterscheiden soll. Gute Frage, ist echt hart für die Soldaten da zu urteilen. Ich finde die Frage auch berechtigt – wenn man eine Präsentation über Terrorismus Bekämpfung macht und nicht wie wir, über die moralische Rechtfertigung. Das hat doch überhaupt nix mit dem Thema zu tun? Klar hängt es im großen Ganzen zusammen, da bei der Terrorismusbekämpfung auch Zivilsten unter den Toten gibt, aber es hat doch nicht unmittelbar mit dem Thema was zu tun. Ganz plump gesagt war unser Thema: Terrorismus mit Militär bekämpfen? Ja/Nein. Er fragte: Wie erkennt ein Soldat einen Terroristen? Versteht ihr was ich mein?

Unser neues Gruppenmitglied wiedersprach erst einem aus unserer Gruppe und versuchte danach seine Frage zu beantworten. Dabei verhaspelte er sich und manövrierte sich mit seinen Worten in eine Ecke in der er nur verlieren konnte. Letztlich brachte er das Schiff zum kentern mit den Worten „…dann muss man einfach sehen, dass das Leben eines US Soldaten mehr wert ist als das eines Menschen wo im Terrorismusgebiet lebt!“. Bum! Da flog nicht nur mir und der Lehrerin die Kinnlade auf den Boden. Als er unsere entsetzten Gesichter sah entschuldigte er sich und meinte er habe es sehr falsch formuliert, was die Lehrerin ihm auch ungläubig bestätigte. Aber war schon etwas spät um das Schiff zu retten. Jetzt ging es um die Besatzung. Marisa und ich schafften es dann aus dem Schiff ein U-Boot (um bei der Schiffthematik zu bleiben) zu machen und uns aus der Frage heraus zu stehlen. Danach stellte unsere Lehrerin uns noch weitere Fragen, diesmal zum Thema. Und wieder waren es Marisa und ich die dann im Alleingang ALLE Fragen der Lehrerin  beantworteten. Das hat zuvor noch keine Gruppe geschafft, hier zahlte sich das nach Hintergrundfakten recherchieren aus. Letzten endlich bekamen wir keine 100% da wir sie nicht überzeugen von unserer Seite vollends überzeugten konnten. War aber nicht das Ziel. Das Ziel war 90+ Prozent zu erlangen und das haben wir wunderbar geschafft.

In IPC haben wir nächsten Dienstag unsere Präsentationen. Meine Präsentation und Ausarbeitung habe ich am Freitag erstellt, sollte ganz gut sein. Ansonsten haben wir nur noch zwei Wochen College! :/

Work: Ryan (mein Chef vom Economic Development) hat mir letzte Woche eröffnet das er mich nur bis zum 20. Mai beschäftigen kann, da er nicht mehr Geld im Budget zur Verfügung hat. Das ist einerseits schade, anderseits gut denn so habe ich mehr Zeit für meinen Volunteer Service. Außerdem habe ich die nach dem 20. Mai kommenden zwei Wochen Urlaub und bekomme da Besuch von meinen Eltern, auf welchen ich mich schon riesig freue. Danach sind es nur noch 4 Wochen hier in La Junta, ehe es auf große Reise geht. Also ist der 20. Mai ein echter Glückgriff.

Im SBDC ist es business as usual – Im Westen nix neues 😉

Wetter: Gestern habe ich etwas am Himmel gesehen was ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Es sieht aus wie Watte, und bewegt sich im Wind. Manchmal schnell, manchmal echt langsam. Die Farbe war dunkelgrau bis schwarz. Sah schon irgendwie Weltuntergangsmäßig aus 😉 Und am Abend viel dann… und ich weiß, dass sich das jetzt mega verrückt anhört…. WASSER vom Himmel!! Ja! Kein Witz! Wasser vom Himmel!!!!! Einfach so. Voll komisch und ungewöhnlich. 😛

Social Media: Bevor ich hier her kam ahnte ich bereits, dass ich sehr viel mehr in die virtuelle Welt eintauchen würde. Mein Blog und Facebook errichtete ich im Zuge meiner Reise. Beides um Erlebnisse zu teilen und um mit Freunden und Verwandten in Kontakt zu bleiben. Doch wenn du in einer solch vernetzten Gesellschaft wie hier lebst, kommst du nicht drum rum in allen möglichen social media Netzwerken aktiv zu sein. Seit meiner Ankunft sind neben diesem Blog und Facebook noch Snapchat, Threema, Linkedin und Instagram dazu gekommen. Dazu noch die „altbewährten“ Sachen wie Whatsapp oder die gute alte E-Mail.

Volunteer Service: Vorletzte Woche bin ich in einen Laden gegangen und habe dort nachgefragt ob ich dort ehrenamtlich mitarbeiten könnte. Es ist ein fairtrade Laden und alle Mitarbeiter arbeiten dort auf freiwilliger Basis. Die Managerin will mich gerne einbinden, jedoch erst nach einer Modeschau, an welcher ich nächsten Samstag teilnehmen soll. Hört auch gut an, ich weiß jedoch noch nicht ob ich da Teilnehmen kann, da am nächsten Samstag etwas mit meiner Gastfamilie geplant ist. Muss mal schauen wie sich das ganze entwickelt.

 

Besuch beim Theater

Glaubt es oder glaubt es nicht, aber La Junta hat ein Theater in welches um die 250 Menschen reinpassen. Dort finden dann 5-6 Aufführungen im Jahr statt, ist echt ganz nett. Meine Chefin vom SBDC spielte in einem Stück mit und hat kräftig Werbung gemacht, so das ziemlich viele vom SCORE Center (das ist das Gebäude in dem die ganzen Büros beheimatet sind) das Stück besuchten. Da bin ich selbstverständlich auch hin. Sie meinte noch, dass ich mir die Karte online reservieren soll, um einen möglichst guten Platz zu ergattern. Leider sagte sie das am Mittwoch und am Freitag wollte ich die Aufführung besuche. Also viel zu wenig Zeit für die Post um das Ticket zu schicken. Am Freitag bin ich dann auf gut Glück hin und siehe da, Glück muss man haben! In der zweiten Reihe war noch ein Platz in der Mitte frei. Geht doch gar nicht besser! 🙂

Ich saß dann in der zweiten Reihe zwischen lauter Leuten die sich die Karten vorher reservierten. Sogar die beiden Töchter meiner Chefin mussten sich mit der, immer noch guten, dritten Reihe begnügen. Erstaunlich fand ich, dass ausschließlich ältere Menschen die Karten in den ersten beiden Reihen sich sicherten. Ich war da der einzige Besucher unter 60 Jahren, der es in die ersten beiden Reihen schaffte 😀

Das Stück war sehr unterhaltsam und gut vorgetragen, da hat sich das viele üben für die Schauspieler gelohnt.

 

Basketball Ambassadors

Am Dienstag kamen die Basketball Ambassadors nach La Junta. Die Ambassadors sind eine Basketballgruppe die eine Show rund um Basketball veranstalten. Die Show beginnt mit einem Spiel gegen die La Junta All Stars, angeführt vom Bürgermeister. Auch lokale Größen wie der Sherif und die Basketballtrainer vom College und der High School waren involviert. Dazu noch einige bekannte Leute aus den hier ansässigen Firmen, insgesamt war es eine bunte Gruppe.

Das Spiel wurde immer wieder von Showeinlagen wie Tänzen und artistischen Aufführungen unterbrochen. Ab und zu war auch das Publikum involviert, das war immer cool. Das Beste fand ich als sie das Basketballspiel unterbrachen und sich zum Football formierten. Doch anstatt Football „bekämpften“ sie sich in einer Tanzchallenge. Das war echt genial da manche es mega drauf hatten! Sehr sehr unterhaltsam und echt abwechslungsreich.

Einzig die extremst unbequemen Holzbänke erinnerten uns daran, dass die Show 2,5 Stunden lang war. Denn da kannst vielleicht 10 Minuten sitzen aber keine 2,5 Stunden ohne ein verformtes Hinterteil danach zu haben.

 

Tour nach Colorado Springs

Gestern ging es nach Colorado Springs. Eigentlich wollten wir um 8.30 losfahren und dann pünktlich um 11 bei der Führung im Olympischen Stützpunkt anzukommen um dort eine Führung genießen zu dürfen und am Ende die ganzen Athleten zu treffen. Danach sollten wir in ein asiatisches Restaurant gehen, uns dort den Bach mit allen möglichen Leckereien vollschlagen und anschließend den Tag in der Shopping Mall ausklingen lassen. Eigentlich. An sich ein guter Plan und wäre auch echt cool gewesen, wenn alles funktioniert hätte.

Doch es fing schon damit an das wir (mal wieder) viel zu spät losfuhren. Wir hatten auch Glück das eine Schülerin aus Bermuda kurzfristig absagte, da wir nicht genug Sitze im Auto hatten. Dennoch fuhren wir viel zu spät los und kamen auch zu spät für die Führung im Olympischen Stützpunkt an. Dann stellte sich heraus, dass wir auf die nächste Führung eine Stunde hätten warten müssen und dass im Moment gar keine Athleten da sind da alle auf Wettkämpfen, Urlaub oder Trainingslager sind. Das war natürlich schade. Nur Trainingsräume anschauen wollten wir nicht wirklich also sind wir sofort zum Asiaten und genossen da die gute asiatische Küche. Anschließend sind wir in die Mall um einzukaufen.

Wenn man sich die Situation nochmal durch den Kopf gehen lässt sind wir letztendlich 4 Stunden (2 Stunden Hinfahrt, 2 Stunden zurück) um zu essen und um einkaufen zu gehen. Das ist so als ob man von Stuttgart nach München nur fürs einkaufen fährt. Hier ist das ganz normal 😀

 

Bishop Castle

Bishop Castle wurde in 30 jähriger Arbeit von einem einzigen Mann in den Rocky Mountains für seine Frau erbaut. Das erste was ich dachte als ich es hörte war „Oh wow, der hatte Zeit und Geld“, danach dachte ich dass er verrückt gewesen sein muss.

Das Castle (= Burg) ist schwer zu beschreiben. Hat etwas von einer Burg aber auch etwas aus einem Fantasy Hexenschloss. Ist eine ganz ulkige Mischung. Hier mal ein Bild von dem Gebilde.

Zu dem Castle bin ich mit meiner Chefin vom SBDC und ihren Kids gefahren.

Mr. Bishop (deswegen der Name) hat jeden einzelnen Stein aus einem nahe gelegenen Steinbruch herausgehauen und mindestens 6x in der Hand gehabt, ehe er ihn in der Burg verbaute. Das ganze kann nicht besonders planmäßig vonstattengegangen sein, denn wenn man sich die Konstruktionen genauer ansieht bemerkt man, dass da wo die Steine mit dem Mörtel (oder was auch immer er da genommen hat) nicht von alleine zusammen hielten, er damit ganz kreativen und höchst interessanten Metalkonstruktionen die Steine stützte. Wenn man die Türme von der Seite sieht stellt man auch fest, dass der große Turm etwas schief ist. Kann Absicht sein, glaub ich aber nicht. Zuerst ging es auf den kleineren der beiden Türme. An der Spitze war eine Eisenkugel angebracht, in der man auch nochmal hochklettern konnte. Oben angekommen wackelte alles, bei der kleinsten Bewegung schaukelte die Kugel lustig hin und her. Das war ein extrem komisches Gefühl, vor allem wenn man die europäischen Burgen gewohnt ist. Mit den massiven stabilen Steintürmen. Da wackelt nix wenn man sich darauf bewegt. Normalerweise mache ich auf hohen Gebäuden immer einen Jumptest (ich hüpfe etwas darauf herum um zu sehen wie stabil das Gebäude ist. Eigentlich Schwachsinn aber was solls :D) habe es hier aber lieber gelassen. Wer weiß was passiert wäre, womöglich hätte sich die Kugel vom Turm gelöst und wäre runter gekugelt. Das wäre was gewesen.

Der höchste Turm ist 50 Meter hoch und wenn man die Eisenwendeltreppe hochgeht wackelt das ganze Treppengestell bei jedem Schritt. Dazu kommt das es kein Geländer gibt an dem man sich festhalten kann. Auch an der Steinmauer an den Turmwänden ist es nicht so empfehlenswert sich zu halten, da die Treppenstufen nicht immer ganz bis zur Mauer reichen und so zwischen den Stufen und der Mauer eine Lücke entsteht. Diese ist besonders in den Ecken des quadratischen Turms so groß, dass ein Mensch dort locker durch passen würde. Oben angekommen ist eine Art Aussichtsplattform mit etwas 30cm Zinnen als „Geländer“. Hier hat der gute Mann wohl an Steinen gespart. Auf dieser Plattform ist ein Eisengestell angebracht, wo es nochmal 5 Meter in einer Art Spirale nach oben geht. Ganz oben befindet sich dann ein Thron. Da bin ich natürlich rauf geklettert, immer darauf bedacht mich an den vorausliegenden Stufen festzuhalten, da hier absolut nix als Geländer herhalten konnte. Auf dem Thron war es relativ gemütlich. 10cm rechts von mir und 10cm hinter mir ging es halt 50 Meter gerade nach unten. Ist nicht so erstrebenswert da sich großartig zur Seite zu lehnen. Nach vorne hatte ich sogar fast 30cm Platz bevor es nach unten ging und nach links hatte ich die Stufen. Das Ganze war echt okay – bis der Wind anfing zu wehen. Der schüttelte das Eisengerüst ganz schön durch.

Letztendlich schafften es alle heil hoch und auch wieder runter. Außer meiner Chefin, die wollte sich das geklettere nicht antun 😀

 
Zweifacher beinahe Tod

Letzen Samstag ging es mit dem College zu den weltberühmten Dinosauerierspuren. Die Fußabdrücke die diese ausgestorbene Tierart im Süden von La Junta hinterlassen hat sind einzigartig und gehören zu den am besten erhaltenen Fußabdrücke der Dinosaurier auf der ganzen weiten Welt. Die Dinos sind damals durch einen Fluss marschiert und haben dort sehr tiefe Spuren hinterlassen. Die Abdrücke versteinerten über die Zeit und sind darum heute noch so gut erhalten.

Zu den Spuren muss man laufen, da sie am Ende eines Canyons liegen. Der Weg dorthin ist nicht zu unterschätzen: 3 Stunden wandern und im Sommer kann es über 110 Grad F (um die 44 Grad Celsius) haben – und man hat dort keinen Schatten, man läuft und klettert die ganze Zeit in der prallen Sonne. Darum geht da auch niemand im Sommer oder Spätherbst hin, die Temperaturen sind einfach zu gefährlich. Die meisten Besuche finden im Herbst, Winter und Frühling statt.

Nachdem wir nach 3 Stunden dort ankamen durften wir die Dinosaurier Fußspuren bewundern. Es war echt beeindruckend wie groß und tief die sind. Manche waren fast knietief, andere mega groß von der Fläche her. Die Fußspuren stammen von verschiedenen Dinosauriern, einer davon ist der mit dem ewig langen Hals (Apatosaurus), dann gibt es noch einen anderen Pflanzenfresser und ein Fleischfresser der etwas wie der T-Rex aussieht. Man nennt ihn Allosaurus, falls das jemand von euch was sagt.

Wir machten die Tour mit Cullen, unserem Collegecoordinator. Und Cullen hat das Beinpech irgendwie gepachtet. Es ist nicht ungewöhnlich wenn sich bei einer Tour mit ihm jemand am Bein verletzt. Letztes Semester verletzte sich das Mädel aus Bermuda am Knie bei Paintball spielen. Ich verletzte mein Knie ebenfalls, allerdings beim Skifahren. Und diesmal passierte wieder was. Um auf die andere Seite des Flusses zu gelangen hatten wir zwei Möglichkeiten: Über die Steine zu springen oder an einer seichten Stelle durch zu laufen. Einige entschieden sich für den Wasserweg, die meisten (wie ich) versuchten unser Glück über die Steine zu springen. Und es war auch echt erfolgreich. Bis ein Mädchen aus Simbabwe sich zum Sprung bereit machte. Ein Junge aus Brasilien wollte ihr helfen, doch anstatt sie springen zu lassen und sie auf der anderen Seite zu bremsen, damit sie nicht über den Stein springt, zog er sie an sich heran. So fiel sie nach unten und wurde durch das Wasser gezogen. Auf der anderen Seite schlug sie dann mit dem Schienbein am Felsen an. War nicht so gut, zum Glück konnte sie weiter laufen.

Auf dem Rückweg stoppten wir an Felswandmalereien der Indianer. War echt beeindruckend sowas mal live zu sehen. Ich kannte das davor nur aus dem Fernsehen.

Auf dem Heimweg begannen wir uns gegenseitig aufzuziehen. Wir setzten uns etwas von der Gruppe ab und warfen Steine ins Gras neben die Leute so dass die erschraken. Hier gibt es Klapperschlangen und die sind ja tödlich, darum packte ich mit meinen Händen jemanden von hinten am Bein und erschreckte ihn so. Die Reaktion war herrlich 😀

Einmal setzte sich Cullen mit ein paar Schülern ab. Er sagte zu ihnen dass sie gut aufpassen sollen, denn was er jetzt macht wird lustig. Er nahm einen Handflächen großen Stein und warf in nach links von uns. Gerade in dem Moment kam eine Windböe auf und trug den Stein von der linken Seite nach rechts, genau auf uns. Der Stein schlug keine Handbreite vor meiner Nase und neben einem anderen Schüler seinem Bein ein. Das war brutal gefährlich! Ich weiß nicht ob der Stein direkt töten würde, aber wenn du einen Stein dieses Kalibiers mit voller Wucht auf deinen Kopf bekommst, das kann böse enden. Das war dann auch das Ende des Steine werfen.

Wir legten immer wieder Pausen ein, damit das Mädchen aus Simbabwe ihr verletztes Bein etwas ruhen lassen konnte. Einmal pausierten wir wieder und ich und der Brasilianer fanden einen Stein neben einem Strauch. Der Stein hatte eine schöne glatte Oberfläche und sah einfach perfekt einladend zum draufsetzen aus. Ich drehte gerade meinen Rücken zu diesem Sitzstein um mich darauf zu platzieren als der Brasilianer plötzlich laut „STOPP! Don’t move!“ schrie. Ich erstarrte in meiner Bewegung. Das war der Moment in dem wir das verräterische klappern der Klapperschlange hörten. Ich sprang neben den Brasilianer und gemeinsam schauten wir auf den Felsen. Direkt neben dem Stein auf welchen ich mich setzen wollte lag eine große Klapperschlange die aggressiv vor sich hin klapperte und dann doch schnell unter den Nachbarstein verschwand. Woah, das war richtig knapp. Fast hätte ich mich auf eine Klapperschlange drauf gesetzt! Das wäre kein Spaß geworden. Cullen hatte zwar ein Erstehilfeset für Schlangengift dabei, doch allen Anschein nach hätte die Schlange mich in meine vier Buchstaben gebissen, da ist es nahezu unmöglich den Körperteil von der Blutzirkulation abzutrennen. Beine und Arm ist einfach, aber der Hintern…. Da wäre es wahrscheinlich unmöglich gewesen das Gift vom eindringen ins Herz zu hindern. Doch glücklicherweise ist nichts passiert 🙂 So habe ich auch meine erste Klapperschlange in der Natur live gesehen 😀

 

Der Grund für meine Überschrift – Bescheuerter Start in den Tag

Der absolut grässliche Moment wenn du ins Haus kommst und feststellst, dass ein Rudel Hunde neben einem beachtlichen Haufen schwarzer Federn, fröhlich mit dem Schwanz wedelnd herumsitzt und du mit großem Entsetzten feststellst, dass JEDER der fünf Vierbeiner zumindest an dem nun verzehrten Vogel geleckt haben könnte und nun die ganzen Bazillen und Keime des Vogels an sich auf der Zunge herumträgt.
Ich hasse sowas! Dazu kam noch der unabdingbare Wunsch der Hunde einen bei der Begrüßung stürmisch lecken zu müssen. Buah! Ich trug für die nächsten zwei Tage sorge das mich keine Hundezunge berührte.

Die Katze hatte wohl einen Raben getötet und stolz als Trophäe ins Haus getragen. Ihr kennt das bestimmt, dass Katzen manchmal ihre Beute nicht selber essen sondern dem Besitzer vor die Türe legen. Ist da glaube ich so eine Art Liebesbeweis. Den Liebesbeweis haben ihr die Hunde abgejagt. Die kenne da nix! Als wir den Federhaufen sahen machten wir uns auf die Suche nach den Knochen des Vogels. Ich sag mal so, erfreulicherweise konnten wir sie nicht finden. Das bedeutet entweder, dass sie die Knochen woanders hin gebracht haben, was perfekt wäre (am besten verbuddelt) oder, dass sie die Knochen irgendwo versteckt hätten, was nicht ganz so cool wäre, da sie dann jeden Moment auftauchen könnten. Letztendlich hatten sie die Knochen versteckt, denn ein paar Tage später lief der Welpe ganz begeistert mit den Knochen im Maul durchs Haus.

Doch das war noch nicht alles. Roger erzählte mir dann folgendes…

Vor ein paar Monaten konnte er nicht gut schlafen. Er wachte um 2 oder 3 Uhr morgens auf. Mit Schwung schlug er die Bettdecke beiseite. Da sah er im schwachen Mondlicht einen dunklen Gegenstand von der Decke nach oben fliegen, welcher mit einem leisen, dumpfen Geräusch auf der Matratze aufschlug.

Verwundert stand er auf und versuchte den Gegenstand auf der Matratze zu lokalisieren. Schließlich fand er ihn und hob ihn mit seinen Händen auf. Er fühlte sich an als ober er Haare hätte. Im Schein des Mondes betrachtete er ihn. In seinen Händen lag ein junges, mit vertrocknetem blutüberströmtes Häschen!
Da hat die Katze ein kleines Häschen gejagt und Roger als Liebesbekundung auf die Decke gelegt! 😀

Er meinte zu mir „Das ist einfach ein bescheuerter Start in den Tag, wenn dieser damit beginnt, dass du einen toten Hasen aus deinem Bett schaffen musst!“

Ich konnte nicht vor Lachen, ich glaube ich habe lange nicht mehr so gelacht :DD

 

Ich hoffe ihr konntet den Blogeintrag genießen und auch an der ein oder anderen Stelle lachen 🙂

In zwei Wochen gibt es einen neuen Eintrag, ihr dürft wieder gespannt sein. Ich werde an einem Racquetball Turnier teilnehmen und das Collegesemester endet…

 

 

 

 

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