Once in a Lifetime / Einmal im Leben

Mrz - 24 2015 | By

Hallo zusammen,

es ist einmal wieder Zeit für einen neuen BLOGEINTRAG! Ist schon verrückt, wie schnell die Zeit doch vergeht. Jetzt haben wir fast Ende März und Ende Juli (am 31.07.2015) geht’s wieder nach „Good old Germany“. Für alle die eine Schwäche haben Monatsnamen mit den Nummern zu verbinden: Der März ist die Nr. 3 in der Jahresreihenfolge. Also nur noch 4 Monate Amerika! Das ist ein viertel Jahr und bedeutet das bereits DREIVIERTEL rum sind?! Wo sind all die Tage hin???? Wenn ich mein Zweiwochenrhyhtmus durchziehe sind das auch nur noch acht neue Einträge, meine fleißigen Leser. Immer wieder erstaunlich wie schnell so ein Jahr rum geht. Dabei freue ich mich auch wieder auf Deutschland. Es ist schon cool wieder meine Familie und Freunde zu sehen. Auch freu ich mich wieder darauf jeden Samstag mitzufiebern, wenn der VfB Stuttgart mal wieder eine Partie zu spielen hat. (Wobei die in der 2. Liga hoffentlich das ein oder andere Spiel mehr gewinnen). Hauptsache Fußball!! 😀

Dennoch genieße ich die Zeit hier in vollen Zügen. Ich versuche so viel wie möglich aus dem Momentum, welches mir gegeben wurde zu machen. Und um EUCH mit neuen Blogeinträgen zu versorgen 😉

Heute gibt es folgende Themen: Das Update zur aktuellen Lage, dem amerikanischen Selbstverständnis meiner Gastfamilie, ein Trip nach Fort Collins, und dem Grund für meine Überschrift.

Aktuelle Lage

College: Die letzte Woche war Spring Break, also kein College. In der Woche davor haben wir in Ethics einen Test geschrieben. Darauf hab ich mich etwas vorbereitet und es klappte dementsprechend gut. Wir hatten wieder viel zu viel Zeit (1 Stunde), was jedoch nur die wenigsten wirklich genutzt haben. Das war jede Menge und die Meisten gaben ihr Papier schon nach einer halben Stunde ab. Nach weiteren 15 Minuten waren dann so ziemlich alle fertig, mit wenigen Ausnahmen. Als ich mein Zettel 10 Minuten vor Schluss abgab, stellte ich fest, dass ich doch wirklich der letzte war der seine Arbeit bei der Lehrerin einreichte. Ist schon komisch, ich habe die Zeit die wir zur Verfügung hatten genutzt und bin nochmal über alles drüber gegangen um sicherzustellen, dass ich auch alles richtig hab. Mitten in der Arbeit wusste ich nicht wie ich etwas ins englische formulieren soll, so dass es auch Sinn macht. Ich schaute verzweifelt an die Decke und fuhr mir durchs Haar. Das sah die Lehrerin und interpretierte die Aktion richtig und meinte, dass ich den Teil in Deutsch schreiben könne, sie wird ihn dann in Google übersetzten. Da war ich dann so frei und hab von dem freundlichen Angebot Gebrauch genommen. Es war ein super spezielles Wort, dass ich da unbedingt einfügen wollte, ich aber nicht auf Englisch kannte. Und das Smartphone mit meinem Wörterbuch durfte ich natürlich nicht nehmen. Jetzt bin ich mal gespannt was sie übersetzt hat und wie ich abgeschnitten habe.

Arbeit: Meine Chefin vom SBDC war letzte Woche in Chicago, um dort mit ihrer Familie den St. Patrick’s Day zu feiern. Der St. Patrick’s Day ist ein irischer Feiertag, der von vielen Amerikanern als Grund gesehen wird mal ordentlich zu feiern. (Die haben nicht so viele Feste wie wir in Deutschland). Die färben sogar den Fluss in Chicago grün, sieht schon schräg aus. Dementsprechend kam wenig bis gar nichts Neues ins Büro und ich hatte seeeeeeehr entspannte Arbeitstage. So hatte ich auch etwas Spring Break. Im Economic Development Center hatte ich mehr zu tun. Ich nahm an verschiedenen Meetings teil und half beim entwickeln einer neuen Wirtschaftsorganisation. Außerdem habe ich an der „Wie machen wir La Junta für Firmen und Menschen attraktiv“-Geschichte weitergearbeitet.

Auto: Ist mal wieder Zeit für eine neue Autogeschichte. Dass mein Pontiac mal besser mal schlechter fährt hab ich ja schon einige Male erwähnt. Letztens sind mein Hostdad und ich nach Fowler (eine halbe Stunde weit weg) gefahren um einen Arzt für ihn aufzusuchen. Leider hatte dieser seine Praxis in Fowler geschlossen, also war die Fahrt umsonst gewesen. Als wir wieder zurück kamen haben wir den Motor geprüft. Dabei stellten wir fest, dass nur 4 der 6 Zylinder auch tatsächlich arbeiteten. Das ist natürlich suboptimal. Als Problemstelle haben wir das Coil Pack ausgemacht. Dieses hatten wir bereits ausgetauscht und ich hatte noch den Garantieschein. Also haben wir dieses Teil erneut ausgetauscht. Allerdings war das Coil Pack nicht das Problem, sondern so eine Platte unter dem Coil Pack, dies stellten wir nach dem Wechsel fest. Also hab ich nochmal $150 hinlegen dürfen. Doch zum Glück war es es dann auch. Danach funktionierten alle 6 Zylinder blenden und ich konnte die 210 PS ordentlich ausfahren, was auch richtig Spaß machte.

Zukunftsaussicht: Ich habe die Zusage von der Wirtschaftsoberschule in Stuttgart erhalten. Das ist super, da sie meine Wunschschule war und ich ehrlich gesagt auch keinen Plan B hatte. Ab September werde ich nun dort versuchen mein Abi in zwei Jahren zu schaffen.

Soviel zur aktuellen Lage.

Amerikanisches Selbstverständnis meiner Gastfamilie

Meine Gastfamilie sind richtige Amerikaner. Und was fällt einem beim stereotypischen Amerikaner so ein? Sie sind fett, wahre Patrioten, befürworten die Todesstrafe und sind knallharte Individualisten und machen weltklasse Burger.

Okay, fett sind meine Hosts nicht. Im Gegenteil, mein Gastbruder Dillen ist eher einer der Sorte Spargeltarzan. Seine Dünnheit gepaart mit seiner Größe (um die 1,85m) fällt auch dann besonders gut auf, wenn er neben etwas zu kleineren Menschen steht. Meine Gasteltern sind eher von der normalen Durchschnitts Sorte. Dennoch sind alle drei wahre Patrioten mit einem unglaublichen Nationalstolz und das ist ja auch nichts Schlechtes. Und die Burgers sind wirklich köstlich. Richtig richtig gut! Das befürworten der Todesstrafe hat mich dann doch etwas schockiert. Ich dachte das die gebildete Schicht in Amerika soweit aufgeklärt ist um die Todesstrafe abzulehnen, aber falsch gedacht. Meine Gasteltern forderten sogar, dass man das öffentliche Hängen wieder einführt. Das war früher ein riesen Spektakel. Wobei beide bemerkten, dass das Hängen für viele zum Todeverurteilte noch zu gut ist. Sie fordern einen qualvolleren Tod. Sie sehen das Hängen als wenig qualvoll an, da der Strick das Genick bricht und man so innerhalb Sekunden stirbt.

Auch sind sie knallharte Individualisten. Wir sprachen über Subventionen von Teslatankstellen (da bekommt man Strom) und mein Hostdad meinte, dass er es nicht gut findet dass Tesla subventioniert wird und die Ölkonzerne nicht. Fand ich mega überraschend, dass er mit sowas kam. Tesla ist ein junges, innovatives Unternehmen das Elektroautos herstellt, welche auch gut aussehen. Ölkonzerne sind Unternehmen die die Umwelt zerstören und Forschungsteams kaufen die ihre Ausbeutungen unterstützen. Auserdem machen die eh Milliarden. Warum also den reichen Firmen noch zusätzlich Geld geben? Hinzu kommt noch, dass mit Tesla Amerika ein relativ erfolgreiches Unternehmen auf dem Automarkt hat. Und ein Umweltfreundlicher Antrieb ist auch nicht zu verachten. Es ist doch klar, dass man kleine Unternehmen mehr subventioniert als die Großen, die eh Geld zum abwinken haben. Ist es nicht besser kleine, aufstrebende Unternehmen mit erfolgversprechender Zukunft zu unterstützen und so Arbeitsplätze zu sichern und womöglich mehr zu generieren anstatt großen Firmen die sowieso viele Arbeitsplätze haben, die nicht gefährdet sind noch mehr Geld  zu geben (durch Eingeständnisse u.a. bei Steuern) nur damit die Arbeitnehmer nichts davon sehen und sich die Großaktionäre noch mehr Geld in die Taschen streichen können?! Doch mein Hostdad meinte das er es ungerecht findet wenn man die einen unterstützt und die anderen nicht. Das ist prinzipiell auch der Hauptgrund warum es mit der Krankenversicherung für alle in Amerika nicht klappt. Amerika ist einfach egoistisch. Die Leute sehen es nicht ein, warum sie auf einmal mehr Krankenversicherung bezahlen sollen, nur damit ein anderer eine Versicherung hat und im Notfall einen Arzt kontaktieren kann. Als ich ihnen von dem deutschen Hartz4 System erzählt habe konnten sie nur ungläubig lachen. Amerika hat zwar auch so ein System, ist nur ungemein härter und man bekommt weniger Geld. Hier gilt viel das Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Es kommt drauf an was du aus deinem Leben machst, aber erwarte nicht, dass du Hilfe vom Staat bekommen wirst. Denn die wirst du nicht bekommen.

Trip nach Fort Collins

Meine älteste Hostsister wohnt im Norden Colorados, in Fort Collins. Das ist etwa eine Autostunde von Denver entfernt. Abhängig vom Verkehr kann es auch 3 Stunden weit weg sein. Apropos Verkehr: Der ist einfach nur verrückt. In La Junta und Pueblo geht es ja noch, da sind nicht ganz so viele Autos unterwegs, bzw. man hat mehr Platz aber in Denver oder Springs ist Autofahren eine echte Challenge. Da wird links wie rechts überholt (was ich ganz praktisch find), wird nicht geblinkt beim Spurwechsel (da kann es schon mal passieren dass sich jemand DIREKT vor dein Auto setzt), wird extrem dicht aufgefahren (jetzt weiß ich warum hier die Versicherung so hoch ist), mitten in der Fahrspur angehalten um auf eine Lücke im Nachbarstreifen zu hoffen um die Spur zu wechseln (und hinter dem Auto staut es sich auf), in waghalsigen Manövern versucht sich in die Nachbarfahrbahn zu drängen (das ist einfach nur krank) und natürlich wird bei den zahlreichen Unfällen immer schön runter gebremst damit man was sehen kann, was auch wieder lange Stauketten zur Folge hat.

Jedenfalls sind wir nach 4,5 Stunden Fahrt dort heil uns sicher in Fort Collins angekommen. Wir verbrachten dort ein Wochenende. Zusammen ging es ins Kino und wir besuchten das berühmte Stanley Hotel. Das ist so ein Geisterhotel in welchem viele Gruselfilme gedreht wurden. Das Hotel befindet sich mitten in den Rocky Mountains und sieht einfach beeindruckend aus. Hier mal ein Bild von dem Hotel:

Laut meiner Hostmum wimmelt es in dem Haus nur so von Dämonen und Geistern. Dies hätten diverse Geisterjäger bestätigt. Ob man das glaubt darf sich jeder selbst aussuchen. Jedenfalls machen sie mit den Gerüchten ordentlich Geld und bieten Gruselwochenenden an. Sie haben auch Bilder, auf denen sie Geister fotografiert haben. Wobei ich mir da die ehrliche Frage gestellt habe, wie man denn ein Bild von etwas unsichtbarem machen kann? Im Endeffekt hatten sie verschwommene Bilder auf die Wand gehängt, die verschiedene Reflektionen drauf hatten. Das kann aber auch vom Sonnenlicht, dem Deckenlicht oder auch dem Kamerablitz kommen. Bei manchen Bildern sah es auch so aus als ob sie einfach Lichter fotografiert hatten.

Wir liefen etwas durch das Hotel und schauten uns alles an, was wir anschauen konnten. War schon cool, sah einfach alles riesig aus.

Danach sind wir die Berge hoch an einen  Bergsee gefahren. Dort wollen meine Hostsister und ihr Partner sich das Ja-Wort geben. Die Location ist echt genial. Sieht einfach nur mega aus, der See wie er von Bergen eingekesselt wird. Das einzige was hier nicht so ideal ist, ist der Wind der da wohl ständig weht und das es dort einfach nur kalt ist. Da war sogar der See noch zugefroren. Aber das angehende Ehepaar ist optimistisch, dass es bis dahin warm sein wird. Die beiden werden im Oktober heiraten. Da werde ich wohl in Deutschland unter einer schweren grauen Wolkendecke sitzen.

Der Grund für meine Überschrift

Wer hat den letzten Blogeintrag gelesen? Du? Kannst du dich noch an das Ende erinnern? Nein? Boah, das ist kein gutes Zeichen 😉

Damals erwähnte ich, dass ich mit dem IRO Club vom College aus Skifahren gehen werde. Kommt jetzt die Erinnerung wieder? 😛

Wir fuhren freitags ab und waren eine bunte Gruppe. Wir hatten je eine Person aus Amerika (Fahrer und Collegecoordinator), Schweden, Spanien, Mongolei, Japan, Venezuela, Kirgistan, einer kleinen Insel in der Nähe von Afrika deren Namen ich nicht weiß und mich aus Deutschland. Wir fuhren nach Denver um dort in einem Hotel zu übernachten. Die Stimmung war grandios, lag auch daran, dass es einen Pool und ein Becken mit heißem Wasser gab. War richtig gediegen.

Samstags sind wir nach Loveland gefahren. Das war nochmal eine Stunde weit weg. Dort checkten wir ein und besorgten uns Skier bzw. Snowboards. Zu Beginn versuchten alle wieder reinzukommen ins Skifahren. Das Mädchen aus Schweden ist praktisch mit Skiern aufgewachsen und war dementsprechend ein absoluter Profi. Auch der Amerikaner war richtig gut. Wir anderen waren mehr oder weniger Anfänger. Die Spanierin hatte schon etwas Erfahrung, war ein paar Mal Skifahren und ich war immerhin einmal. Der Rest war blutiger Anfänger. So verbrachten wir etwas Zeit um den Anderen die Basics zu erklären. Danach ging es auf die Piste. Zu Beginn fuhr ich den Einsteiger Hügel ein paar Mal, um wieder ins Skifahren reinzukommen. Anschließend ging es auf eine steilere Piste. Alles klappte wunderbar. Danach ging ich mit Cullen (dem Amerikaner und Collegecoordinator) mit auf einen riesigen Berg. Da dauerte die Liftfahrt schon 15 – 20 Minuten. Man hatte von dort oben einen herrlichen Ausblick. Die Piste war viel steiler, länger und kurviger als die Anfängerhügel. Ich versuchte mein bestes aber ich fiel sehr oft hin. Doch ich stand immer wieder auf. Einmal meinte Cullen, dass ich in einer etwas langsameren Version (die Ski zu so einem Pizzastück machen, wie wenn man bremst) wählen um den Berg hinunter zu kommen. Machte ich dann auch. Doch ich wurde immer schneller. Und schneller. Und schneller. Bald verlor ich Cullen hinter mir und ich raste mit voll Speed den Berg hinunter. Rechtskurve. Mein ganzes Gewicht auf dem linken Bein. Kurve gemeistert. Von jetzt ging es nur noch steil bergab. Und ich wurde wieder schneller. Die Schneebedeckten Tannenbäume schossen richtig an mir vorbei. Ich raste den Berg runter. Solange ich nicht umfall ist ja alles gut, dachte ich mir. Doch dann sah ich ein Kind mit einer grellgelben Jacke von der linken Seite heranfahren. Meine Bahn kreuzend. Ich war zu schnell um auszuweichen (und zu schlecht) und so schmiss ich mich bei höchstem Tempo auf die Seite. Ich fiel auf meinen Kopf und rollte den Berg hinunter. Mein rechtes Ohr, mein Allerwertester und meine rechte Seite schmerzten etwas. Ich war blöd gelandet und noch blöder den Berg runter gerollt. Doch glücklicherweiße schützte  mich mein Helm vor schlimmerem. Cullen kam neben mir zu bremsen und fragte nach, ob alles gut sei. Er meinte ich wäre wahnsinnig schnell gewesen. Er ist ein erfahrener und guter Skifahrer aber er hatte keine Chance mich einzuholen, ich war einfach zu schnell. Ich sehe das einfach mal als Beleg für meinen Wahnsinnsspeed. Ich rappelte mich auf und fuhr den Rest ohne weiteren Sturz hinunter.

Danach war Mittagspause angesagt. Die genossen wir. Der Plan war es, dass  Cullen mit der Spanierin und der Schwedin und mir auf einen noch höheren Berg gehen um diesen hinunter zu skiern (ist das ein Wort?). Ich dachte an den letzten Berg und äußerte meine Bedenken doch Cullen meinte, dass er mich auf keinen zu gefährlichen Berg lassen würde. Na dann! 🙂

Die beiden Mädels waren schneller mit dem Essen fertig und gingen schon mal voraus, auf den Anfängerhügel um sich die Zeit zu vertreiben. Als Cullen und ich fertig waren konnten wir die beiden nicht finden. Also sind wir auch auf den Anfängerhügel um die beiden zu finden, falls sie noch auf dem Hügel waren. Gesagt getan. Als wir runter fuhren meinte Cullen noch „Fahr mir einfach nach“. Ich reckte meinen rechten Daumen nach oben und los ging es. Wir fuhren Alpinenmäßig. Rechts, links, rechts… und als ich nach links fahren wollte passierte es.

Ich absolvierte meine Drehung als mein linker Ski sich im Schnee verhakte. Es verdrehte mein linkes Knie zur Seite und nach hinten. Unter einem schmerzerfüllten Aufschrei fiel ich auf die rechte Seite. Dabei löste sich mein rechter Ski aus der Bindung und schoss nach vorne. Mit dem Landen drehte sich mein Knie unter großen Schmerzen nochmals weg, ehe sich endlich mein linker Ski verabschiedete. Die beiden Skistöcke hatte ich da schon nicht mehr. Die habe ich losgelassen als sich der linke Ski verhakte. Ich rollte dann unter Schmerzensschreien nach unten. Ich habe noch nie solch einen Schmerz in meinem Knie gespürt. Ich kann es nicht beschreiben ob es brannte oder stach oder sonst was. Was ich fühlte war purer Schmerz. Ich lag zusammengekrümmt auf der Piste und schrie um Hilfe. Ich hatte Tränen in den Augen, es war bestialisch. Ich konnte mein Bein nicht bewegen. Ich setzte mich mit Hilfe meiner Hände auf den Rücken. Danach zog ich mit meinen Händen meinen linken Fuß in eine vernünftige Position, damit dieser nicht so verdreht da lag. Endlich kam Hilfe. Ein asiatischer Skifahrer fragte mich ob ich Hilfe benötige. Er fragte ob er jemanden informieren könne. Ich versuchte ihm Cullen zu beschreiben. Das war gar nicht so einfach da sein Englisch nicht so großartig war und er nur die Hälfte verstanden hatte. Ironischer Weiße hatte er besonders Probleme mit dem Namen „Cullen“. Obwohl da gar kein „R“ ist. Nach einer gefühlten Ewigkeit fühlte er sich sicher genug und machte sich auf die Suche. Ich saß dann im Schnee und wartete. Es tat immer noch weh wie blöd. Dennoch versuchte ich irgendwie aufzustehen um mein Zeugs zusammenzusammeln und dann nach unten zu laufen. Doch es klappte nicht. Ich konnte nicht aufstehen. Also versuchte ich den Berg runter zu rutschen. Irgendwie fortbewegen. Egal wie, Hautpsache runter von diesem Berg, dachte ich mir. Doch eine Frau stoppte mich. Sie sagte, dass sie die Bergwacht informiert hatte und dass ich ruhig liegen bleiben solle. Sie schob einen Skistock in meine Skihose, damit ich mein Bein nicht unfreiwillig bewegen würde. Als die Bergwacht endlich eintraf checkten sie meinen ganzen Körper. Doch zum Glück war es „nur“ das Knie. Inzwischen war auch Cullen eingetroffen. Er stapfte den ganzen Schneebedeckten Berg mit seinen Skistiefeln hinauf. Er war völlig außer Atem als er ankam. Nach ihm traf der Rettungsschlitten ein, in den ich gelegt wurde. Da kam mir ein genialer Gedanke. Ich bat Cullen Fotos mit meiner Kamera (der glücklicher weiße nichts passiert ist. Da haben sich die 10€ für die Schutzhülle schon ausgezahlt) ein paar Bilder zu schießen, wie ich gerettet werde. Ich sagte ihm „this might be a once in a lifetime chance“ („dies ist vermutlich eine Einmal-im-Leben Situation“). Er erfüllte mir dankenswerter Weiße den Gefallen. Jetzt habe ich paar coole Rettungsbilder 🙂

In einer Krankenstation am Fuße des Bergs wurde ich dann nochmals untersucht. Und es gab viele Papiersachen zum ausfüllen. Am Ende bekam ich eine Kartonstütze für mein Bein. Cullen meinte später schmunzelnd das ich nun wie ein billiger Iron Man aussehen würde.

Als wir wieder zurück gehen wollten gab es die nächste Herausforderung. Ich musste zum Van humpeln. Ich wurde von beiden Seiten gestützt, jedoch bekam ich es wegen der Höhe des Berges Probleme mit meinem Asthma. Ich war durch das Hüpfen auf einem Bein unnatürlich schnell fertig und hatte Probleme Luft in meinen Körper zu bekommen. Da wir unbedingt einen Asthmaanfall auf dem Berg vermeiden wollten legten wir auf dem Weg zum Van, der mir viel zu lang schien, kurze Verschnaufpausen ein.

Das passierte an einem Samstag. Am Dienstag ging ich dann zum Arzt um prüfen zu lassen, dass nichts gerissen oder gebrochen ist. Inzwischen konnte ich etwas Gewicht auf mein Bein legen. Die Seiten von meinem Knie taten extremst weh. Auch konnte ich mein Bein nicht wirklich nach vorne oder hinten bewegen. Mein Hostdad ging mit zum Arzt, er meinte dass er sicher gehen möchte, dass mich die Leute da nicht übers Ohr hauen. Das kann hier schon mal vorkommen, dass du dann am Ende unnötige Sachen verordnest bekommst welche die Versicherung nicht übernimmt und du dich dann arm zahlen darfst. Fand ich ganz nett.

Auch hier gab es wieder Seiten von Papier zum ausfüllen. Zunächst wurden verschiedene Messungen gemacht (Blutdruck, Sauerstoffgehalt, usw.) die alle im grünen Bereich waren. Danach kam die Ärztin rein. Sie untersuchte mein Knie und kam zu dem Ergebnis, dass nichts gerissen oder gebrochen ist. Es sieht alles gut aus. Ich habe es mir nur ziemlich böse verdreht. Davon abgesehen, dass mein Knie mega dick angeschwollen ist. Trotz kühlen. In meiner Verzweiflung habe ich sogar die deutscheste aller deutschen Cremes auf mein Knie geschmiert. Die Salbe, die gegen alles hilft. Nivea 😀

Aber war danach leider immer noch dick. Die Ärztin verschrieb mir Pillen (hier gibt es gegen alles Pillen) gegen das Anschwellen, welche wir am Abend besorgten.

 

Das Ganze ist nun über eine Woche her. Inzwischen kühle ich nicht mehr mein Knie und das mit dem Pillenschlucken mache ich nur noch sporadisch, wenn mein Knie mal wieder schmerzt. Ich bin die ersten 5 Tage mit Krücken durch die Gegend gestolpert, ehe ich sie wieder in die Ecke gelegt habe. Inzwischen laufe ich wieder durch die Gegend, wenn auch noch nicht ganz so schnell. Mein Knie tut noch etwas weh was mich bei der Bewegung einschränkt doch ich bin mir sicher, dass ich bald wieder gesund sein werde.

Alright, damit beende ich nun meinen Blogeintrag. Ich hoffe er hat euch gefallen – der nächste kommt wie gehabt in zwei Wochen. Darauf könnt ihr euch schon freuen, denn es steht die Vorbereitung für eine wichtige Präsentation in Ethics an und ich werde versuchen meine Steuererklärung abzugeben.

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