On Tour

Jul - 22 2015 | no comments | By

Hallo ihr fleißigen Leser,

bald habt ihr es geschafft! 😉 Dies wird mein vorletzter Blogeintrag sein. Vielleicht sogar auch der letzte, ob ich danach noch was schreibe steht in den Sternen… Dann endet die meine Reise in den USA, auf der ihr mich über die Blogeinträge begleitet habt.

Es ist extrem viel passiert die letzten Tage. Irgendwie kann ich es auch selber gar glauben, was ich alles erleben durfte. Es ist einfach ein riesiges Privileg am PPP/CBYX teilnehmen zu dürfen und auch den Roadtrip am Ende in dieser Form durchführen zu können. Ich habe die letzten Tage Orte gesehen von denen ich nie gedacht hätte sie jemals zu sehen und bei manchen nicht einmal gewusst dass sie überhaupt existieren.

Tag 3
04.07.2015 / Fort Collins, Colorado -> Minneapolis, Minnesota

Nachdem ich meine Sachen nach der Landung in Minneapolis aufgesammelt habe, würde ich auch schon von meinen Reise Kumpanen abgeholt.
Danach ging es in die Mall of America, der größten Mall hier in den Vereinigten Staaten. Da gibt es sogar einen eigenen Freizeitpark mit Achterbahn IM Gebäude drin. Ist schon super genial. Leider war wegen dem Feiertag alles geschlossen, das war schade.
Am 4. Juli ist Independence Day, also Unabhängigkeits Tag. Der wird super groß gefeiert.
Abends sind wir in einen Park und haben uns dort das Feuerwerk angesehen. War fast eine halbe Stunde lang und ziemlich cool. Gerade die letzten fünf Minuten waren genial mit einem überragenden Finale.
Tag 4
05.07.2015 / Minneapolis, Minnesota -> Rapid City, South Dakota

Früh morgens ging es los nach Rapid City . Wir haben versucht mich als Fahrer für den Leihwagen eintragen zu lassen. Das hat aber leider wieder nicht geklappt, die Filiale am Flughafen war nicht fähig ein Papier auszufüllen. Jetzt werden wir das erst in Rapid City machen.
Die reine Fahrzeit betrug 8,5h. Das ist ziemlich viel Zeit die man da im Auto verbringen muss. Die Landschaft ist total unspektakulär. Alles ist eben. Aber so richtig. So, als ob jemand mit der Wasserwage und Planierwalze gearbeitet hat. Was hier auffällt sind die vielen viele Maisfelder, die gigantisch groß sind. Manchmal kann man nur schwer erkennen wann das eine endet und das nächste anfängt.
Nach dem Meer ausMaispflanzen kamen endlose Wiesen. Und damit ,eine ich wirklich endlos. Da kam alle zwei bis drei Stunden eine Farm und das wars. Sonst nur Wiesen.
Nach vielen Stunden Fahrt kamen wir an den Badlands an. Die Badlands sind eine bergig, kluftige Landschaft die einfach plötzlich auftaucht. Ohne Vorwarnung geht es da eine Kluftlandschaft in der Wiese runter. Die felsige Landschaft war super groß. Auch für das Auge war es klasse mal was anderes außer Grün zu sehen.
Anschließend ging es weiter zu unserem Motel in Rapid City. Es etwas muffig aber ansonsten ganz okay.
Da es regnete wie aus Kübeln gingen wir nicht zum Mount Rushmore in die Light Show anzuschauen. War schade aber du kannst halt nicht alles beeinflussen. Sometimes you have to
Deal with Shit. Also haben wir den Abend im Kino verbracht, was auch ganz nett war.
Tag 5
06.07.2015 / Rapid City, South Dakota -> Clark, Wyoming

Morgens machten wir uns ganz früh zum Sonnenaufgang bereit und fuhren zum Mount Rushmore. Leider war es bewölkt und wir waren spät dran, so konnten wir den Aufgang der Sonne nicht sehen. Da wir waren sogar vor den Parkleuten da waren, konnten wir den berühmten Berg mit den 4 Präsidenten Washington, Jefferson, Rosevelt und Lincoln ohne Gebühr anschauen. Das war auch nicht schlecht. Dazu kam noch das wir, abgesehen von höchstens sieben weiteren Frühaufstehern, die einzigsten am Berg waren. So mussten wir uns nicht durch einen Menschenstrom kämpfen.
Nachdem wir uns satt gesehen haben fuhren wir weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit. Dem Devils Tower. Der Devils Tower ist ein großer, fast senkrecht nach oben gehender Berg mitten im nix von Wyoming. Er sieht aus wie eine Sammlung von Cheese Sticks. Über die Entstehung gibt es viele Theorien, die geläufigste ist, dass er aus einem Vulkan entstand.
Der Berg ist auch mit etwas über 1.500 Metern ordentlich hoch. Das interessante am Berg ist noch, dass die Landschaft zwar nicht eben, sondern leicht hügelig ist, aber halt auch nicht wirklich mit hohen Hügeln. So macht der Höhenkontrast den Berg nochmal höher und das Bild welches sich einem bietet, noch bizarrer.
Als nächstes stoppten wir im wahrscheinlich kleinsten Dorf Amerikas. In Clark! Gefühlt 5 Häuser, 2 Straßen und eine Stunde Fahrt zu einer gröberen Ansammlung von Häusern. Zur nächsten Stadt fährt man vier Stunden. Uns hat es nach Clark verschlagen, da es besagte Stunde von Cody weg liegt. Dort findet im Sommer dort ein groß angelegtes Rodeo statt. Wyoming gilt auch als Cowboy und Rodeo Staat. In Clark selber gibt es natürlich kein Hotel, da haben wir über eine Internetseite einem Platz von Privatleuten gefunden. Das war sehr preislich ein guter Deal und da haben wir zugeschlagen.
Über das Rodeo will ich nicht so viel schreiben. Nur so viel; wenn wir gewusst hätten, wie sehr die Tiere dort gequält und unnötigen Stress ausgesetzt werden, wären wir nicht hingegangen. Das war äußerst brutal und war absolut nicht okay.

Tag 6 -8
07.07.2015 – 09.07.2015 / Clark, Wyoming – Big Sky, Montana -> Spokane, Washington

Am nächsten Tag machten wir uns auf zum nächsten Hotel nach Big Sky, Montana. Dort hatten wir günstig ein ganzes Apartment ergattern können, das war schon klasse. Wir blieben dort für zwei Nächte und machten von dort Ausflüge in den Yellowstone Nationalpark rein.
Der Yellowstone Nationalpark ist einer der bekanntesten Parks in Amerika. Er ist riesengroß und mega abwechslungsreich. Am ersten Tag suchten wir primär Tiere und fanden auch einige. Dreimal trafen wir auf Bären, einmal auf Elche, Bisons die ganze Zeit und dann halt noch weitere, weniger spektakuläre Tiere.
Am zweiten Tag besuchten wir die vielen Gesiere und heiße Quellen. Diese machten den Naturpark erst so bekannt. Das war wahnsinnig beeindruckend. Da stehst du manchmal einfach nur mit offenem Mund da und fragst dich ob das noch echt ist. Es ist einfach unglaublich schön!
Am dritten Tag wanderten wir auf einen Berg, war auch toll die Aussicht zu genießen. Danach schauten wir noch ein paar Stellen an die wir gestern nicht anschauen konnten. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg nach Spokane, wo wir abends ankamen.
Tag 9
10.07.2015 / Spokane, Washington -> Seattle, Washington

Morgens ging es los Richtung Seattle. Unterwegs stoppten wir an einer Aussichtsplattform vom Mount Reinier . Ist ein riesen Berg. Normal sieht man ihn wie seine schneebedeckte Spitze über den Wolken thront. Leider kamen wir etwas spät und sahen dieses Schauspiel nur wenige SeKunden, ehe die Wolke nach oben stieg und uns und den Berg in weißen Wasserdampf packte. Das war es mit der Aussicht. Der Berg ist ungefähr 4.400 Meter hoch, also ordentlich hoch.

Man hat halt nicht immer Glück. Ich fand es dennoch cool, dass wir wenigstens das Bild für einige Sekunden sehen durften.
Danach ging es direkt zum Hotel in Seattle, Tacoma.
Abends ging es nach Seattle rein um beim Mc Donalds zu essen. Dort parkten wir neben dem Space Needle for free und kauften uns Tickets dafür. Vor der Dämmerung ging es nach oben und nach dem Einbruch der Dunkelheit wieder runter. So sahen wir Seattle bei Tag und Nacht. War schon lässig.
War leider etwas bewölkt darum war der Sonnenuntergang nicht so spektakulär aber der Anblick bei Dunkelheit war super.

Tag 10
11.07.2015 / Seattle, Washington

Wir fuhren nach Seattle rein und parkten es in einer Tiefgarage eines Bürokomplexes. Dort ergatterten wir ein Flat Rate Deal wo wir das Auto für $8,55 für so viele Stunden wie wir wollten, parken konnten. Das war natürlich überragend, auch weil wir super zentral im Herzen von Seattle standen und es im Vergleich zu den anderen Parkplätzen viel günstiger war. Die kosteten $25+ für ein paar Stunden. Hat da schon super geklappt.
Wir kauften uns Tickets für das EMP Museum. Das Museum ist komisch. Super interaktiv, man konnte ganz ganz viel machen. Und es deckte mega viele Themen ab. Es gab einiges zur Musik, Computer Spiele, Spielkonsolen, Cartoons, Horrorfilmen und dem Football Team von Seattle, den Sea Hawks .
Als nächstes liefen wir zum Starbucks. Es ist der erste Starbucks überhaupt. Das weltweit operierende Kaffeehaus hat in Seattle seinen Ursprung und genau diesen ersten Starbucks besuchten wir. Er sah super aus und war natürlich sich mega gut besucht von den ganzen Kaffee Jüngern .
Nachdem wir unseren Geschmacksnerven mit dem heißen Gebräu verwöhnten, liefen wir zum Fisch Markt in Seattle. Der Markt ist super berühmt, da werfen die Händler die Fische durch die Gegend wenn einer einen möchte. Das sieht sehr cool aus.
Nach dem Markt liefen wir zum Pier und setzen uns ein bisschen auf Treppenstufen um dort etwas das Bild, was sich vor uns ausstreckte, zu genießen. Das Riesenrad, der Pier, Teile vom Markt und sehr viele Touristen tummelten sich vor uns.
Nach einer Weile ging es zum Hard Rock Cafe um dort Abend zu essen. War mein erstes mal in einem hat’s Rock Cafe und war ganz lässig, das Essen war super gut. Gerade die Soße war Top. Irgend so eine Garlic Soße.

Tag 11
12.07.2015 / Seattle, Washington -> Bend, Oregon

Morgens stoppten wir beim Troll von Seattle. Dieses große Steinkunstwerk unter einer Brücke, wurde von den Leuten erstellt um den Gemeinschaftssinn zu stärken. Sieht cool aus.
Wir stoppten unterwegs in Portland, um in einem Bomber Restaurant essen zu gehen. Doch leider kam jemand auf die glorreiche Idee den alten Flieger nach 30 Jahren zur Restauration zu bringen. So konnten wir leider kein Bomber sehen.
Danach ging es non Stop nach Bend. Ankommen, Einchecken, zu Taco Bell was essen und ab ins Kino um dort die Minions anzuschauen. Der Film war nicht überragend, war halt okay.
Er beginnt lustig und wird nach 20 Minuten langatmig.

Tag 12
13.07.2015 / Bend, Oregon -> San Fransisco, California

Unser erster Stopp war am Lava Butte, einem alten Vulkan. Der komplette Vulkan Berg besteht aus Asche und versteinertem Magma . Ist alles ganz porös und fühlt sich echt ulkig an da drauf zu laufen. Es knirschte auch immer, fast wie im Schnee. Wir spazierten einmal auf dem Kraterring entlang und bekamen so eine wunderbare Sicht von allen Seiten.
Als nächstes ging es weiter südlich im Park zu einer Art Geröllmüllhalde der besonderen Art. Es war ein riesiger Schutt Berg bestehend aus getrocknetem Lava. Die Steine hatten unterschiedliche Farben und Strukturen. Das besondere waren die Obsidiale. Schwarze Steine, messerscharfe Kanten, die Oberfläche wie Glas. Die sehen echt mega aus und die gab es dort auch in allen möglichen Größen und Formen. Wir wanderten dort zur Spitze des Berges und wieder zurück, war nicht hoch, brauchte nur eine Stunde.
Es was beeindruckend, da durch zu laufen, war irgendwie unwirklich. Sowas habe ich noch nie gesehen und es ist schwer sich das vorzustellen.
Als nächstes ging es Richtung Crater Lake. Dieser See befindet sich in einem alten Vulkan. Und in dem See befindet sich eine kleine Insel, die auch ein Vulkan ist. Also ein Vulkan im Vulkan. Ziemlich edel und der Blick auf diesen Crater (Krater) Lake (See) ist echt einzigartig. Wir machten dort einige Bilder und umfuhren dort den halben See.
Nach dem See ging es auf eine nicht enden wollende Fahrt nach San Francisco. Unterwegs trafen wir an einem Aussichtspunkt ein paar Leute mit denen wir uns unterhielten. Als wir ihnen sagten das wir noch nach San Francisco wollten lachten sie nur und wünschten uns viel Glück. Wir fuhren am Mount Shasta vorbei, ein großer, schneebedeckter Berg auf dem Weg zu unserem Ziel. Wir hatten das Glück den Berg beim Sonnenuntergang zu sehen, dass war schon klasse. Sieht echt mega aus, wenn die goldenen Strahlen der Sonne auf das grau und weiß des Berges trifft.
Die Fahrt nach Oakland / San Francisco war hart. Es wollte einfach nicht enden .
Gegen Mitternacht kamen wir an. Es gab Parkplatzwächter. Kann ein gutes und schlechtes Zeichen sein. Oakland ist nicht so ein super Stadtbezirk. Bisschen wie Berlin Neu-Köln. Da will man eigentlich nicht hin.

Tag 13
14.07.2015 / San Fransisco, California

Der Tag begann gediegen, das war auch gut so.
Um 4pm verließen wir den Laden in dem wir brunchten, also eine Mischung aus Frühstück und Mittagessen. Das schockte mich sehr, mein Tag danach war auch sehr verspult . Wir fuhren nach Oakland an den Pier rein zum Jack London Square . War an sich ganz nett, ich war halt einfach nicht ganz auf der Höhe um es zu genießen.
Wir setzten uns in einen Biergarten und entspannten etwas, danach ging es in einen sehr gammeligen Walmart und zurück zum Zimmer.
Es war ziemlich gut das wir heute so ein loose day eingebaut haben, denn wir waren alle ziemlich platt. So nutzen wir den Tag um unsere Batterien aufzuladen. Davon werden wir die nächsten Tage noch zehren.

Tag 14
15.07.2015 / San Fransisco, California

Morgens fuhren wir nach San Francisco rein. Da kamen wir schön mit der teilweise krassen und kreativen Straßenführung der Stadt in Berührung. Drüber, drunter, dran vorbei. So liegen die Straßen in dieser Stadt. Macht bestimmt Sinn, nur wir hatten Probleme mit der Orientierung, da nicht jede Straße dahin führt, wo man es vermutet hätte. Mitten zwischen den Hochhäusern versagte unser Navi, da es kein Signal mehr bekam. Also navigierten wir unser beladenes Auto mit einer Touristenkarte durch den Stadtkern von San Francisco.
Unser erstes Ziel war (natürlich) die Golden Gate Bridge. Die rote, hänge Brücke ist das Wahrzeichen der Stadt. Wir hatten extrem viel Glück, denn normal liegt die Brücke immer in Nebelschwaden. Bei uns nicht, wir hatten super Wetter. Eine überragende Sicht auf die Brücke. Und es war extrem knapp, denn kurz nachdem wir fertig waren zogen die Wolken auch schon wieder die Brücke zu.
Danach ging es zum Pier 39, dort hatten wir ein paar Gutscheine aufgesammelt, mit denen konnte man 2h am Tag umsonst parken. Dafür müssten wir alle zwei Stunden aus dem Parkhaus raus und wieder rein. Klappte nur mittelmäßig, wir zahlten am Ende trotzdem $27. Hatten dafür einen Parkplatz direkt am Pier und parkten dort fast einen ganzen Tag, wo die Stunde $9 kostet.
Wir schlenderten am Pier entlang und schauten uns alles sehenswertes an.
Wir versuchten noch Karten für eine Alcatraz Tour zu bekommen, doch die nächste mögliche Tour war der 17. August!! Schon krass wie die ausgebucht sind.
Wir nahmen stattdessen an einer Küsten Tour Teil. Wir fuhren unter der Golden Gate Bridge durch und ganz nah um die Alcatraz Insel herum. Das war schon sehr sehr cool. Die Strömung war sehr stark und der Wind blies super stark. Das merkten wir als wir vorne standen und eine große Welle über die Reling schwappte und uns von Kopf bis Fuß mit gutem San Francisco Küstenwasser durchtränkte. Das war nicht so toll und wir versuchten uns während der Fahrt von Sonne und Wind zu trocknen. Hat auch so halbwegs geklappt.
Richtig getrocknet sind wir dann erst als wir auch durch die City gelaufen sind. Wir liefen eine Straße hoch an der auch die Cable Cars liefen. Doch $15 und eine Stunde warten waren uns zu viel. Also liefen wir die extrem steile Straße nach oben.
Das fällt einem in San Francisco auch sofort auf, die Straßen gehen hier super steil hoch und runter. Da kann man richtig das anfahren am Berg üben, wenn hier nicht alles (bis auf wenige Ausnahmen) Automatik wäre.
Wir liefen bis zur Lombardi Street und diese runter. Diese Zick Zack Straße ist sehr berühmt und kennt man aus vielen Filmen. Da es so steil runter geht hat man die Straße im Alpinen Stil angelegt. Die Straße ist mit roten Steinen gepflastert und dazwischen hat es jede Menge Blumen.
Zum San Fransisco Dungeon gingen wir auch als nächstes hin. Ich war ja schon in London, dort war es mehr auf Horror gestellt. Hier in der Stadt der Golden Gate Bridge war es mehr interaktiv und story based. Man kam von Raum zu Raum in unterschiedliche, zusammenhängende Story Abschnitte. Die Geschichte wurde dort von unterschiedlichen Charakteren aus deren Sicht weitererzählt. Das war schon cool, weil wir alle auch mitspielen konnten.

Tag 15
16.07.2015 / San Fransisco, California  

Morgens ging es wieder nach San Francisco rein. Diesmal hatten wir weniger Glück, sowohl vom Wetter als auch vom Verkehr. Da waren wir echt froh das wir gestern die Chance mit der Golden Gate Bridge nutzten.
Wir parkten am Strand und wateten etwas durch das kalte Wasser des Pazifischen Ozeans. Danach liefen wir auf dem, von der Sonne aufgeheiztem, Sandstrand zurück. War richtig gut.
Als nächstes stoppten wir an den Pink Ladys. Die Pink Ladys sind eine Reihe von Häusern die von der Struktur her gleich sind, jedoch ihren eigenen Stil und Farbe haben. Sieht ganz nett aus. Überhaupt haben die Häuser in diesem Viertel etwas einzigartiges an sich. Sind alle bunt und haben ganz individuelle Stils. Dadurch das alles so eigen aussieht passt es auch wieder zusammen.
Abends ging es nach dem Essen zum Coit Tower, dort wollten wir den Sonnenuntergang anschauen. Ging leider nicht, da der Turm nur bis 6pm geöffnet war. Das war schade aber kein Weltuntergang. Kann man halt nicht ändern. Stattdessen liefen wir am Pier noch etwas durch verschiedene Läden. Ich kaufe mir noch eine Cap von San Francisco. Sieht echt mega gut aus.

Tag 16
17.07.2015
San Francisco, California -> Yosemite Nationalpark, California -> Jamestown, California

Wir dachten gestern noch darüber nach, erst zum Silicon Valley und dem Winchester Haus zu fahren, haben es dann aber gelassen. Das hätte uns zeitlich zu stark zurück geworfen. So fuhren wir durch und kamen gegen 1 pm am Yosemite Park an. Der Park ist wie eine riesige Schlucht mit einem Fluss der der Länge nach durch geht und ganz stark bewaldet ist. Die Bäume sind dabei mega groß. An einem Info Stand ließen wir uns ein paar Attraktionen auf einer Karte einkreiseln, die realistisch an einem Tag abzufahren sind.
Zuerst ging es zu einem Baum Park mit gigantischen Bäumen. Das bemerkte man auch wenn man schlecht beim schätzen von Höhen ist, denn die Zapfen die von den Bäumen vielen waren oftmals länger als der Kopf mit Hals und so breit, dass man ihn gerade so mit seinen Händen umspannen konnte.
Wir wanderten eine gute Schleife bis zu einem alten Baum, der von oben auf wundersame Weise gespalten war und bei dem nun zwei Zacken abstanden. Unten, am Boden, war ein viereckiger Klotz raus gesägt worden, so dass die Straße durch den Baum führt. Das war schon cool.
Vor allem weil der Baum halt so gigantisch ist. Was den Baum oben so zerspalten hat wissen wir nicht. Vermutlich hat ein Blitz den oberen Teil raus gebrannt.
Danach wanderten wir zu einem Wasserfall. Dazu wanderten wir locker eine Stunde. Und es ging abartig steil nach oben. Oben angekommen war der Wasserfall gar nicht so spektakulär. Was hier halt wieder Wahnsinn war, ist dass es dort Steine im Fluss gibt, die so groß wie Häuser sind. Die Dimensionen sind halt abartig. Man merkt es auch erst wenn man die winzigen Menschen daneben im Vergleich sieht. Echt groß. Die steilen Felswände an den Seiten sind auch sehr beeindruckend. Eine dunkle Art von grau mit sandfarbenen Streifen. Echt cool anzusehen, gerade auch im letzten Licht der untergehenden Sonne.
Danach ging es noch zu einem anderen Wasserfall. „Fall“ trifft es ziemlich gut, denn das Wasser fällt da wirklich einfach von der Kante. Der höchste Wasserfall in Nordamerika. Sah schon beeindruckend aus, wie die Wassertropfen sich da die Klippe hinunter stürzen und unten am Boden sich in einem Fluss sammeln und weiter fließen.
Nach diesem Wasserfall fuhren wir zurück. Stoppten noch kurz beim Walmart und Safeway und machten uns auf den Weg zum Hotel in Jamestown.
Ich hoffe euch hat mein Aufschrieb gefallen. Ich hatte wenig Zeit und habe es zwischen Tür und Angel schnell in mein iPad getippt. Ist deshalb vielleicht nicht immer ganz so flüssig zum lesen.
Inzwischen haben wir Los Angeles besucht, da kann ich auch wieder allerhand schreiben…
Bis dahin 🙂

Dies ist kein Abschied…

Jul - 05 2015 | no comments | By

Die Türe schließt sich, man hört einen Chor von leisen ‚klack‘ Geräuschen. Der Sitz fühlt sich bequem an. Vor mir sehe ich viele Hinterköpfe. Zwei ohne Haupthaar, zwei blonde, eine Mischungen aus blond und braun. Einige schwarze Haare und noch ein paar dunkelbraune, oder dunkelblond, wie man’s nimmt. Jetzt hört man noch vereinzelt ein metallisch klingendes *klick*. Es gibt halt doch immer wieder Nachzügler.
Über die Lautsprecher ertönt eine verzerrte Stimme. Wir sind aufgefordert ihr anhand einer Broschüre zu folgen. Die meisten machen es nicht, in der Hoffnung, dass alles gut wird. Ich folge mit der Broschüre. Ich muss grinsen, als mir Cullens „Better be save as to be sorry“ in den Sinn kommt. Wo er recht hat, hat er recht.
Es ertönt ein piepen, die Gebläse über uns beginnen volle Pulle kalte Luft ins Flugzeug zu blasen. Da steuert wohl ein Schneemann die Klimaanlage 😉 Das ist der Moment in dem ich wirklich froh bin, meine College Jacke über dem T-Shirt zu tragen. Drei Plätze neben mir sitzt eine Lady mit kurzer Hose und T-Shirt, die muss aus Sibirien kommen. Oder Alaska. Das ist jedenfalls nix für einen Jungen der das letzte Jahr mit Sonne ohne Ende und super heißen Temperaturen jenseits der 38-40 Grad Celsius verwöhnt wurde. Haha, das kann kommenden Winter echt was werden, wenn ich mich dann durch das eiskalte Stuttgart auf den Weg zu meiner neuen Schule machen darf. Brrr, da fröstelts mich jetzt schon. 😀
Ein Ruck geht durch das Flugzeug und beginnt rückwärts zu rollen. Nicht viel, nur ein paar Meter. Dann bleibt es stehen und lässt den Motor aufheulen. Wie Autos, die sich zum bevorstehenden Rennen bereit machen. Oder wie jemand der mit seinem Auto etwas angeben möchte.
Wieder verschaft sich eine Stimme durch die Lautsprecheranlage Gehör. Es ist der Pilot. Nach der Vorstellung und der nochmaligen Wiederholung des Reiseziels sagt er nicht etwas wie, „Lehnen sie sich zurück und genießen Sie den Flug, wir starten“ sondern, „Uns tut es aufrichtig leid aber wir können nicht starten aufgrund technischer Probleme“. Aha, genau DAS was man als Passagier hören möchte. Und weiter, „Die Reparatur wird voraussichtlich eine Stunde dauern“, sowas ist natürlich super wenn man seine Mitreisenden treffen möchte.
Nach einer Weile hieß es dann, dass die Reparatur länger dauert und alle das Flugzeug verlassen dürfen, das Gepäck könnten wir im Flieger lassen. Alrigth, also alle raus und vor dem Gate gewartet. Es dauerte nicht lange bis die Nachricht kam, dass das Flugzeug in seiner aktuellen Verfassung flugunfähig ist und es ausgetauscht werden muss. Jeder soll doch bitte sein Gepäck abholen und sich in der Nähe des Gates aufhalten.
Also alle rein, Gepäck raus, Flugzeug weg. Kurze Zeit später kam dann auch wirklich ein neues, flugfähiges, Flugzeug.
Das Boarding fand dann auch irgendwann statt und mit jeder Menge Verspätung hob der Pilot die Maschine in die Höhe. Das war ganz schön ruckelig, ging immer wieder hoch und runter. War bisschen wie in einer Kinderachterbahn 😀
Jetzt bin ich hier im Flugzeug, schaue aus dem Fenster und sehe die Landschaft unter mir verschwinden. Denver haben wir vor 20 Minuten verlassen, Minneapolis werden wir wohl in 70 Minuten erreichen. Dort werde ich auf zwei weitere Programmteilnehmer treffen und mich mit ihnen auf die Reise machen. Ich freu mich 🙂

Liebe Leserinnen und Leser,
die Welt ist schon verrückt. Jetzt schreibe ich doch tatsächlich meinen Blog im Flugzeug. In so einem kleinen 50 Personen Flieger welcher sehr unruhig vor sich hin fliegt.
La Junta – meine Heimat des vergangenen Jahres – habe ich hinter mir gelassen. Auch von meiner amerikanischen Familie musste ich mich verabschieden… Heute könnt ihr ein letztes Mal ein ‚Update zur aktuellen Lage‘ lesen. Die (hoffentlich) zukünftigen Beiträge werden in einem etwas anderen Format geschrieben. Wie es wird werdet ihr ja dann sehen.
So, jetzt wünsche ich euch ganz viel Spaß beim lesen! 🙂

Update zur aktuellen Lage:

Work: Meine letzten Arbeitstage waren davon geprägt letzte Projekte erfolgreich zu beenden. Dies gelang mir auch ohne große Probleme, sodass ein sauberer Übergang zu meinem/meiner Nachfolger/in als Praktikant des SBDC’s möglich ist. Das war mir wichtig, denn ich würde es auch nicht gut finden, wenn ich irgendwo neu anfangen würde und mich mit den unbeendeten Altlasten des Vorgängers rumschlagen müsste. Das ist immer besser wenn man seine Sachen ordentlich zu Ende führt, da man selbst in der Thematik drin ist und sich nicht erst zeitintensiv einarbeiten muss.
An meinem letzten Arbeitstag gab es ein großes Abschiedsessen mit den ganzen Leuten vom SCORE Center und noch einigen Angestellten vom College, unter anderem kamen meine Collegecoordinatorin und der Präsident. Das war schon genial 🙂
Und mit dem gemeinsamen lunch ging auch mein letzter Arbeitstag zu Ende. Es war eine hochinteressante Erfahrung, die ich in den beiden Einrichtungen, für die ich arbeitete, erleben durfte. Ich konnte viel Wissen und Erfahrung einbringen, aber auch sehr viel Neues lernen. Es waren viele verschiedene spannende Projekte – die Tätigkeitenvielfalt war überwältigend. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich dort mein Geld verdienen durfte.

Wetter: Die letzten Wochen hatten wir in La Junta immer 35+ Grade. Das war richtig klasse 🙂 In Fort Collins war es auch nicht schlecht, da hatte es allerdings „nur“ 30 Grad Celsius, war ganz okay.

Auto: Das Auto befindet sich nun seit letztem Mittwoch auch offiziell im Besitz meiner Hostmom. Ich bin froh, dass der ganze Prozess gut verlaufen ist.

Der Grund für meine Überschrift

Letzte Tage in La Junta

Die letzten Tage in La Junta fanden im immer näher kommenden Schatten des Abschieds statt. (Ich weiß das kommt jetzt überraschend 😉 )
Es war schon komisch nach einem Jahr den Koffer zu packen. Es ging sogar einigermaßen alles gut hinein. 🙂
Die bilderbefreiten Wände sehen nackt aus. So leer. Auch das Regal auf dem ich sonst alles mögliche zu Türmen gestapelt habe ist wie leergefegt. Mein Koffer, den ich sonst als Kleiderablage genutzt habe, liegt nun offen und mit Kleidern gefüllt auf dem Boden. Alles im Zeichen des Abschieds. Sogar die Hunde lungern deprimiert auf dem Bett rum und schauen ganz enttäuscht drein. Sofern das Hunde können 😀

Ein letztes Mal einkaufen, ein letztes Mal zur Arbeit um sich von allen zu verabschieden, ein letztes Mal zum College um sich dort zu verabschieden, ein letztes Mal dabei sein ein Auto zu reparieren, ein letztes Mal… Alles zum letzten Mal. Wobei ‚letztes Mal‘ nicht ganz richtig ist. Man muss noch ein Wort daVOR setzen. Richtig wäre ‚Zum VORletzten Mal‘. Denn eins steht fest, dies wird kein Abschied, es wird ein ‚Auf Wiedersehen‘. Mit ist die kleine Wüsten-/Präriestadt über das Jahr ans Herz gewachsen. Es war unbekannt, herausfordernd, spannend, anspornend, nicht immer einfach aber letztendlich jede Mühe wert.
Für immer dort zu leben ist für mich keine Option, aber auf jeden Fall eine Überlegung für zukünftige Ferienplanungen. Viel Neues zu sehen gibt es für mich hier nicht mehr. Aber es sind nicht irgendwelche Stücke Beton, oder spektakuläre Naturbilder, nein, es sind die Menschen die diese City zu einem für mich wunderbaren Ort machen.
Ich verließ La Junta am 02.07.2015. Es war abends, als meine zweite Heimat im Rückspiegel verschwand. Damit schließt sich für mich persönlich der Kreis. Ich kam in der Nacht an und ich verließ La Junta in der Nacht. Das hatte irgendwie was.

Ich führe nun eine neue Kategorie ein, sie ist den das zukünftigen Tagen geschuldet.

Der Roundtrip

Der Plan
Zusammen mit 2-3 anderen PPP’lern (die Gruppe ändert sich im Laufe der Tour)!ist es das Ziel folgende Tour abzufahren:
Minneapolis, Michigan – Rapid City, South Dacota
Rapid City, South Dacota – Clark Wyoming
Clark, Wyoming – Big Sky, Montana / Yellowstone Nationalpark
Big Sky, Montana / Yellowstone Nationalpark – Spokane, Washington
Spokane, Washington – Seattle, Washington
Seattle, Washington – Bend, Oregon
Bend, Oregon – San Fransisco, California
San Fransisco, California – Yosemite Valley, California
Yosemite Valley, California – Los Angeles, California
Los Angeles, California – Las Vegas, Nevada
Las Vegas, Nevada – Grand Canyon, Arizona
Grand Canyon, Arizona – Irgendwo auf dem Weg nach Green Bay, Wisconsin
Irgendwo auf dem Weg nach Green Bay Wisconsin – Green Bay, Wisconsin
Green Bay, Wisconsin – Washington, D.C.
Washington, D.C. – Frankfurt, Germany
Das sind jetzt mal die Hauptpunkte die wir abfahren werden. Unterwegs werden wir noch an der einen oder anderen Sehenswürdigkeit halten und natürlich in den größeren Städten einige Tage bleiben um dort spannende Sachen zu erleben. Wenn alles klappt fahren wir den Norden und fast die ganze Westküste (außer San Diego) ab und am Ende vom Grand Canyon nach Green Bay quer durch Amerika. Die reine Fahrzeit beträgt stolze 27 Stunden. Ohne Pausen! Nur fahren. Unser Ziel ist es das in zwei Tagen zu fahren – no Risk no Fun 😉

Tag 1
02.07.2015 / La Junta, Colorado -> Fort Collins, Colorado
Am 02.07.2015 startete mein Roundtrip durch die vereinigten Staaten von Amerika. Zusammen mit meiner American Family ging es nach Fort Collins, dort besuchten wir meine zweite Gastschwester die dort zusammen mit ihrem Partner (und zukünftiger Ehemann) und dem gemeinsamen Baby lebt. Wir fuhren mit einer dreistündigen Verspätung los und kamen dort erst um Mitternacht an. Fort Collins liegt ganz im Norden von Colorado, eine halbe Stunde südlich von dem Staat Wyoming und fast vier Stunden nördlich von La Junta. Da die Stadt auch viel höher liegt als La Junta ist das Klima hier viel milder und alles ist grün. Das sieht schon schmuck aus.
Viel gemacht haben wir an dem Tag nicht mehr. Wir waren alle todmüde als wir um halb drei morgens in die Betten vielen.

Tag 2
03.07.2015 / Fort Collins, Colorado
Nachdem gestern/heute Morgen alle ziemlich spät ins Bett konnten, schliefen wir dafür umso länger aus. Das sind die Tage an denen das Frühstück es nicht mal mehr zum Brunch schafft und gleich Mittagessen wird. Ist eigentlich gar nicht so schlecht, da spart man sich schon eine Mahlzeit 😉
Nach dem Frühstück, also Mittagessen, fuhren wir nach Cheyenne, Wyoming. Cheyenne ist die Hauptstadt von Wyoming. Wie Stuttgart die Hauptstadt von Baden-Württemberg ist. Cheyenne ist ziemlich klein. Was einem erst richtig zeigt wie spärlich besiedelt der große Staat ist. Ich meine mich erinnern zu können, dass mir ein mit PPP’ler gesagt hat, dass auf einer Fläche von +\- zweidrittel der Fläche von Deutschland nur 600.000 Menschen leben. So viele Menschen leben allein in Stuttgart.
Wir wollten dort das State Museum besuchen, ein Museum in dem Dinosaurierknochen und jede Menge Dinge von der Zeit der Siedler gibt. Leider war das Gebäude wegen dem kommenden Feiertag geschlossen. Das ist halt Amerika, wenn der Feiertag auf ein Wochenende fällt nimmt man sich halt am Tag davor bzw. danach frei 😀
Als nächstes stoppten wir am Regierungsgebäude. Dem weißen Haus von Wyoming; sah schon ganz gut aus. Alles war wegen dem morgigen Nationalfeiertag geschmückt.
Wir liefen noch etwas durch die dekorierte Gegend und stoppten anschließend in einem Flohmarkt der auch ein Antiquitätenhandel hatte. Ist euch eigentlich mal aufgefallen dass in ‚Antiquitäten‘ das Wort ‚Anti‘ steckt? Dasselbe mit ‚Antik‘. Gegen was die wohl sind…? 😀
Nachdem ordentlich Geld in dem Markt gelassen wurde, ging es zum nächsten Laden. Und der war super genial! Es war ein Feuerwerkladen!! 😀 Da gab es alles was das Feuerwerksliebhaberherz begehrt. Das war richtig cool. In Colorado kann man es nicht kaufen, also gehen alle nach Wyoming um sich dort mit allen möglichen Böllern, Raketen, Wunderkerzen und sonstigen Dingern einzudecken die man an Silvester oder hier morgen, am Independence Day (Unabhängigkeitstag) abfeuern kann.
Auf das Feuerwerk morgen bin ich schon sehr gespannt.
Als wir ordentlich eingedeckt waren ging es zurück nach Fort Collins.

So, das war es bis jetzt 🙂
Ihr dürft auf den nächsten Eintrag gespannt sein, denn dann bin ich schon richtig unterwegs gewesen und habe bestimmt viel zu schreiben.
Bleibt am Ball! 😉 🙂

Kimme und Korn

Jun - 23 2015 | no comments | By

Hallo ihr fleißigen Blogleser,

kaum zu glauben aber wahr: Heute schreibe ich mein LETZTEN Blogeintrag hier in Good Old La Junta! Ist schon verrückt. Anfangs war ich mir unsicher, ob ich es mit dem schreiben überhaupt bis Weihnachten schaffe; ich glaube, ich habe mich in dieser Disziplin ganz gut geschlagen 🙂
Ich habe erwartet, dass in den zurückliegenden Wochen nicht so viel passiert, aber da habe ich mich gewaltig getäuscht… Neben einem Update zur aktuellen Lage gibt es noch eine Meinung zur vegetarischen Küche, etwas zu einer Hochzeit auf der ich eingeladen war und natürlich ein paar Zeilen zum Grund für meine Überschrift.

Update zur aktuellen Lage

Arbeit: Wir arbeiteten sei einigen Wochen an einer El Pomar Bewerbung für Fort Lyon. El Pomar ist ein Zusammenschluss von vielen Superreichen Menschen (ihnen gehört unter anderem das einzigste 5 Sterne Hotel in Colorado) welche die El Pomar (~ der Obstgarten) Stiftung gegründet haben, um der Gesellschaft zu helfen. Die Organisation hat unfassbar gute Kontakte in Politik und Wirtschaft. Es ist oft so, dass wenn El Pomar eine Organisation unterstützt, sich weitere Wohltätigkeitsverbände/Firmen der Entscheidung anschließen und der entsprechenden Organisation Geld zukommen lassen. Es ist also ziemlich genial von El Pomar ausgezeichnet zu werden. Es kann bei vielen Einrichtungen überlebenswichtig sein. Dem Gremium gehören Repräsentanten aus allen Gebieten von Colorado an, um ein möglichst ausgeglichnes Bild vom Staat zu bekommen. Diese Repräsentanten werden von den Mitgliedern vorgeschlagen. Auch mein Chefin ist dort durch glückliche Umstände reingekommen.
So viel zu El Pomar. Jeder kann eine Einrichtung oder Institution für den El Pomar Preis für „Excellence“ nominieren. Wir nominierten Fort Lyon. Fort Lyon ist ein alter Campus der ursprünglich für die Armee gebaut wurde, nach kurzer Zeit in ein Gefängnis umgewandelt wurde, welchen man später als Krankenhaus umfunktionierte und danach für einige Jahre brach lag. Das war ziemlich schade, den dieser Campus ist echt der Wahnsinn! Tennisfelder, Pools, Spielplätze, ein Baseball Feld mit einer kleinen Tribüne, sehr viele einzelne Wohnhäuser, ein Gewächshaus, mehrere Werkstätten, drei riesige Gebäude mit vielen Zimmern und noch ein großes Administrationshaus. Das alles auf unglaublich viel Platz, ist richtig cool.
Seit eineinhalb Jahren befindet sich auf den Campus ein Obdachlosenheim. Wobei Obdachlosenheim zu einfach wäre, es ist auch eine Rehabilitationsklinik. Fort Lyon ist einzigartig in ganz Amerika. Es ist die einzigste Organisation welche die Leute auf der Straße aufsammelt, sie bei dem Entzugsprozess begleitet (die meisten nahmen Drogen und Alkohol), sie auf ein College bringt und dort dafür sorgt, dass die Menschen ein College Abschluss erhalten. Anders als in vielen Entzugskliniken wo die Menschen nur für 90 Tage bleiben dürfen, dauert der Prozess 2 Jahre. Aber danach sind die Leute wirklich auf das Leben vorbereitet. Alle Bewohner von Fort Lyon haben im Durchschnitt 7 (sieben !!!) andere Entzugskliniken besucht die alle nichts halfen. Sieben!! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wenn man davon ausgeht, dass die Leute die vollen 3 Monate mitgemacht haben und direkt von der einen Klinik in die nächste gewechselt sind, verbrachten sie 21 Monate, fast zwei Jahre, in diesen Entzugskliniken, welche ihnen überhaupt nichts brachten. Und normal wechselt man nicht direkt von einer Klinik in die nächste…
Das Problem an den dreimonatigen Programmen ist, dass du danach einfach dich immer noch im Ausnüchterungsprozess befindest und Entzugserscheinungen hast. Negativ kommt noch hinzu, dass die meisten kein Platz zum unterkommen haben und nach der Klinik wieder auf der Straße landen. Nach dem Motto „Nach der Straße ist vor der Straße“. Was viele nicht verstehen (wollen?) ist, dass man nicht von jetzt auf nachher Alkoholiker wird. Das schleicht sich langsam ein, über einen gewissen Zeitraum. Genauso wirst du nicht von jetzt auf nachher trocken, auch das braucht Zeit. Und die ist in drei Monaten nicht gegeben. Und auch wenn du die Klinik wieder verlässt, du keinen Platz zum Leben hast, dann bist du wieder auf der Straße. Ohne Job. Auf deiner alten Straße, bei deinen alten Freunden, bei deinem alten Händler…. und ganz schnell wieder bei deinen alten Gewohnheiten.
Genau da setzt Fort Lyon an. Die Leute haben zwei Jahre Zeit in denen sie mit Gleichgesinnten gemeinsam gegen die Sucht kämpfen. Sie bekommen Hilfe und müssen nicht alleine damit fertig werden. Sie leben in Fort Lyon ziemlich frei. Nur ein tägliches Treffen bei welchem Anwesenheitspflicht herrscht ist vorgeschrieben, den restlichen Tag können Sie gestalten wie sie möchten. Das fördert das selbständige denken. Viele Gründen neue Firmen wie ein Fahrrad Laden, ein Handwerks Gewerbe, ein Barbier Shop und viele weitere.
Die Leute leben anfangs in den Dorms (Studentenwohnheime) und später ziehen sie in kleinen Gruppen in eines der vielen Wohnhäuser. Diese werden von den Bewohnern instand gesetzt. Auch das ist nochmal förderlich für die Selbständigkeit, so komisch sich das anhört, aber auch das muss man lernen. Wenn die Leute möchten, haben sie die Möglichkeit ein College Abschluss zu erlangen. Die nicht traditionellen Schüler (offizielle Bezeichnung für Schüler die nicht nach der High School aufs College gegangen sind) werden im ersten Semester am Campus unterrichtet, ab dem zweiten Semester werden sie zum College von einem Shuttle gefahren. Dort besuchen sie wie die anderen Schüler ganz normal die Klassen.
Fort Lyon hilft den Leuten auch hier Lokal einen Job zu finden. Das ist manchmal schwierig, da es doch einige Vorurteile gibt. Aber dann ist es auch wieder einfach, da viele früher als qualifizierte Fachkräfte oder sogar als Geschäftseigner gearbeitet haben.
Einzigartig bei Fort Lyon ist, dass sie ein Programm um die Person herum aufbauen und die Person nicht in ein vorgegebenes System passen muss. Das unterscheidet Fort Lyon von den vielen gewöhnlichen Entzugskliniken.
Fort Lyon liegt außerhalb von Las Animas, eine halbe Stunde östlich von La Junta. Also mitten im nichts, das einzigste was von Fort Lyon zu Fuß erreichbar ist, ist ein Friedhof. Denke, dass dieser Umstand den einen oder anderen auch zum nachdenken gebracht hat. Doch gerade diese Abgeschiedenheit hilft den Bewohnern von Fort Lyon enorm. Hier haben sie keinen Kontakt zu alten Freunden, kein Zugang zu ihren alten Händlern, sie kenne die Plätze nicht, wo man Alkohol kaufen kann.
Wenn man auf den Campus fährt, erinnert es einen an ein richtiges College. Man sieht die fleißigen joggen, die gemütlicheren gemeinsam rumsitzen und reden. Das ist schon ziemlich cool!
Wichtig zu wissen ist noch, dass Fort Lyon von der aktuellen Regierung finanziert wird. Doch da Regierungen sich ändern, ist es für Non-Profits (Einrichtung die nicht auf Gewinn aus sind) wichtig, weitere Geldquellen zu generieren.
Das waren jetzt mal ein paar Punkte die Fort Lyon ziemlich gut beschreiben. Und genau dieses Fort Lyon nominierten wir für den El Pomar Preis, welcher mit $25.000 beziffert ist. In die Bewerbung packten wir noch jede Menge harte Fakten und weitere positive Aspekte über Fort Lyon. Und wir kamen tatsächlich in die Finalrunde. Es gab dort zwei Gruppen, die nach regionaler Zugehörigkeit sortiert wurden. In Gruppe 1 war die Colorado Springs Gegend mit 6 Kandidaten. In Gruppe 2 war der Rest von Colorado mit 28 Kandidaten. Von jeder Gruppe gibt es zwei Gewinner, die alle $25.000 bekommen. Doch die ideelle Bedeutung dieser Auszeichnung ist, wie weiter oben erwähnt, sehr viel wertvoller. Ich laß mir die ganzen Bewerbungen durch und machte für jede Gruppe ein Ranking, wie ich die Kandidaten bewerten würde.
Als wir das gemacht hatten ging es nochmal nach Fort Lyon, um uns dort den Feinschliff abzuholen. Das war ziemlich gut, wir wollten auch eine Story die Tränen ins Auge zaubert und die bekamen wir. Doch ich schreibe sie hier nicht rein, ich will nicht, dass ihr meine Worte nicht mehr durch den Tränenschleier sehen könnt. 😉
Letzte Woche Dienstag fuhren wir zur El Pomar Residenz nach Colorado Springs. Dort haben sie ein früheres Nonnenkloster gekauft und wie ein Schloss eingerichtet. Sieht aus wie in einem Museum, nur dass man darin wohnt. Ist schon beeindruckend.
Es wurde zuerst über die erste Gruppe gesprochen. Wer wollte, konnte seine Stimme für eine Organisation erheben. Letztendlich gewann nach einer kurzen Diskussion die Favoriten, welche ich davor ausgemacht habe. In Gruppe 2 war es spannender, einfach auch, weil es mehrere gute Kandidaten gab. Zuerst wurden die Top 10 Kandidaten gewählt. Dort lag Fort Lyon nur auf Platz 4 und damit außerhalb der Gewinner Sektion. Daraufhin hat meine Chefin eine Lanze für Fort Lyon gebrochen und bestimmt 20 Minuten (normal sind 4-6 Minuten Redezeit) über das Heim für die Obdachlose geredet. Das fanden die Leute wohl sehr beeindruckend, denn in der folgenden Runde schaffte es Fort Lyon in die Top 5 auf den zweiten Platz. Was mich überraschte war, dass manche Institutionen die klar schlechter waren, konstant ihre Stimmen erhielten. Da haben manche exzellente Lobbyarbeit betrieben.
In der Wahl um die beiden Gewinner kam Fort Lyon auf den 2. Platz! Der 1. Platz hatte nur eine Stimme mehr, das war okay.
Somit hat Fort Lyon nicht nur die $25.000 gewonnen, sondern auch die prestigeträchtige Urkunde. Und das war das was wir wollten.
Klar, die $25.000 sind auch ein netter Nebeneffekt. Für $25.000 kann man….
… 22.036,15€ kaufen
… 7.142,86 Döner kaufen
… 125.000 Kaugummis am 20ct Automaten rauslassen
… 25.000 Dinge im Dollar Store kaufen
… 9.259,25 Gallons (34.999,97 Liter) Sprit in Amerika kaufen
… ein Haus in La Junta kaufen
… Irgendein Auto kaufen

Auto: Ja, es gibt wieder was Neues mit meinem/bald-nicht-mehr-meinem Auto. Am Samstag fuhren wir nachmittags an einen See um dort die Beine und Seele baumeln zu lassen. Auf der Rückfahrt merken wir, dass wir ziemlich ohne Sprit unterwegs waren. An einer Kreuzung am Highway ging dann das Auto aus. War wieder gut und schlecht. Gut, da eine Tankstelle auf der anderen Seite der Kreuzung war, schlecht, da es eine sehr stark befahrene Kreuzung war. Wir warteten eine ganze Weile, bis wir das Auto über die Straße schieben konnten. Auf der anderen Straßenseite waren wir leicht geschockt, denn die Tankstelle war geschlossen. Das ist halt doch ein Ärgernis, wenn man nachts in einem 4 Straßen Ort zum stehen kommt. Wir schoben das Auto auf den Sandparkplatz daneben (natürlich mitten rein statt an die Seite) um sprangen schnell ins Auto um nicht von den vielen Moskitos vollends ganz ausgesaugt zu werden. Um die lästigen Blutsauger aus dem Auto zu halten schlossen wir alle Türen, was die Luftqualität bei dem vollen Auto in Sekunden herabsinken lies. Wir versuchten meinen Hostdad anzurufen, dass er uns etwas Sprit bringen kann. Doch sein Handy war aus, was sehr ungewöhnlich ist, da er es normal immer an hat.
Zu allem Übel hatte Donna (meine Hostmum) ihr Handy auch nicht dabei und wer kann sich schon alle Nummern auswendig merken? Zum Glück konnte Leeanne (meine Hostsister) eine Freundin anrufen und sie beten am Haus vorbei zu schauen und Roger (mein Hostdad) zu informieren. Das dauerte jedoch lange und Leeanne vergaß ihr mitzuteilen dass wir neben der Tankstelle stehen und nicht mehr am See.
So saßen wir im Auto, in Badekleidern. Draußen war es dunkel, von einer einsame Straßenlaterne angestrahlt, blutrünstige Moskitos die versuchten durch die Scheibe zu fliegen, die Fenster hoffnungslos beschlagen, mitten auf einem Sandparkplatz. Man darf nicht vergessen, dass das Rauchen von Marijuana hier in Colorado, teilweise legal ist, aber ganz sicher nicht in einem Auto mit 3 unter 21 jährigen. Wir waren alle überrascht, dass kein Polizist anhielt und uns wenigstens kontrollierte. Denn sehen konnte man nicht mehr viel. Die Entscheidung die Tür geschlossen zu halten und die schlechte Luft in kauf zu nehmen um uns vor den Moskitos zu schützen, war etwas wie Not gegen Elend. Ist beides nix.
Nach einer Weile stellten wir entsetz fest, dass wir an den Straßenrand müssen, damit Roger wenigstens die Chance hat, uns zu sehen. Entsetzt deshalb, da wir dafür raus mussten um das Auto zu schieben. Doch was bringts, Augen zu und schieben.
Wir saßen dann noch eine Weile am Straßenrand als Leeanne, wie vom Moskito gestochen, aus dem Auto sprang und laut rumbrüllte und mit den Armen zu wedeln begann. Und tatsächlich, das Auto stoppte auch. War leider das falsche. Statt Roger hat Leeanne es geschafft zwei seltsame Menschen anzuhalten die sofort, wie in den Ganoven Filmen, ausstiegen und sich an der Fahrer- und Beifahrertür positionierten. Das war schon etwas gruselig. Sie wollten auch gar nicht mehr gehen, erst als ein Auto der Stadt durch die Gegend kam und ein giftiges Mittel, das die Moskitos tötet, in die Luft sprühte, machten sie sich davon. Das Zeugs sollte man nicht unbedingt in der Lunge haben.
Kurze Zeit später kam dann auch Roger und brachte den lang herbeigesehnten Sprit. Doch leider lag es nicht nur am Sprit, das Auto wollte einfach nicht starten. Also quetschten wir uns alle in das Auto rein mit dem er gekommen ist und fuhren zurück. Es stellte sich auch heraus, dass sein Handy sich ausgeschalten im Auto befand…
Am nächsten Tag wollten wir das Auto zusammen mit einem Kumpel von Roger, der einen Anhänger hat, abschleppen. Doch siehe da, wie durch ein Wunder sprang es an! Doch es fuhr nicht gut, wir gurkten das Vehicle zu einer Werkstatt an der ein weiterer Kumpel von Roger arbeitet. Er fand heraus, dass das Auto ansich in Ordnung ist es aber ein Problem mit einem Sensor gibt. Diesen werden wir die nächsten Tage austauschen und dann passt die Sache. 🙂
Wetter: Nachdem es in den letzten Wochen sehr viel geregnet hat, hat sich die Sonne mit ganz viel Power zurück gemeldet. Die letzten Tage hatten wir immer über 40 Grad Celsius und laut dem Wetterbericht soll es auch so die nächsten Tage weitergehen.
Gestern hat es mich auch richtig erwischt. Mir war richtig schlecht, alles um mich rum begann sich zu drehen. Klassischer Fall von ‚Zu-wenig-getrunken‘.

Vegetarische Küche

Eins abends saßen Roger und ich zusammen und schauten die Nachrichten. Roger hat die sehr lustige Angewohnheit mit dem Fernseher zu reden. Als nicht nur ab um an was sagen, nein, wirklich reden. Das ist immer ganz lustig. Er nimmt das Gespräch, welches er mit dem Fernseher geführt hat oft auf und diskutiert mit mir dann das Ende. So waren wir gerade in einem sehr lebhaften Gespräch als plötzlich sein Handy klingelte. Man merkte richtig wie seine Stimmung während des Telefonats sank. Als das Gespräch fertig war sah er aus wie ein kleines Kind, dem man eine Zitrone anstatt von etwas süßem gegeben hat. Er meinte verstört „Donna möchte, dass wir Tofu für sie kochen“. Das passt mal gar nicht zusammen, Roger ist der größte Antivegetarier den ich kenne 😀
Ich: „Weißt du wie man es kocht?“
Roger: „Nein“
Ich: „Weißt du wie es schmecken soll?“
Roger: „Nein! Keine Ahnung!“
Ich: „Hast du es schon einmal gemacht?“
Roger: „Nein“
Ich: „Weißt du wie es aussieht?“
Roger: „Nein“
Ich: „Na dann mal los, dass kann ja etwas werden“ 😀
Nach einer kurzen Suche konnten wir das Tofu im Kühlschrank ausfindig machen. Zum Glück stand es auf der Verpackung drauf. Es sieht aus wie Fetakäse, anders als er Käse, der nach Käse riecht, riecht Tofu nach… Überhaupt nix. Wir konnten nicht mal das Soya riechen, was da drin sein soll. Donna wollte, dass wir es in Olivenöl anbraten und anschließend mit etwas anderem beträufeln sollten. Nun legten wir das zu Scheiben geschnittene Tofu in die Pfanne und warteten eine ganze Weile. Ich fragte Roger ob er wüsste, wie das Tofu aussehen soll, wenn es fertig ist. Er lachte nur und meinte, dass er sich die Frage gerade auch gestellt hatte. Wir drehten eine Tofu Scheibe um und – nix! Absolut gar nichts, es sah genauso aus wie davor. Also riefen wir Donna an und fragten nach, ob und was genau mit dem Tofu passieren soll. Sie meinte, dass es lange dauern würde und am Ende leicht goldbraun sein sollte. Und es dauerte unglaublich lang, doch es färbte sich langsam. Seeeeehr langsam.
Am Ende waren die Tofu Scheiben zu Scheibchen geschrumpft, war aber okay. Für einen ersten Versuch war es gar nicht so übel.
Hinterher meinte Roger missmutig: „Und? Was hast du letzten Freitagabend gemacht?“ und gab sich auch sofort die Antwort „Tofu gekocht“. 😀

Amerikanische Hochzeit

Am letzten Samstag waren wir bei der Hochzeit von meinem Gastcousin, der auch mein Collegecoordinator ist. Ich war echt gespannt zu sehen, wie eine amerikanische Hochzeit so abläuft.
Als wir an der Kirche ankamen, in welcher die Trauzeremonie stattfinde sollte, gab es die erste Überraschung. Cullen (der Bräutigam) stand da und begrüßte die ganzen Gäste. Es ist also nicht so, dass man das Brautpaar erst später sieht. Nach Cullen standen da in einer Reihe die Groomsmen, angeführt vom Best Man. Die Groomsmen sind die besten Kumpels vom Bräutgam, der Best Man ist der aller beste Kumpel oder Bruder. Sie alle tragen die selbe Kleider, die vom Bräutgam gestellt werden. Sieht also ziemlich cool aus. Die Groomsmen helfen dem Bräutigam beim planen und durchführen der Hochzeit. Nach dem begrüßen zeigen sie einem den Sitzplatz in der Kirche. Die Familie um Freunde des Bräutigams sitzt auf der einen, Familie und Freunde der Braut auf der anderen Seite. Da wir zur Familie von Cullen gehören, durften wir in die zweite Reihe sitzen, dadurch hatten wir einen super Blick. Wenn alle da sind läuft der Bräutgam zusammen mit seinen Eltern ein und verweist sie auf die erste Reihe. Danach geht er da hin wo in Deutschland ein Altar steht und stellt sich dort unter ein Gestell welches mit weißen Blumen und weißen Tüchern dekoriert wurde. Danach kommt die Familie der Braut und setzt sich auf die andere Seite. Nachdem diese sich gesetzt haben, kommt der Best Man und stellt sich von den Gästen aus gesehen rechts neben den Bräutigam. Anschließend kommen nach und nach die anderen Groomsmen. Sie reihen sich auf, so dass es wie ein halbes „^“ aussieht, mit dem Bräutigam an der Spitze. Danach kommen die Bridesmaids und stellen sich auf. Allerdings nicht wie die Männer von oben nach unten sondern von unten nach oben. Sie tragen nicht alle das selbe Kleid, es ist aber in der selben Farbe und von der Idee her sehr ähnlich. Als letztes kommt die Maid of Honor, sie ist der Gegenentwurf zum Best Man. Nach der Maid of Honor kam ein Blumenmädchen, sie warf Blumen auf den Boden. Wenn alle da sind wird die Braut von ihrem Vater herein geführt. Sie ist auch die einzigste für die alle aufgestanden sind. Wenn beide vor der Aufstellung angekommen sind, übergebt er seine Tochter symbolisch dem Bräutigam und er führt seine zukünftige Ehefrau unter das Blumengestell. Während der gesamten Zeremonie stehen die beiden sich Hand in Hand gegenüber, jeder hat dabei seine Leute (Groomsmen bzw. Bridesmaids) im Rücken. Das sieht schon sehr cool aus.
Beide halten während der Zeremonie eine Rede in der sie dem Partner Treue um so weiter Versprechen.
Die Ringe tragen der Best Man und die Maid of Honor bei sich und übergeben diese an die zukünftigen Eheleute bei der Ringübergabe. Danach werden die beiden gefragt ob sie den anderen zum Mann/zur Frau nehmen wollen. Nachdem beide dies bejahten meinte der Pastor „Cullen, jetzt frage ich dich etwas was du bestimmt schon mal davor getan hast“. Das brachte einige Lacher 😀 Falls ihr euch es nicht denken könnt, es war „Du darfst die Braut jetzt küssen“.
Als der obligatorisch Kuss vorüber war, drehten sich die beiden frisch Vermählten nach vorne zum Publikum und der Pastor verkündete „Sehr geehrte Anwesenden, ich präsentiere euch Mr. und Mrs. Cullen Johnson!“. Da klatschen alle Beifall, das Brautpaar holte sich Gratulationen von den Eltern ab und verabschiedete sich, vom Applaus begleitet, in einen anderen Raum. Danach ging der Best Man zusammen mit der Maid of Honor Arm in Arm nach draußen, die anderen Groomsmen und Bridesmaids taten es ihnen gleich. Ihnen folgten die Eltern und die weiteren Familienangehörige. Vor der Ausgangstüre hatten sich derweil die Groomsmen und Bridesmaids positioniert und verteilten Fähnchen. Jeder schnappte sich eins und stellte sich an die Seite und bildete so einen Gang, durch den das Brautpaar unter großem Jubel bis zum Auto geführt wurde.
Nach der kirchlichen Zeremonie ging es in eine Festhalle. Dort wurden Bilder gemacht und das Essen serviert. Die Eheleute saßen an der Spitze der Gäste, zusammen mit ihren Groomsmen und Bridesmaids. Das sah echt cool aus.
Nach dem Essen gab es den Tanz des Brautpaars, danach den Tanz der Braut mit dem Vater und als letztes den Tanz des Bräutigams mit seiner Mutter. Als nächstes wurde der Hochzeitskuchen angeschnitten. Jeder schnappte sich ein Stückchen dieses viel zu süßen Kuchens und genoß es. So mehr oder weniger. Durch den Zucker hatte jeder wieder Energie und es gab den Dollertanz. Jeder der einen Doller der Braut gab durfte mit ihr tanzen. Eine coole Idee, das Geld von dem Tanz wird für die Hochzeitsreise verwendet. Mit dem Dollertanz wurde die Tanzfläche für alle freigegeben und nach dem tanzen war die Hochzeit auch schon vorbei.
Ich fand es super spannend eine amerikanische Hochzeit live miterleben zu dürfen. Das war schon cool, ich finde die Idee mit den Groomsmen und Bridesmaids absolut genial.

Der Grund für meine Überschrift

Kimme und Korn – ist kein Schreibfehler, ich meine nicht Kümmel und Korn. Kimme und Korn kennt man von… Na? Genau! Von Gewehren und Pistolen. Kimme und Korn braucht man beim zielen. Man versucht Kimme, Korn und das Ziel auf eine Linie zu bringen. Wenn das klappt hat man gute Chance das Ziel zu treffen – wenn man nicht noch davor wackelt. 😉
Die Kimme ist hinten, nah am Gesicht. Von dort sucht man nach dem Korn, welches vorne, am Ende der Waffe ist. Von dort versucht man dann das Ziel anzupeilen.
Am Sonntag Nachmittag fuhren wir raus auf die Prärie, um in der Abgeschiedenheit etwas zu schießen. Wir hatten einen Pizzakarton, einen alten Kanister und viele leere Dosen als Ziele. Zuerst schossen wir mit einer Magnum 357er, einer Handpistole. Das Teil schwerer als ich dachte und es ist echt nicht einfach damit zu treffen. Gerade für mich, der noch nie mit einer echten Pistole geschossen hat. Die Waffe ist beim Schuss auch echt laut, da war ich für die selbstgebastelten Ohrenschützer sehr dankbar. Ich hatte Schwierigkeiten beim zielen mit dem ruhighalten der Hände. Man steht breitbeinig da, beide Hände ausgestreckt an der Waffe. Man sucht das Ziel, versucht die Position zu halten und drückt ab. Durch den Rückstoß (welchen ich mir stärker vorgestellt habe) drückt es die Pistole etwas nach oben. Dadurch, dass die Pistole relativ weit weg vom Gesicht ist, fällt das zielen schwerer. Wir schossen aus gut 100 Metern Entfernung. Wie viel 100 Meter sind weiß jeder der die Distanz mal beim Sport in einer bestimmen Zeit rennen musste, oder wer mal schießen war. Da sieht man nur schwer das Ziel hinter dem Korn.
Am Ende traf niemand von uns irgendwas. Tja, bei einer Notsituation wären wir echt geliefert 😀
Nach der 357er schossen wir mit der nächsten Waffe. Der AK-47. Es ist ein halbautomatisches Gewehr. Mit der AK-47 war es einfacher zu zielen, da man den Kolben der Waffe gegen die Schulter drücken konnte. Das sorgte für mehr Stabilität. Dillen zersäbelte mit ihr den Pizzakarton, Leeanne und ich trafen den Kanister.
Nach der AK-47 schossen wir mit einem älteren Gewehr. Ist ein 22iger Kaliber und fast lautlos. Das perfekte Jagdgewehr. Man hat dort immer nur einen Schuss und muss danach neu laden. Mit diesem Gewehr war es super einfach zu zielen (kaum Rückstoß) und wir trafen viele Dosen. Als ich meine erste Dose traf fragte mich Roger was für eine Dose ich getroffen hätte (wir hatten blaue Pepsi und rote Cola Dosen dabei) und ich antwortete lässig: „Die rote. Ich mag Cola mehr als Pepsi“.
Ich fragte Roger was man mit dem 22iger Kaliber so töten könnte. Ich dachte an Vögel und Hasen und war sehr überrascht als er meinte, dass man damit einen Menschen töten könnte. Auch Rehe, Hirsche und Elche stellen kein Problem für das Gewehr da.
Als wir unsere Munition verschossen hatten, sammelten wir unser Zeugs ein und fuhren zurück.
Das schießen war eine interessante Erfahrung. Ich war überrascht, wie schnell die Kugeln unterwegs sind. Du drückst ab und siehst die Kugel auch schon auf der anderen Seite einschlagen.
Wie bereits erwähnt, dies war mein letzter Blogeintrag von La Junta aus. Jetzt bin ich noch 10 Tage hier und danach geht es auf den Roadtrip. Darauf freue ich mich schon sehr und ich bin gespannt, was ich dort alles erleben darf. Ich werde weiter versuchen meinen Blog zu beschreiben, kann es aber nicht versprechen. Ich weiß leider nicht ob und wie ich Zeit dazu finden werde.
Also, wenn ihr das Gefühl bekommen habt schon lange nichts mehr von mir gehört zu haben, fühlt euch frei mich zu kontaktieren (Whatsapp, Rauchzeichen, Instagram, Facebook, E-Mail, Flaschenpost, Brieftaube,… Bitte keine Mors Signale, die kann ich nicht 😉 )
🙂

Besuch von daheim

Jun - 12 2015 | no comments | By

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

drei Wochen sind mittlerweile ins Land gezogen seit ihr euch das letzte Mal an meinem Blog erfreuen konntet 😉 Drei Wochen… Sehr viel Zeit. Vor allem in unserer schnelllebigen Gesellschaft. Vor drei Wochen zum Beispiel schaffte es der VfB Stuttgart wie durch ein Wunder doch nicht abzusteigen.
In den letzten Tagen und Wochen ist viel passiert. Und eigentlich gibt es nur positives zu berichten, mit einer Ausnahme…

Update zur aktuellen Lage

Job: Die Arbeit läuft so vor sich hin. Ist ziemlich unaufregend. Hat den Vorteil, dass es nicht anstrengend ist und keine Nerven kostet oder den Wachstum der grauen Haare in Gang setzt. Dafür ist es manchmal auch echt hart die Wochenzeit abzusitzen. Auch wenn es im Moment etwas ruhiger ist weiß ich, dass die nächsten Wochen wieder intensiver werden. Ein großes Projekt steht vor der Tür…

Volunteer Work: Meine Volunteer (ehrenamtlichen) Stunden sammeln sich wie von selbst. Das golden Zertifikat des US State Departments sollte nun ein Selbstläufer werden. Die Arbeit im Crossroads Store ist sehr abwechslungsreich, das genieße ich sehr. Ich bin mittlerweile auch schon zum internen Experten, was die Probleme mit Kasse betrifft, aufgestiegen. Wer hätte das jemals gedacht, dass ich mal gerufen werde um Sachen zu reparieren 😀
Auch sonst finde ich die Arbeit sehr klasse. Da die Hälfte es Ladens ein ‚Giftstore‘ (also ‚Geschenkeladen‘) ist, komme ich in den einmaligen Genuss, unterschiedliche handgemachte Produkte aus über 33 verschiedenen Ländern bewundern zu dürfen. Von Musikinstrumenten über Schmuck zu Dekorationsartikel bis hin zu Spielzeug ist alles dabei. Die Länder aus denen die Produkte kommen sind ausschließlich dritte Welt Länder, dort wird den Menschen ein gerechter Preis für ihre mühevolle Arbeit bezahlt.

Auto: Das ist leider der negative Teil der vergangenen Wochen. Wie durch ein Wunder hat sich das Reifenprofil meiner beiden Vorderräder aufgelöst. Da sieht man doch gleich wo der Vorbesitzer Geld gespart hatte. Man kann an beiden Rädern sogar schon den Draht sehen – und fühlen. Als ich ungläubig mit meiner flachen Hand über den abgefahrenen Pneus fuhr riss ich mir doch tatsächlich einen Finger auf. Tja, Dummheit muss halt manchmal auch bestraft werden 😀
Der Genuss von zwei neuen Rädern kostet mich nochmal $ 280!!! Das ist sehr ärgerlich und hat mich doch sehr schockiert. Ich mein $ 140 für EIN neues Rad?! Das sind im Moment fast 124€! Ich will doch nur einen ganz normalen Reifen und nicht das ganze Auto noch mal um fast 20% finanzieren! Aber jammern hilft ja nichts, darum werd ich da wohl in den ganz schön sauren Apfel beißen müssen und das zahlen. Ist halt doof wenn man ein etwas älteres Auto hat und es nicht mehr so viele Reifen gibt die da drauf passen. Aber was solls, das Leben geht weiter 🙂

Wetter: Ja das liebe Wetter hat die letzten Wochen nicht so gespielt wie es die Allgemeinheit erwartete. Das fand ich etwas enttäuschend, weswegen, schreib ich nachher.
Jedenfalls gab es neben ein paar weiteren Tornado Warnungen (es ist nichts passiert) auch ganz viele Regentropfen die sich auf der Prärie/Wüste fallen gelassen haben. Diese haben ein Pflanzenwachstum verursacht von dem kein Bewohner hier jemals zu träumen gewagt hätte. Und weil die Gleichung Wasser = Pflanzenwachstum so prima ist hat es auch gar nicht mehr aufgehört zu regnen. Nun war der Boden so viel Wasser überhaupt nicht mehr gewohnt. Er hatte eine 15 jährige (!!!) Trockenzeit hinter sich und war auf so viel Wasser so gut vorbereitet wie die Bundeswehr Flugzeuge es auf einen Einsatz wären. Gar nicht. Es gab überall Überschwemmungen, weil das Wasser nicht mehr im Boden versickerte und das geschaffene Hochwasserschutzbecken wohl in der Trockenzeit entworfen worden sein muss. Das war ziemlich tragisch für die vielen Leute am Fluss, da man das Wasser auch nirgends hinpumpen konnte. Mittlerweile hat sich Southeast Colorado wieder an seine sengende Hitze erinnert und viel Wasser ist wieder verschwunden. Nur was erstmal bleibt, sind die Schäden.
Der Grund für meine Überschrift

Ich bekam Besuch von meinen Eltern!! 😀 das war mega cool und ich glaube, dass auch sie die Zeit sehr genossen haben. Könnt ihr sie bei Gelegenheit mal fragen 😉

Und das ist auch der Grund warum ich vom Wetter sehr enttäuscht war. Eigentlich hoffte ich Ihnen das zeigen zu können, was ich fast ein Jahr lang gesehen habe. Und nicht so eine Landschaft die plötzlich meinte in ihrer schönsten Blüte dastehen zu müssen. Wie dem auch sei, ich glaube sie waren von der vital wirkenden Landschaft doch angetan.

Am Tag nach ihrer langen und anstrengenden Ankunft ging es zum Walmart. Der wohl bekannteste Einkaufsladen in Amerika, ein Mega Supermarkt. Das ist der Laden in dem man ALLES bekommt. Waffen, Autoteile, Kosmetikartikel, Putzutensilien, Kleider, Lebensmittel, Spielzeug, Fernseher, Bastelsachen und Backwaren, nur um mal ein paar Gruppen zu nennen. Wenn ich mich recht entsinne habe ich den Laden schon einmal genauer beschrieben. In einem älteren Blogeintrag. Meine Eltern waren von dem Laden mindestens genauso beeindruck und überwältigt als ich es beim ersten Mal es war. Sowohl was den Umfang des Ladens als auch die Größe der Produkteinheiten betrifft. So eine zwei Kilogramm geriebene Käse Packung läuft hier halt als handelsübliche Haushaltspackung. Oder die Größe der Konserven, welche die deutschen Konservendosen wie einen kleinen Witz aussehen lassen.

Nach dem Walmart Besuch ging es zu Bent’s Old Fort. Das Fort ist ein originalgetreuer Nachbau des altehrwürdigen Handelsfort was nördlich des Arkansas River, nur 10 Minuten östlich von La Junta liegt. Das Fort wurde 1833 von William und Charles Bent erbaut. Es handelt sich dabei um ein reines Handelsfort. Es war damals in der Zeit der Siedler das „Tor zum Westen“ und auch die wichtigste Station zwischen Santa Fe in México (ging damals bis an den Arkansas River, umfasst also California, New Mexico, Arizona und Teile von Oregon und sogar Washington (der Staat, nicht D.C.) und der Ostküste der vereinigten Staaten. Das Fort lag also genau an der amerikanisch-mexikanischen Grenze und dazu noch mitten im Indianergebiet der Cheyennen. Doch anders als man es aus vielen Western kennt war die Beziehung zwischen den Siedlern und den Einheimischen ausgesprochen gut. William heiratete später sogar eine Cheyennin und wurde somit Teil des Stammes. Beide Seiten profitierten voneinander durch einen florierenden Handel. Die Cheyennen versorgten die Siedler mit Fellen, Schmuck und Fleisch, die Siedler die Cheyennen mit allem möglichen wie Waffen oder Alkohol. Das Fort wurde zum wichtigsten Umschlagsplatz für die Felljäger. Es war zugleich das beste Winterquartier für die vielen Trapper in den Rocky Mountains. Das Fort wurde immer bekannter, es entwickelte sich zu einem der beliebtesten Plätze seiner Zeit. Die Anzahl der Bewohner lag bei 40, jedoch erhöhte sich die Zahl in der Saison auf über 200. Da war also richtig was los. Sehr viele Größen aus der Zeit der Besiedlung des Westens machten hier Stopp.
Während dem amerikanisch-mexikanischem Krieg wurde von der amerikanischen Regierung immer wieder versucht das Fort den beiden Bent Brüdern abzukaufen. Es war aufgrund seiner strategischen Lage sehr beliebt. Doch die Brüder entschieden sich gegen den Verkauf und hielten an dem Konzept eines reinen Handelsposten fest.
1849 wurde das Fort niedergebrannt. Über die Ursache gibt es nur Spekulationen, Beweise wird man wohl nicht mehr finden. Ein Theorie sagt, dass William es selber abgebrannt hatte damit die Armee sein Fort nicht für militärische Zwecke missbraucht. Eine andere Möglichkeit könnte sein, dass er es abbrannte um einer Seuche, die sich zu der Zeit verbreitete, Einhaltung zu gebieten in dem er alle Erreger verbrannte. Eine dritte Möglichkeit ist, dass Indianer es abbrannten. Was es wohl letztendlich war werden wir wohl nicht mehr heraus finden.
1976 wurde das Fort Dank der Aufzeichnungen von Leutnant Albert, welche er seinerzeit anfertigte, originalgetreu nachgebaut.
So viel zum historischen Teil. Wir schauten uns das Fort an einem Tag, der wie dafür gemacht schien, an. Es war angenehm heiß und ein paar Wolken brachten etwas Farbe ins Landschaftsbild. Man parkt etwa einen guten Kilometer vom Fort weg und läuft dann langsam auf das Fort zu. Das sieht schon toll aus, wie es dort am Fluss thront. Es sieht gar nicht so groß aus, das liegt daran, dass es kaum etwas in der Nähe gibt womit man die Größe einschätzen könnte. Wenn man dann drin ist und die vielen Räume gesehen hat stellt man schon fest, dass es eine riesige Anlage ist. Die Mauern bestehen aus fast einem dreiviertel Meter dickem Schlamm-Kalk-Stroh Gemisch. Das Zeugs wurde zu Ziegeln geformt, gebrannt und verbaut, das Material isoliert auf natürliche Weise. Hält die Zimmer im Sommer kühl und im Winter warm. Vom Kühlungseffekt konnten wir uns persönlich überzeugen und wurden angenehm überrascht. Es ist viereckig, an der Südwest- und an der Nordostecke befindet sich jeweils ein massiger Rundturm. An den beiden anderen Ecken befinden sich Wohnblöcke. An der Nordseite befindet sich das Eingangstor, darüber ein Wachhaus mit einer Glocke, auf der Spitze (natürlich) die amerikanische Flagge. Nicht, dass jemand nicht weiß wo er gerade ist ;). Im Süden befinden sich die Ställe für die Pferde. Auf der Ost- und Westseite befinden sich auf der Mauer Wohnhäuser. Im Westen zusätzlich noch eine Baar und ein Biliardraum. In den Gebäuden an der unteren Seite der Mauer befinden sich Werkstätten, eine Schmiede, ein Speisesaal, einige Zimmer, ein Lager und ein Laden. Wir fanden auch ein Munitionslager und die Whiskeykammer 😀
Das Fort ist sehr beeindruckend, es war auch alles super eingerichtet. Hier wird Geschichte wirklich lebendig! Wie hatten die Chance echtes Bisonfell zu fühlen – sowas flauschiges hab ich noch nie gefühlt, kein Wunder war das Fell so beliebt. Dagegen ist ein Schafsfell eine kratzige Bürste 😉

Am Tag danach ging es nach Pueblo, der nächsten größeren Stadt hier in der Gegend – eine Stunde weit weg. Dort gingen wir in der Mall amerikanisch einkaufen. Amerika ist ja auch berühmt für seine Malls, große Einkaufshäuser mit vielen vielen verschiedenen großen Läden.
Danach ging es zum River Walk in der Stadtmitte. Der River Walk ist ein Abschnitt an dem die Leute von Pueblo das Flussufer schön gestaltet haben. Sieht ganz toll aus, vor allem wenn es nicht regnet. Denn dann haben die Cafés und Eisdielen offen. Leider regnete es als wir ankamen, doch wieder einmal war auf das Colorado Wetter Verlass. Wenn es dir nicht gefällt warte einfach 10-20 Minuten und dann ändert es sich. Und tatsächlich kam es auch so, war wunderbar. Nur leider blieben die Läden geschlossen.

Am Samstag ging es nach Colorado Springs in den Garden of the Gods. Dieser Naturpark ist ein, wenn nicht sogar DAS, Wahrzeichen von Colorado. Wenn ihr gerade Zeit habt könnt ihr das gerne mal googlen, ist ziemlich genial :). Im Laufe der Jahre haben sich Gesteinsschichten übereinander geschoben und nach oben gedrückt. Die roten Felsen sehen ein bisschen wie Brotscheiben aus, so wie sie neben einander stehen. Es hat sogar richtig große Brocken rausgedrückt, da sieht man wunderbar wie die Sedimentstrucktur verläuft, sehr beeindruckend. Und wenn ich von „Brocken“ schreibe meine ich solche Felsen die mal gut an die 80-100 Meter hoch sind. Das ist auch das miese an dem Park. Du kannst die unfassbare Größe nicht wirklich festhalten auf einem Bild. Du musst es mit eigenen Augen sehen, dann wird dir bewusst, wie gewaltig die herausgehobenen Felsen eigentlich sind. Sie verteilen sich etwas, sodass man eine schöne Wanderung machen kann. An manchen stellen kann man sogar etwas hineinklettern.
Nach dem Garden of the Gods ging es zur nächsten Station in Colorado Springs. Dem Cheyenne Mountain Zoo. Eine der Hauptattraktionen in Colorado Springs, sehr berühmt für sein Giraffen Freigehege. Da laufen um die 15 Giraffen in einem Aussengehge rum, auf dieses kommt man durch eine hohe Plattform. Man ist dort auf Giraffenkopf Höhe und kann die Pflanzenfresser von dort aus füttern und streicheln. Das ist ziemlich cool! Dabei haben wir gemerkt wie dämlich Giraffen aussehen, wenn sie ihre große Zunge raushängen lassen und darauf herum kauen. Die sind gar nicht so graziös wie sie im Fernsehen dargestellt werden 😀
Es gibt auch ein Lift mit dem man über den Zoo auf eine Aussichtsplattform fahren kann. Von dort hat man einen fantastische Blick über Colorado Springs. Ein weiterer Höhepunkt am Zoo waren die Grizzlybären. Von denen war ich persönlich schwer überrascht. Die sind so viel größer als ich mir sie vorgestellt habe. Über einen Hochsteg kann man über das Bärengehege laufen und einen fabelhaften Blick auf die pelzigen Vierbeiner werfen. Über den Steg kommt man in ein Haus, dessen Fenster liegen auf Höhe eines Teiches in dem die Bären schwimmen können. Wir hatten Glück und gerade als wir kamen plantschte ein Grizzly vergnügt im Wasser und spielte mit seinem, mit Fleischfetzen besetzten, Knochen. Sah richtig drollig aus wie tollpatschig er sein blutiges Spielzeug behandelte. Er warf es hoch und fing es wieder auf, wieder mit der Schnauze hoch und mit der Tatze gegen die Glasscheibe schmettern. Es war herrlich amüsant.
Am Ende sahen wir sogar noch einen Weisskopf Adler, der unangekettet (!!!) ganz entspannt auf einem Baum saß. War ziemlich stark das Wappentier der Vereinigten Staaten von Amerika keine 2 Meter weit weg auf einem Baum sitzen zu sehen.
Danach ging es wieder zurück nach La Junta. Auch das ist Amerika, vier Stunden Fahrt für einen Tagestrip, warum nicht?

Am nächsten Tag ging es auf nach Las Vegas. Wir fuhren früh morgens los; und wenn man mal so einen Tagestrip durch Amerika gemacht hat, versteht auch die Bedeutung der „Unendlichen Weiten“ nochmal ganz neu. Da kamen vom Navi schon mal so Anweisungen wie „In 300 Kilometern links“ oder „In 250 Kilometern rechts halten“. Das verrückte ist, dass du dich daran gewöhnst und wenn dann „In 87 Kilometern links“ kommt du „Ach ist ja gar nicht so weit“ denkst.
Wir fuhren durch die unterschiedlichsten Landschaften – immer für mehrere Stunden. Am Anfang war es die endlose Prärie, danach ging es mitten durch die Rocky Mountains. Dort waren wir zwischenzeitlich über der Schneegrenze. Wir hielten an einem Pass und waren dort über 3.250 Meter über dem Meeresspiegel. Zum Vergleich, die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg, liegt nur knappe 3.000 Meter über dem Meeresspiegel. Und an dem Bergpass waren wir nicht mal ganz oben auf der Spitze, doch von der Höhe war es so, als ob wir über die Zugspitze gefahren wären, ist brutal wenn man sich das bildlich vorstellt 😀
Nach den Bergen kamen wir in eine Allgäu ähnliche Landschaft, wunderschön. Danach kamen wir wieder in eine Prärie die sich langsam in eine Stein- und Felslandschaft wandelte. Das hätte echt was wüstenhaftes, da wuchs nix. Einige Stunden vor Vegas wurde es wieder hügeliger und sandiger. Die Landschaften die sich uns boten sind nicht zu beschreiben. So unendlich scheinend, so weit, so tief. Das kannst du nicht in Bilder oder Worte fassen. Man kann versuchen es zu erklären, doch verstehen wirst du es nur, wenn du es mit den eigenen Augen gesehen hast und für viele Stunden im Auto sahst und die immer gleiche Landschaft gesehen hast, bis es sich nach vielen Stunden einmal ändert.
Wir stoppten unterwegs am 4 Corner Monument, also am 4 Ecken Monument. Das ist die einzigste Stelle in Amerika an der sich vier Staaten treffen. Hier haben Colorado, New Mexico, Arizona und Utah eine gemeinsame Grenze. Das Monument ist eine Eisenplatte die in den Boden eingelassen wurde, dazu gibt es an allen vier Seiten Verkaufsbuden welche von Ur-Amerikanern betrieben werden. Sowas trockenes habe ich noch nie erlebt. Da hast dein Mund aufgemacht und hattest das Gefühl ein Schwimmbad leer trinken zu können. Ich wäre nicht überrascht gewesen, wenn einem da die Augen austrocknen. Da hat man wortwörtlich gefühlt wie die Sonne auf die Haut brennt, es war brutal.
Danach ging es direkt weiter nach Las Vegas. Es war bereits Nacht, als wir über eine Kuppe fuhren und wir einen spektakulären Blick auf Las Vegas bekamen. Durch die vielen Lichter wie in Gold getaucht, eine gigantische Stadt mitten in der Nevadawüste. Wir hatten nach dem Anblick noch etwa eine halbe Stunde zu fahren, bis wir am Hotel ankamen. Damit dauerte die Reise von La Junta nach als Vegas 17 Stunden. Am Hotel gaben wir unser Auto am Valet (sprich: ‚Waliii‘) ab. Die Leute dort kommen mit einem Wagen auf welchen dein Gepäck kommt und parken dein Auto. Ist ein super Service 😉
Wir sind dann in das Hotel gegangen und haben eingecheckt, auch das ging sehr schnell. Mein Eltern haben ein Hotel direkt am Strip (dem Las Vegas Boulevard, da sind die ganzen Hotels drauf) gebucht, wir hatten also eine Weltklasse Lage. Im Zimmer habe ich dann beim Gepäckservice angerufen und unser Gepäck wurde aufs Zimmer gebracht. An den Service kann ich mich echt gewöhnen 😀
Abends liefen wir noch über den Strip um die Atmosphäre zu genießen. Wir sahen uns unter anderem die spektakuläre Fontänenshow des Bellagio Hotels an. Einfach überragend, ist superschön anzusehen. Es wird über Lautsprecher ein Lied abgespielt und die Fontänen werden dazu programmiert, sodass die Show zur Musik passt, dazu ist es mit Lichteffekten untermalt, im Hintergrund das hell beleuchtete Hotel. Einfach einzigartig, ich war super begeistert. 🙂
Aber auch die anderen vielen Hotels, Reklamen, einfach alles ist gigantisch groß und wird herrlich beleuchtet mit den fantasievollsten Lichtern wie man es sich vorstellen kann. Du gehst einfach nur fasziniert durch die Straße und kommst aus dem Staunen nicht mehr raus.
Am nächsten Morgen besuchten wir den Secret Garden (geheimer Garten) von Siegfried & Roy. Die zwei waren früher große „Magier“, wahre Meister der Illusion. Sie wurden sehr berühmt für ihre Aufführungen mit weißen Tigern und weißen Löwen. Diese wurden von den beiden aufgezogen und trainiert. Die lebten mit denen zusammen auf ihrem Anwesen wie andere mit ihrer Hauskatze. Nur waren die Tiere von Siegfried und Roy ECHTE Stubentiger ;).
Im Garten gab es am Anfang eine große Poolanlage, dort schauten wir uns einige Delphine Shows an. Es war gigantisch cool, wir waren von den Delphinen keine 3 Meter weit weg. Da steht man einfach nur staunend daneben wenn diese artistische Tiere ihre Kunststücke vorführen. Einfach nur genial. Es gibt auch ein Untergeschoss mit abartig großen Panoramafenstern durch die man unten ins Aquarium schauen kann. Und die Scheiben sind im Gegensatz zu vielen Sealife Centern sehr gut geputzt. Man sieht die Delphine super gut und die schwimmen immer wieder am Fenster entlang um die neugierigen Besucher zu begutachten. Echt top!
Als wir uns von den Delphinen und ihren Shows satt gesehen haben gingen wir zu den Raubtieren. Die lagen zwar der Hitze geschuldet unmotiviert rum und schliefen (bis auf ein weißer Tiger der selbstherrlich in seinem Gehege rumstolzierte und für die Fotografen posierte) trotzdem war es super cool die Tiere zu sehen. Es gab weiße Löwen, weiße Tiger, ein Leopard und ein schwarzer Leopard, war richtig stark. Ist nicht so wie in der Wilhelma wo man sich so spannende Tier wie Esel und Kühe anschauen kann. Hier wird einem richtig was geboten! Da sieht man live, was man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, echt toll.
Als nächstes liefen wir durch alle möglichen Hotels. Die Hotels in Las Vegas sind absolut sehenswert. Sie haben alle ein eigenes Thema, welches konsequent durchgezogen wird. Dabei ist der Aufbau bei allen Hotels gleich. Im Eingangsbereich wird auf das Thema des Hotels hingewiesen (durch Gestaltung) und dann geht es in einen großen Casino Bereich mit allerhand Automaten und Tischen auf denen man sein Glück herausfordern kann. Der Rest ist vom Stil her am Thema dran.
Wir liefen durch das Venezia und Plaza Hotel. Dort ist eine Abbildung von Venedig nachgebaut, die Decke ist wie der Himmel bemalt, mit Wolken und allem. An den Seiten stehen Häuser, der Boden sieht gepflastert aus. Man hat das Gefühl dass man durch die Gassen Venedigs schlendert. Mit einem Kanalsystem auf dem Gondeln fahren und die Leute auf dem Bot singen. Ist super stark, ganz ganz toll. Wir gingen danach noch in viele Hotels und genossen die verschiedenen Themen. Zwei Hotels stachen dabei besonders heraus: Das Excalibur und das Luxor. Das Excalibur ist wie eine Burg aufgebaut. Mit Wachtürmen, Toren und allem. Innen hängen Teppiche von den steinigen Wänden und Ritterrüstungen stehen an der Seite. Die Musik hat einen mittelalterlichen Einschlag. Ich finde die Idee sau stark, wer hat sich denn noch nie gewünscht mal in einer Burg zu leben?
Das Luxor ist noch eine Nummer besser. Es ist eine riesige Pyramide, eine Sphinx ist der Eingang, ein Obelisk steht davor. Wenn man in die Pyramide geht sieht man am Eingang die typisch ägyptischen Hunde und Wachleute, in Stein gemeißelt, stehen. Natürlich in mega groß. Drinnen läuft man dann durch ein Tor das wie eine ägyptische Grabkammer aussieht. Mit allem drum und dran! Einfach genial! Die Zimmer sind sehr raffiniert angebracht, sind an den schrägen Wänden der Pyramide und ziehen sich wie Ringe nach oben. Die Aufzüge gehen darum nicht gerade nach oben sondern fahren einen schräg, mit dem Steigunswinkel der Pyramide, nach oben. Da hat sich echt jemand was gedacht! Innen gibt es auch eine nachgebaute altägyptische Häuserreihe. Ist echt super gut gemacht. Oben an der Spitze muss in starker Lichtstrahler sein, denn abends sieht man aus der Pyramide einen brutal hellen und hohen Lichtstrahl heraus scheinen. Wundert mich, dass das geht, aber beeinträchtigt anscheinend nicht die Flugzeuge die am Flughafen von Las Vegas landen. Eine Mumie haben wir leider nicht gefunden, das wäre noch die Krönung gewesen 😀
Danach ging es noch durch weitere Hotels, da kann locker mehrere Stunden in jedem verbringen. Sind einfach mega cool. Gerade bei Nacht, wenn die abgefahrensten Lichter die Gebäude in ganz neuem Glanz zeigen.
Als nächstes ging es ab in den High Roller, das größte Aussichtsriesenrad der Welt. Dort kommt man in sehr große Glasgondeln (der Boden ist kein Glas) und wird super langsam bewegt. Eine Umdrehung dauert eine halbe Stunde. So kann man den atemberaubenden Ausblick über Las Vegas genießen. Von dem Riesenrad aus hat man einen herrlichen Blick auf den Strip und den restlichen Teil (ja, Las Vegas besteht nicht nur aus Hotels und Glücksspiel) der Stadt.
Anschließend liefen wir zum Mirage Hotel und schauten uns die Vulkanshow an. Auch ganz spektakulär, es wird dort ein Vulkanausbruch simuliert. Ist eine herrliche Show aus Feuer, Wasserfontänen und Lichtern. Richtig begeisternd! 🙂
Wir versuchten auch zu gamblen (Glücksspiele spielen) doch der Dealer schmiss mich aus dem Casino, da ich noch unter 21 bin. Glücksspiel und Alkohol sind in den vereinigten Staaten ab 21, heiraten und der Army beitreten kann man schon ab 18. Das ist einer der Punkte die viele Kritiker der 21-Jahre Regel vorbringen; sterben für dein Land darfst du ab 18, trinken in deinem Land erst ab 21.
Und wegen dem heiraten: Es gibt glaub keinen Ort in Amerika an dem mehr Ehen geschlossen werden als in Vegas. Kein Wunder, denn zum heiraten in einer der vielen Hochzeitskapellen (fast jedes Hotel hat eine), muss man 18 Jahre alt sein und einen Führerschein dabei haben um sich ausweisen zu können. Wenn beide Vorraussetzungen erfüllt sind steht der Eheschließung nichts mehr im Weg.

Am nächsten Tag ging es leider schon wieder weiter. Das Ziel war der Grand Canyon mit einem Zwischenstopp am Hoover Dam. Der Hoover Dam ist ein gigantischer Damm, der den Colorado River zurückstaut. Der Damm ist irre hoch und sieht sehr beeindruckend aus. Am Fuß des Dammes befindet sich ein Elektrizitätswerk, dort wird durch Turbinen Strom erzeugt. Auf der Rückseite des Dammes sieht man wie krass der Wasserpegel gesunken ist. Da fehlen locker 20 Meter! Die 15 jährige Trockenzeit in Colorado hat also ganz schön große Auswirkungen.
Der Damm beziehungsweise der Colorado Fluss dient auch als Grenze zwischen den Staaten Nevada und Arizona. Der Damm versorgt Las Vegas und die angrenzenden Stätte mit Wasser und Elektrizität.
Nachdem wir den Damm ausführlich angeschaut, über ihn drüber gefahren und gelaufen sind, ging es auf direktem Weg zu unserem nächsten Hotel. Das Klima am Canyon ist deutlich kühler (25 Grad) als am Damm oder in Vegas. Dort hatten wir 38-40+ Grad. Auch die Vegetation am Canyon viel freundlicher (oder überhaupt vorhanden), mit vielen Kieferbäumen.

Am nächsten Morgen war es dann soweit, wir fuhren an den Grand Canyon. Zum größten Loch der Welt. Und hier sahen wir wieder etwas typisch amerikanisches: Es gibt free Refills und free Ketchup aber wenn man ein paar Steine anschauen will muss man Eintritt zahlen.
Der Moment wenn du den Schildern zum Canyon folgst, du weiter gehst, das Geländer als erstes entdeckst und schließlich den Grand Canyon mit eigenen Augen siehst…. Unbezahlbar. Vergiss die Filme, vergiss Postkarten und Bilder. DAS kann dir NIEMALS das Gefühl der Überwältigung und Faszination geben was du hast, wenn du auf die mächtigen Schluchten blickst. Es ist atemberaubend und wunderschön. Du kannst so weit schauen. Du siehst die verschiedenen Sedimente, verschiedene Felsformationen, verschiedene Gesteinsfarbe. Du siehst genau wo sich der Colorado River durchschlänget, auch wenn du den Fluss nur an den wenigsten Stellen sehen kannst. Und wenn, dann erinnert er an ein trielenden Wasserlauf. Doch der Blick täuscht gewaltig. Der Fluss hat so viel Wasser und eine solch reißende Strömung dass er ein olympisches Schwimmbecken (fast 500.000 Liter) in unter 5 Sekunden auffüllen könnte. Das geht viel Wasser den Fluss runter.
Man kann den Canyon nicht beschreiben ohne ihn verzerrt darzustellen, darum werde ich es auch gar nicht versuchen.
Wir wanderten an der Kante entlang und besuchten auf der Strecke verschiedene Aussichtsplattformen. Das war eine Zeit zum genießen! Zu Mittag aßen wir in einem Restaurant mit Panoramablick auf den Canyon, einfach nur cool. Ist sehr schwer zu toppen.
Mein Vater und ich sind sogar ein Stückchen in den Canyon rein gewandert. Es gibt kein Geländer und nur am Anfang ein paar Warnschilder, nach dem Motto ‚Wenn du runterfällst ist das dein Problem‘. Die Faustregel sagt, dass man die doppelte Zeit braucht um wieder hoch zu wandern, da es doch ordentlich nach oben/unten geht.
Nach dem wandern sind wir mit einem Shuttle zu abgelegeneren Aussichtspunkten gefahren. Also ehrlich, egal wo du am Canyon bist, du kannst überall staunend da stehen und den Ausblick genießen. Und ist auch ziemlich gut für die Leute mit Höhenangst. Ist nämlich gar nicht hoch, ist nur tief 😉

Am nächsten Morgen mussten wir uns leider auf die Rückreise machen. Doch bevor es zurück nach La Junta ging stoppten wir am Monument Valley. Das Monument Vally sind die roten Felsen die in wirklich jedem Western Film drin vorkommen. Sie sind an der Grenze von Utah und Arizona. Die Felsen sind komplett rot, genauso wie alles in der Gegend. Richtiges naturrot und das überall. Wir fuhren etwas auf einem Rundweg durch die Felsen, mussten dann allerdings aufgeben da unser gemietete Wagen eindeutig ein Stadtauto ist und für eine steile, felsig-sandige Straße null vorbereitet ist. Doch es war vollkommen okay, wir haben die roten Felsen gesehen, aus ganz verschiedenen Perspektiven :).
Danach ging es nach La Junta. Wir stoppten nochmal an dem Bergpass auf 3.250 Meter Höhe. Da sollte man meinen, dass man alleine ist, doch falsch gedacht da war noch ein anderes Auto. In Amerika erwartet man in solch einer Situation Amerikaner, doch wieder falsch gedacht. Wir trafen dort Deutsche! Wir sind echt überall 😀

Am nächsten Morgen, ganz früh, hieß es wieder Abschied von meinen Eltern zu nehmen. Es ist ein ‚Auf wiedersehen‘. Und das schon bald, in zwei Monaten werde ich wieder deutschen Boden unter meinen Füßen haben. Manche denken vielleicht, dass dies ein harter Abschied gewesen ist, doch das war es nicht. Ich Trauer nicht, dass mein Eltern zurück nach Deutschland gehen mussten. Ich freue mich stattdessen, dass sie es geschafft haben mich zu besuchen und bin dankbar für die super Zeit, die wir zusammen hatten. Es ist nicht selbstverständlich, dass sie mich besuchen kommen und meine Geschwister in Deutschland zurück lassen. Darum freue ich mich 🙂
Das wars auch wieder mit meinem Blog. Der nächste kommt dann wieder (hoffentlich) in zwei Wochen. Ihr dürft wieder gespannt sein, ein großes Projekt von der Arbeit steht vor dem Abschluss…

Unglückliches Timing

Mai - 17 2015 | no comments | By

Graue Wolken ziehen über La Junta. Es ist Freitagnachmittag und ein immer stärker wehender Wind treibt die vielen Wolken die den, ansonsten blauen, Himmel mit immer dunkleren Farbtönen bedecken. Du freust dich auf den bevorstehenden Regen. Die letzten Tage waren sehr trocken und das Land lechzt sich nach dem Wasser. Ein frischer Regen könnte den vielen Staub an den Boden binden und das Wachstum auf den Feldern voran bringen. Erwartungsvoll schaust du also aus dem Fenster. Das erste was du merkst sind die fehlenden Geräusche der Vögel. Das Singen wurde eingestellt. Du siehst einen einzelnen Vogel scheinbar ziellos durch die Gegend flattern. Es dauert eine Weile bis du realisierst, dass es der Wind ist, welcher scheinbar von allen Richtungen gleichzeitig kommt und den Vogel so orientierungslos aussehen lässt. Die große Tanne, die vor dem Haus steht und selbiges um 2 Meter überragt, schwingt im Rhythmus des Windes. Auch die Sträucher auf dem Nachbargrundstück wiegen sich im Wind hin und her. Der Himmel wird immer dunkler, die Wolken nehmen eine fast schwarze Farbe an. Die Temperatur kühlt schnell herunter und erste Regentropfen klatschen auf die verlassene Straße. Der Regen wird immer heftiger. Laut prasseln große Tropfen gegen die Fensterscheibe, du kannst das prasseln auf der Straße hören. Die 5 Hunde haben sich verstört im Haus zurück gezogen. Sie verkriechen sich unter deinem Bett. Du blickst aus dem Fenster. Immer noch unaufhörlich bläst der Wind durch die Straßen, du kannst nun sogar das heulen hören. Dazu der immer lauter werdende Regen. Der Himmel verdunkelt sich immer weiter und der Geräuschpegel schnellt durch Regen und Wind in die Höhe. Und dann hörst du es! Es ist ein grellendes Geräusch, ein Geräusch, welches in den Ohren schmerzt. Ein Geräusch, von dem du genau weißt, dass du das nicht lange hören willst. Du hast dieses Geräusch, diesen Ton, davor schon einmal gehört. An einem anderen Tag, Samstags. Genau genommen hast du es jeden Samstag gehört. Zumindest die Samstage die du hier in La Junta verbracht hast. Und am letzten Samstag war der Ton kein Problem für dich, du hast in einfach ignoriert. Aber jetzt. Jetzt kannst du ihn nicht ignorieren, denn du weißt was es bedeutet. Du weißt, dass heute nicht Samstag ist und dass der Ton nun nicht erklingen soll. Dein Herz schlägt schneller und ungläubig schaust du aus dem Fenster. Du ahnst das Unwetter, das draußen wütet. Du kannst nicht so viel erkennen, da der Regen zu stark gegen deine Fensterscheibe schlägt. Der Ton kommt von vielen Lautsprechern, die überall in der Stadt verteilt sind. Es ist eine Sirene, ein heulender, schriller, lauter Ton. Ihn zu überhören ist unmöglich, dafür ist er zu nervig. Er erinnert etwas an die Fliegeralarmsirenen im zweiten Weltkrieg. Das ist Absicht, dass es so ähnlich klingt. Denn dieser Ton, diese Sirene hat eine ähnliche Aufgabe. Es ist ein Alarm!

Liebe an meinem Auslandsjahr Interessierten,

ich hoffe ich konnte die Lust, diesen Artikel hier zu lesen, in euch wecken. Denn es ist mal wieder die Zeit für einen neuen Blogeintrag gekommen! Neben dem Update zur aktuellen Lage geht es heute nur einen weiteren Punkt. Dem Grund für meine Überschrift und dieser wird an die Einleitung anschließen…

 

Update zur aktuellen Lage

College: Das Semester ist vorbei und die ganzen Leute die am College studierten sind nicht mehr da. Hier in La Junta wohnt kaum ein jugendlicher, die meisten kommen von außerhalb. Das ist ziemlich schade, da nun meine ganzen Freunde nicht mehr da sind. Die anderen Austauschschüler sind zurück in die Heimat oder zu Verwandten in andere Staaten der USA gezogen. Ähnlich ist es mit den amerikanischen Schülern, da sind alle zurück zu den Familien gegangen. Und die wohnen leider nicht hier in La Junta. So ist das College nun wie ausgestorben, nur ein paar Angestellte arbeiten noch, ehe sie in ein paar Wochen in den Sommerurlaub können.

Work: Die letzten Tage meiner Anstellung im Economic Development sind angebrochen. Nächste Woche noch werde ich dort arbeiten, danach ist mein Einsatz da beendet und ich arbeite nur noch für das Small Business Development Center (SBDC).

Im Economic Development habe ich an verschiedenen großen Projekten mitgearbeitet, das hat mir immer sehr viel Spaß gemacht. Vom SBDC aus sind wir die letzten Tage oft nach Lamar (liegt eine Autostunde östlich von La Junta) gefahren. Dabei konnte man die Auswirkung des Regens wunderbar sehen. Das ganze Land war grün! Überall Gras und Blätter und alles blühte. Ich fühlte mich wie in einer anderen Welt, es sah unwirklich aus. Nicht wie Southeast Colorado. Bin mal gespannt wie lange sich das Auge an dieser grünen Wonne erfreuen kann.

Wetter: Wie eingangs erwähnt gab es die letzten Tage viel Regen. Das war ziemlich ungewohnt für die Menschen hier. Ich glaube so viel Wasser haben die noch nie auf einem Haufen gesehen, dabei war es (mit Deutschland verglichen) gar nicht so viel. Doch die vielen Schauer sorgten dafür dass die Bevölkerung nun mit Hochwasser zu kämpfen hat. Schon ironisch, da hoffen alle auf Regen, dann kommt er und dann gibt es gleich Überschwemmungen.

Volunteer Work: Seit eineinhalb Wochen habe ich einen festen Platz für meine ehrenamtliche Arbeit gefunden. Die 40 Pflichtstunden habe ich ja schon lange abgearbeitet, nun geht es an die 100!

Wie ich es schon mehrmals habe anklingen lassen werde ich im Crossroads Store arbeiten. Der Laden besteht aus zwei Abteilungen. Die erste ist ein Geschenkeladen, da gibt es verschiedene Fairtrade Produkte aus über 33 verschiedenen Ländern. Die Produkte werden von den Künstlern („Künstler“, weil die handgefertigten Produkte meiner Meinung nach Kunst sind) zu fairen Preisen eingekauft und im Laden weiter verkauft. Die Produkte sind dann etwas teurer, als wenn man sie aus einem nicht Fairtrade laden kauft, dafür ist beim Corssroads Store garantiert, dass die Menschen, welche die Produkte in stundenlanger Arbeit hergestellt haben, einen fairen Lohn erhalten. Die Produktpalette ist grenzenlos: Stoffe, Körbe, Musikinstrumente aller Art, Spielzeuge, Schmuck, Dekorationssachen, Elefantenkotpapier, Kerzen, Taschen, Kissen, Schachteln und weiter Behälter, Gläser, Alltagsgegenstände, Spielzeug und vieles mehr.

Der zweite Teil des Ladens ist ein Thriftstore, also ein Laden in dem man gebrauchte Kleider sehr günstig kaufen kann.

Der Laden wird von zwei angestellten Managern geführt, sie sind für die administrative Arbeit zuständig. Das operative Geschäft (also die, die nachher tatsächlich arbeiten 😛 ) wird von ehrenamtlichen Helfern betrieben. Ich helfe dort nun jeden Dienstag und Donnerstag aus. Mein Aufgabengebiet erstreckt sich über alle anfallenden Tätigkeiten. Meistens bin ich an der Kasse und sorge dort für eine reibungslose Abwicklung. Aber auch das falten von Tüten für die Kunden, helfen beim tragen der Einkäufe zum Auto, umsortieren des Lagers und beim etikettieren der Produkte mit Preisschildern sowie dem recyceln von Kleidern habe ich schon geholfen. Es gibt eigentlich nichts, worin ich nicht helfen könnte.

Die Arbeit ist meistens abwechslungsreich, langweilig wird es, wenn keine Kunden kommen und es nichts Weiteres zu tun gibt. Vorbereitende Tätigkeiten wie putzen und dem bereitstellen von Arbeitsuntensilien erledigen wir morgens, so ist dafür kein Bedarf am Nachmittag.

 

Der Grund für meine Überschrift

Dein Herz schlägt schneller und ungläubig schaust du aus dem Fenster. Du ahnst das Unwetter, das draußen wütet. Du kannst nicht so viel erkennen, da der Regen zu stark gegen deine Fensterscheibe schlägt. Der Ton kommt von vielen Lautsprechern, die überall in der Stadt verteilt sind. Es ist eine Sirene, ein heulender, schriller, lauter Ton. Ihn zu überhören ist unmöglich, dafür ist er zu nervig. Er erinnert etwas an die Fliegeralarmsirenen im zweiten Weltkrieg. Das ist Absicht, dass es so ähnlich klingt. Denn dieser Ton, diese Sirene hat eine ähnliche Aufgabe. Es ist ein Alarm!

Einige Minuten zuvor sah die Welt noch anders aus. Ich skypte mit einem anderen Teilnehmer des PPP/CBYX, wir buchten ein Ticket für einen Flug von Green Bay nach Washington D.C. um dort zu unserem Abschlussseminar zu gelangen. Wir waren gerade mitten im Buchungsprozess als der Schall der Sirenen ertönte. Das war ein ziemlich unglückliches Timing. Wobei ich glaube dass es für einen Tornado nie einen guten Zeitpunkt gibt. Ich stellte den Laptop auf den Boden, da der Tisch neben dem Fenster stand.

Donna kam mit einem leicht verängstigten Gesichtsausdruck in mein Zimmer und schrie ein Wort. Sieben Buchstaben. „T O R N A D O“. Nur Sekunden davor brach ein Hagelsturm los. Die Hagelkörner waren nicht besonders groß. Sie hatten eine Footballform und waren etwa 4cm lang und 2 bis 3cm breit, ging also von der Größe. Doch diese Hagelfootballkörner waren extrem schnell unterwegs, sie sprangen wie ein Tischtennisball mehrmals auf und ab, sobald sie auf den Boden trafen. Dabei war es unabhängig von Wiese oder Straße, die Körner hupften auf und ab. Wir standen erst einige Augenblicke am Fenster und schauten uns das Spektakel an. Eine Tornadoübliche Spirale konnten wir leider (oder zum Glück) nicht erkennen. Als es immer stärker zu wehen begann und der Schall der Sirenen nicht nachlassen wollte brachten wir uns so schnell wie möglich in Sicherheit. Wir gingen schnellst möglichst in den Keller, dort warteten wir ab. Wir mussten die Hunde teilweise runter tragen, da sie komplett durchdrehten. Es dauerte eine Weile die Vierbeiner zu beruhigen. Im Keller (ist eigentlich mehr ein tiefer gelegtes Wohnzimmer) schauten wir den Wetterkanal an. Kennt ihr Wetterkarten auf denen die Gefahrzonen mit rot markiert sind? Wir waren genau im roten Bereich. Alle paar Minuten kam am Fernseher eine Warnmeldung, dass gerade ein Tornado in der Gegend wütet. Nach einer Dreiviertelstunde zog der Tornado weiter und wir konnten das untere Wohnzimmer wieder verlassen.

Ich ging zurück zum Laptop um die Buchung für den Flug fortzusetzen. Mein Gesprächspartner meinte nur „Ich habe ja jeden Moment damit gerechnet dass das Haus jetzt wegfliegt!“. Ganz so schlimm war es zum Glück nicht, aber sicher auch nicht ungefährlich. Glücklicherweise hat sich niemand verletzt und abgesehen von zerstörten Gärten, überfluteten und verdreckten Straßen als auch zerbeulten Autos ist nichts groß passiert.

 

Das war es auch schon von meinem Blogeintrag, heute etwas kürzer als gewohnt. Der nächste Eintrag kommt dann erst in 3 Wochen. Meine Eltern kommen mich besuchen und wir werden etwas die Gegend, den Grand Canyon und Las Vegas anschauen. Auf diesen Besuch freue ich mich schon riesig! 🙂

 

 

 

 

 

Gebrochenes Herz und nicht gestorben!

Mai - 04 2015 | no comments | By

Liebe Leserinnen und Leser,

zwei Wochen sind seit meinem letzten Eintrag vergangen und es ist wieder an der Zeit neue Zeilen hier auf den Bildschirm zu bringen. Der heutige Eintrag enthält neben dem Update zur aktuellen Lage meine Erlebnisse vom Racquetball Turnier, einem ganz besonderem Dinner und dem Grund meiner Überschrift…

 

Update zur aktuellen Lage

College: Die letzten zwei Wochen waren im Zeichen der Finals etwas lernintensiver. Ich schrieb zwei Essays und einige Tests und weitere Ausarbeitungen. Das schöne an den Finals in Amerika ist, dass auch die Lehrkräfte damit vor arbeitsintensiven Tagen stehen. Und sie wissen, dass wenn ein Schüler mit seiner Note nicht ganz so zufrieden ist, dass er/sie nochmals die Chance hat das ganze neu zu schreiben, was wiederum für die Lehrkraft zusätzliche Arbeit bedeutet. Hier kann man so ziemlich alles zweimal schreiben und um dem zu entgehen geben die Lehrerinnen und Lehrer gerne die bessere Note, was ja auch für die Schüler ganz klasse ist.

In IPC habe ich für meine Präsentation 97% bekommen, die fehlenden 3% hat sie mir für meine Grammatik abgezogen. Damit kann ich sehr gut leben. In Ethics schrieb ich in meinem Final über „Ist es moralisch vertretbar die FIFA WM 2022 nach Qatar zu geben?“ und bekam für diese Ausarbeitung 93%. Diese 93% sind mehr wert als „nur“ 93%, denn die Lehrerin meinte, dass sie nicht an Perfektion glaube und nie die volle Punktzahl verteilt. Das Beste was sie jemals vergeben hat war 96% und davon bin ich mit 93% ja gar nicht so weit davon entfernt. Lief also alles glatt, ich sollte beide Kurse mit einem „A“ beenden und damit meine amerikanische Collegekarriere mit einem sauberen A-Schnitt beenden. Unser vorletztes Reflectionpaper (Ausarbeitung) in Ethics ging um das Thema „War der US Einsatz im Irak 2001 gerechtfertigt oder nicht?“. Und da haben doch tatsächlich 25 Schüler (von 50, vielleicht auch 60 Schüler, kann man nie so genau sagen) geschrieben, dass der Irak Amerika bei der 9/11 Tragödie angegriffen hat! Unfassbar; das tragische ist halt, dass diese jungen Leute zur Zukunft der Vereinigten Staaten gehören. Ich frage mich wie die auf sowas kommen? Sind es grotten schlechte Lehrer auf der Highschool? Sind es eigene Gehirngespinste? (wobei das bei 25 Leuten schon merkwürdig wäre). Oder sind es die Medien? (das wäre eine Katastrophe!). Ist schwer zu sagen, auf jeden Fall Besorgnis erregend. Stellt euch mal vor die gehen wählen… Ich will gar nicht wissen was dann passiert.

Apropos Medien, hier in Amerika gibt es eigentlich keine neutralen Berichterstattungen was die Politik angeht. Laut Roger (mein Hostdad) sind 80% der Medien in Amerika demokratisch geprägt. Darum vermeidet er, als überzeugter Republikaner, jegliche „liberal“ Medienquelle. Er schaut nur die „neutralen“ Sender an. Doch die in seinen Augen „neutralen“ Sender sind ganz schön republikanisch geprägt. Ist immer wunderbar zu sehen, wenn die jemanden von der anderen politischen Seite einladen um sich im TV dann zu zoffen bis die Fetzen fliegen. Erinnert manchmal an den Kindergarten in dem das Prinzip galt „Wer lauter schreit hat Recht“.

Aber zurück zum College. Das Frühlingssemester ist jetzt zu Ende und damit auch meine Zeit als College Student.

 

Work: Montag vor zwei Wochen ging es nach Springfield, zu den Simpsons 😉 Ob allerdings wirklich in diesem Springfield die Idee der Zeichentrickserie „Die Simpsons“ entstand, bezweifel ich sehr. Denn dieses Springfield findet man nur wenn man 2 Stunden konsequent ins Nichts fährt. Das mit dem Springfield ist echt eine interessante Sache, über die Hälfte aller Staaten haben ihr eigenes „Springfield“. Doch der beliebteste Städtename ist das drittplazierte „Springfield“ nicht. „Springfield“ (30 Städte) wird nur von „Franklin“ (31) und den beiden Spitzenreitern „Washington“ und „Greenville“ (je 32) geschlagen. Auf dem vierten Rang kommt „Clinton“ mit „nur“ 27 Nennungen fast schon abgeschlagen. Platz fünf teilen sich „Fairview“, „Madison“ und „Salem“ mit je 24 Städtenamen. Platz sechs belegen „Bristol“ und „Georgetown“ mit jeweils 23 Nennungen. So, dass sind jetzt zehn verschiedene Städtenamen die zusammen auf 270 (zweihundersiebzig!!!) Nennungen kommen! Soll mir noch einer kommen mit „Wir sind so unfassbar kreativ“…

An diesem Montag ging es früher los als sonst, ganze zwei Stunden früher und natürlich habe ich komplett verschlafen. Als mich meine Chefin zur Treffpunktszeit anrief lag ich noch im Bett. Was ich danach ablieferte war absolute Weltrekordzeit! Mit Schwung aus dem Hochbett, ab ins Badezimmer, auf dem Weg dorthin ein paar Kleider schnappen, mich gleichzeitig anziehen und Zähne putzen, fertig richten, zurück ins Zimmer hechten, Rucksack und Schlüssel schnappen, noch schnell „Good morning“ zu meinem Hostdad sagen, zum Auto stürmen und mit dem dann vollgas in Richtung Arbeitsplatz. Hat doch Vorteile wenn man nur zwei Autominuten von seiner Arbeitsstelle weg wohnt. Das ganze schaffte ich in Rekordzeit, ich war ohne das fahren glaube ich in unter 5 Minuten mit allem fertig. Das soll mir mal einer nachmachen! 😉

Springfield war sehr unspektakulär abgesehen vom Ortsschild gab es kein weiteres wirkliches Highlight. Nachdem wir unseren geschäftlichen Auftrag erfüllten ging es auch direkt wieder zurück.

 

Volunteer Service: Da das College Semester nun vorüber ist, versuche ich die frei gewordenen Zeit in der Woche mit ehrenamtlicher Arbeit zu füllen. Das Ziel ist nach wie vor die 100 Stunden zu schaffen. Meine 40 Pflichtstunden habe ich schon lange abgearbeitet. Pflicht getan, jetzt geht es an die Kür.

Da werde ich morgen mit den Verantwortlichen des Crossroads Market Place Ladens zu sprechen und schauen, dass ich mit denen einen Plan ausarbeite wie ich dann dort helfen kann. Der Laden ist ein Fair Trade Laden und wird ehrenamtlich geführt. Der Erlös wird in neue Produkte gesteckt, ist also ein Non-Profit Unternehmen.

 

Racquetball Turnier

In den letzten zwei Wochen fand ein Racqetball Turnier am College statt. Racqetball ist ein ziemlich cooler Indoorsport. Gespielt wird in einem geschlossenen, quaderähnlichen Raum. Man spielt dabei einen Gummiball mit Tennisschlägern ähnlichen Schlägern gegen die Wand, dabei darf der Ball nach dem Berühren der Vorderwand nur einmal auf dem Boden aufspringen. Wenn er zweimal den Boden berührt bekommt der Gegenspieler den Punkt oder die Angabe (man kann nur Punkten wenn man die Angabe hat), je nachdem. Die Kunst ist es den Ball so zu spielen dass er möglichst knapp über den Boden fliegt und am besten so, dass er gegen Laufrichtung des Gegenspielers fliegt.

Am Turnier nahmen um die 30 Personen teil, darunter jede Menge Angestellte vom College die den Sport zu oft gespielt haben. Die waren teilweise übertrieben gut und für uns Schüler unmöglich zu besiegen. Auch ein ehemaliger Nationaler Champion nahm am Turnier teil. Da wunderte ich mich schon wie man von Chicago hier nach La Junta kommt, aber gut. Mein erstes Spiel gewann ich ohne Probleme. Das zweite Spiel war extrem knapp. Es ging gegen eine Kanadierin die ungefähr genauso gut war wie ich. Dementsprechend war das Spiel auch ausgeglichen, es ging die ganze Zeit hin und her. Mal war sie mit zwei Punkten vorne, dann ich mit drei, dann sie mit einem, dann ich mit einem. Ging die ganze Zeit hin und her. Da wir beide nicht die allerbeste Technik in dem Sport hatten machten wir das durch Hechtsprünge und viel Einsatz wieder wett. Hatte zur Folge dass es lange dauerte bis überhaupt irgendjemand mal Punktete und das es für die vielen Zuschauer extrem spektakulär aussah. Am Ende hatte sie das Momentum auf ihrer Seite und gewann mit 15:14 in der Verlängerung. Es war ein richtig gutes Match und am Ende hat sie verdient gewonnen, da sie ihre Chance am Ende konsequent genutzt hatte. Da kann man nur gratulieren. Ich finde wenn man nicht verlieren kann, sollte man auch nicht spielen. Denn man weiß nie ob man gewinnt oder verliert, doch wenn man verliert sollte man ein guter Verlierer sein, genauso wie wenn man gewinnt. Schlechte Verlierer sind ätzend, schlechte Gewinner nicht auszuhalten.

 

Ein ganz besonderes Dinner

Letzten Samstag wurden wir von der Friendly Family (das ist eine Familie die einen Exchange student für ein Semester aufnimmt) einer Schülerin aus Ungarn zum gemeinsamen Abendessen eingeladen. Es ging richtig international zu, neben den amerikanischen Gastgebern und dem amerikanischen Präsidenten des Colleges sowie seiner Frau (jetzt dachtet ihr schon Obama wäre dabei gewesen, oder? 😉 kam ein Schüler aus Frankreich, eine Brasilianerin, eine Schülerin aus Kirgistan, eine Schülerin aus Simbabwe, ein Schüler aus der Mongolei, die eben angesprochene Ungarin und ich, aus Deutschland.

Die Atmosphäre und das Essen waren großartig, es war richtig gesellig und spaßig. Wir redeten über alles Mögliche, angefangen von König Fußball über verschiedene Filme bis hin zu den coolsten Collegeerlebnissen. War extrem cool.

Das Dinner hat wieder ganz anschaulich gezeigt das man Freunde auf der ganzen Welt finden kann, unabhängig von Religion, Hautfarbe und finanziellem Hintergrund, solange du die anderen Menschen so annimmst wie sie sind und sie respektierst.

 

Nun zum Grund für meine Überschrift. Ich beginne mit dem hinteren Teil der Headline.

 

…nicht gestorben!

Dieser Teil ist nicht lustig, er ist ziemlich ernst. Todernst. Letzten Freitag fuhr ich mit meiner Gastfamilie nach Alamosa um dort ein Konzert meiner Hostsister Leeanne (spricht man „Liänn“ aus) anzusehen. Auf der Hinfahrt war Roger schon leicht angeschlagen, als wir abends sehr spät wieder in La Junta ankamen ging es ihm etwas schlechter, schob es auf die Müdigkeit. Samstagmorgen ging es ihm etwas besser, so ging er arbeiten. Abends kam er dann heim, ihn fröstelte es. So legte er sich ins Bett und blieb da für den Rest des Abends. Am Sonntagmorgen hat es ihn vollends ganz erwischt. Ihm war heiß und kalt, ihn schüttelte es immer wieder und er hatte Probleme beim atmen. Es hörte sich wie ein Pfeifen an, so als ob er zu wenig Luft bekommt. Er sprayte an diesem Tag einige Male mit seinem Asthmaspray, doch es wurde einfach nicht besser.

Montag war dann schrecklich, ihn schüttelte es am ganzen Körper, er atmete sehr schwer und er war sehr kraftlos.

Am Dienstag war es dann brutal. Morgens ging er zum Arzt, der wollte ihn in ein Krankenhaus stecken, doch Roger meinte dass er das nicht bräuchte. Als ich abends heim kam war ich zu tiefst geschockt als ich ihn im Bett liegen sah. Sein Atmen konnte man nicht mehr als Atmen bezeichnen, es war mehr ein Röcheln. Es hörte sich so an als ob jeder Atemzug ihm große Schmerzen unterbreitete und dass jeder Atemzug ein gigantisch großer Kraftakt war. Er war total verschwitzt, gleichzeitig schüttelte es seinen ganzen Körper. Durchgängig, er konnte sich nicht ruhig halten, alles wackelte. Dann hatte er die glorreiche Idee die Treppen runter zu laufen, um etwas auf der Couch zu sitzen. Der Weg ist nicht lang, sind zweimal 5 Stufen, doch als er diese mehr runter stürzte als lief war er so komplett erledigt auf der Couch.

Als Donna (meine Hostmum) dann endlich kam brachte sie ihn ins Krankenhaus. Im Krankenhaus in La Junta stellten sie bald fest, dass etwas mit seinem Herzen nicht stimmte. Da es hier nur ein kleines Krankenhaus ist verlagerten sie ihn nach Pueblo, das ist eine Stunde weit weg. In Pueblo legten sie ihn sofort auf die Intensivstation und untersuchten ihn. Nach der Untersuchung gaben sie Donna Unterlagen welche bei der Abwicklung eines Todes helfen sollen. Ist natürlich extrem aufbauend.

Sie stellten einige Krankheiten fest. Zuerst hatte er Fieber, eine bilaterale Lungenentzündung, Wasser in beiden Lungenflügeln und etwas hat eingesetzt was macht, dass die Organe aufhören zu arbeiten. Dazu begann noch das Herz zu bluten (zumindest so wurde es uns erklärt) und es gab Probleme mit der Niere, was ziemlich seltsam ist, da er nie Alkohol trinkt und auch nicht raucht. Sie schlossen ihn an Lebenserhaltene Maschinen an und hofften das Beste. Der Arzt meinte, dass wenn wir nur einen Tag später gekommen wären, er im Haus verstorben wäre. Nach einem Tag auf der Intensivstation sah es gut aus, sie beschlossen ihn in ein normales Krankenzimmer zu legen. Das stellte sich als Fehler heraus, denn seine Krankheiten kamen zurück und es wurde noch schlimmer. Von Dienstag bis Donnerstag dachten wir, dass er sterben würde. Doch Freitagmorgen sah es wieder positiv aus. Auch seine Gesichtsfarbe hat sich von grau wieder in seine normalen Hautfarbe gewandelt. Dillen und ich besuchten ihn am Freitag, dies war sehr gut, da wir die ganze Zeit das Bild von Dienstag in unserem Kopf hatten. Insbesondere brannte sich der Kampf beim Atmen in mein Gedächtnis ein. Dieses röchelnde Geräusch, dieses aufbäumen des Körpers um irgendwo verzweifelt die Kraft zu finden, welche für den nächsten Atemzug benötigt werden würde. Doch am Freitag sah es so viel besser aus. Er machte sogar wieder Späße mit dem Pflegepersonal, was ein sehr gutes Zeichen bei ihm ist. Allerdings ist er immer noch sehr schwach, er machte lange Pausen beim reden und schlief immer wieder ein.

Heute haben sie ihn nach mehrerenTagen auf der Intensivstation in ein normales Krankenzimmer verlegt, ich hoffe diesmal endgültig. Wir sind nun alle zuversichtlich, dass er innerhalb der nächsten zwei Wochen wieder zurück nach La Junta kehren darf. Diese Zuversicht hatten wir wie gesagt nicht die ganze Zeit. Donnerstags dachte ich noch dass ich jetzt hier vom Tod meines Hostdads schreiben muss…

 

Gebrochenes Herz…

Am Samstag, den 02.Mai 2015 war es soweit. Graduation Day!

Der Tag begann mit einem Presidents Honor Breakfast, einem Frühstück bei welchem verschiedene Leistungen der Schüler gewürdigt wurden, insbesondere die der Athleten, welche das Prestige des Colleges im Endeffekt ausmachen. Nach dem Frühstück fuhr ich zurück und zog mir den Abschlussanzug an. Eine blaue Robe mit einem viereckigen Hut, wie man es aus den Filmen kennt. Alle Schüler die dieses Jahr ihren Abschluss hatten fanden sich im Bankettsaal ein. Dort wurden wir auf für uns bestimmte Stühle gesetzt. So wie wir saßen liefen wir später auch in den Saal ein. Was ziemlich cool war, war dass ich den 200 Personenzug anführen durfte! War ziemlich genial und machte Spaß, die gesamte Jahrgangsstufe anzuführen und in die Halle zu führen, in welcher die Zeremonie stattfinden sollte. Eine besondere Ehre.

Nach ein paar Willkommensreden durften eine Schülerin aus Kirgistan und ich auf die Bühne. Wir waren eine besondere Kategorie da wir hier als Junior Botschafter unserer Länder am College waren. Zuerst wurde das Mädchen aus Kirgistan vorgestellt und sie sagte ein paar kurze Sätze des Dankes. Danach stellte OJC President Mr. Rizzuto mich vor. Er beschrieb mich als einen lustigen, immer frohen jungen Menschen. Wow, fand ich cool. Ich wurde ja schon als alles Mögliche beschrieben, aber noch nie als eine lustige Person. Find ich cool! 🙂 Danach erzählte er die Geschichte mit dem Skiunfall (Blogleser wissen Bescheid! 😉 und wie ich um ein Foto mit den Rettungskräften bat. Das brachte das 1,500 – 2,000 Personenstarke Publikum zum lachen. War ja auch lustig 😀

Dann übergab er mir das Mikrofon. Ich dankte erst meinen Mitschülern für die großartige Zeit am College, danach den Lehrern für ihre Unterstützung und anschließend der gesamten Community von La Junta für die immer offene und willkommene Haltung. Danach sagte ich folgendes (ich schreib es mal lieber auf Deutsch dass es auch alle verstehen)

„Nun ist mein Herz gebrochen. Aber nicht aufgrund des Schmerzes, dass ich dieses College nun hinter mir lassen muss. Nein, es ist gebrochen da es der einzige Weg ist, dass mein Herz zwei verschiedene Farben tragen kann. Die eine Seite trägt weiterhin schwarz-rot-gold, die andere Seite Stars and Stripes. Dankeschön!“

Und danach brandete der Applaus los. Später erzählten mir viele von Tränen während meiner Rede, ist glaube ich ein gutes Zeichen 🙂

Nach der Rede bekamen wir und die anderen Schüler unsere Auszeichnungen und als alle ihren Abschluss in der Hand hielten ging es im Zug nach draußen. Dort wurden allerhand Bilder gemacht, war ziemlich cool.

Abends gab es noch ein letztes Dinner vom IRO Club, danach gingen wir noch für uns Schüler zum lokalen Chinesen um noch ein letztes Mal zusammen zu essen. Danach hieß es Abschied nehmen. Abschiede sind nie schön aber gehören dazu. Ich weiß, dass ich manche wieder sehen werde, das ist sehr gut!

Dennoch sind Abschiede hart, sie reisen auseinander, was so gut zusammengewachsen ist. Doch es hat auch etwas Gutes, „Goodbye“ zu sagen. Denn in meinem bisherigem Jahr hier in Amerika gab es viele Abschiede und ich habe gelernt, dass jedes „Goodbye“ irgendwo ein neues „Nice to meet you“ mit sich bringt. Und das ist immer wieder wundervoll! 🙂

Bescheuerter Start in den Tag!

Apr - 20 2015 | no comments | By

Liebe an meinem Auslandsjahr interessierten Leser,

es ist extrem viel passiert die letzten Tage. Also wirklich sehr viel, fast jeden Tag war irgendetwas großes, das war schon einzigartig.

Die heutigen Themen sind: Update zur aktuellen Lage, Besuch beim Theater, Basketball Ambassadors, Tour nach Colorado Springs, Bishop Castle, dem zweifachen beinahe Tod von mir und als letzten Beitrag der Grund für meine Überschrift.

Update zur aktuellen Lage

College: Meine Gruppe hat nach der unvorbereitetsten Gruppenvorbereitung meines Lebens ganz starke 95% aus der Ethic Präsentation herausgeholt. Und das fand ich auch echt erstaunlich, da sich manche aus unserer Gruppe (Gruppe = Leute die zusammen arbeiten um ein gemeinsames Ziel zu erreichen) da ganz schön gegenseitig vor der ganzen Klasse zerfleischt haben. Einer hat es nebenbei noch geschafft diskriminierend zu sein. Ich stand nur mit offenem Mund daneben und konnte nicht fassen was sich da abspielte. Aber der Reihe nach: Montags (Dienstag sollten wir sie halten) bereiteten wir die Präsentation gemeinsam vor. Das war mal das totale Chaos. Wir hatten noch ein zusätzliches Teammitglied bekommen, da er seinen eigenen Präsentationstermin verpeilte und so zu uns in die Gruppe kam. War an sich okay und er hatte auch echt gute Ideen, leider kann man ihn der Kategorie Mensch zuordnen die viel reden und viel in Frage stellen aber selber nichts aufs Papier bringen. Das sorgte dafür dass wir nur ganz laaaaangsam voran kamen. Aber immerhin kamen wir voran und das war die Hauptsache. Unser Thema war „Ist es moralisch gerechtfertigt Terrorismus mit militärischer Kraft zu bekämpfen?“ (ja wir änderten das Thema nochmal..) und jeder sollte sich dazu nochmal mit entsprechendem Hintergrundwissen ausstatten.

Dann kam Dienstag, der Tag der Präsentation. Wir hielten unsere Präsentation souverän und waren für mögliche Fragen gewappnet. Und da kam sie auch schon, die erste Frage eines Schülers. Und es kam nicht von irgendjemanden, nein, dieser Schüler frägt zu jeder Präsentation Fragen (Hauptsache was gesagt). Und meistens ergeben sie nur wenig Sinn da er es möglichst kompliziert formuliert so dass er es am Ende selbst nicht versteht was er eigentlich fragen will. Die Folge ist das man dann komplett vom Thema abdriftet. Er fragte uns im Prinzip wie ein US Soldat einen unschuldigen Zivilisten von einem Terroristen unterscheiden soll. Gute Frage, ist echt hart für die Soldaten da zu urteilen. Ich finde die Frage auch berechtigt – wenn man eine Präsentation über Terrorismus Bekämpfung macht und nicht wie wir, über die moralische Rechtfertigung. Das hat doch überhaupt nix mit dem Thema zu tun? Klar hängt es im großen Ganzen zusammen, da bei der Terrorismusbekämpfung auch Zivilsten unter den Toten gibt, aber es hat doch nicht unmittelbar mit dem Thema was zu tun. Ganz plump gesagt war unser Thema: Terrorismus mit Militär bekämpfen? Ja/Nein. Er fragte: Wie erkennt ein Soldat einen Terroristen? Versteht ihr was ich mein?

Unser neues Gruppenmitglied wiedersprach erst einem aus unserer Gruppe und versuchte danach seine Frage zu beantworten. Dabei verhaspelte er sich und manövrierte sich mit seinen Worten in eine Ecke in der er nur verlieren konnte. Letztlich brachte er das Schiff zum kentern mit den Worten „…dann muss man einfach sehen, dass das Leben eines US Soldaten mehr wert ist als das eines Menschen wo im Terrorismusgebiet lebt!“. Bum! Da flog nicht nur mir und der Lehrerin die Kinnlade auf den Boden. Als er unsere entsetzten Gesichter sah entschuldigte er sich und meinte er habe es sehr falsch formuliert, was die Lehrerin ihm auch ungläubig bestätigte. Aber war schon etwas spät um das Schiff zu retten. Jetzt ging es um die Besatzung. Marisa und ich schafften es dann aus dem Schiff ein U-Boot (um bei der Schiffthematik zu bleiben) zu machen und uns aus der Frage heraus zu stehlen. Danach stellte unsere Lehrerin uns noch weitere Fragen, diesmal zum Thema. Und wieder waren es Marisa und ich die dann im Alleingang ALLE Fragen der Lehrerin  beantworteten. Das hat zuvor noch keine Gruppe geschafft, hier zahlte sich das nach Hintergrundfakten recherchieren aus. Letzten endlich bekamen wir keine 100% da wir sie nicht überzeugen von unserer Seite vollends überzeugten konnten. War aber nicht das Ziel. Das Ziel war 90+ Prozent zu erlangen und das haben wir wunderbar geschafft.

In IPC haben wir nächsten Dienstag unsere Präsentationen. Meine Präsentation und Ausarbeitung habe ich am Freitag erstellt, sollte ganz gut sein. Ansonsten haben wir nur noch zwei Wochen College! :/

Work: Ryan (mein Chef vom Economic Development) hat mir letzte Woche eröffnet das er mich nur bis zum 20. Mai beschäftigen kann, da er nicht mehr Geld im Budget zur Verfügung hat. Das ist einerseits schade, anderseits gut denn so habe ich mehr Zeit für meinen Volunteer Service. Außerdem habe ich die nach dem 20. Mai kommenden zwei Wochen Urlaub und bekomme da Besuch von meinen Eltern, auf welchen ich mich schon riesig freue. Danach sind es nur noch 4 Wochen hier in La Junta, ehe es auf große Reise geht. Also ist der 20. Mai ein echter Glückgriff.

Im SBDC ist es business as usual – Im Westen nix neues 😉

Wetter: Gestern habe ich etwas am Himmel gesehen was ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Es sieht aus wie Watte, und bewegt sich im Wind. Manchmal schnell, manchmal echt langsam. Die Farbe war dunkelgrau bis schwarz. Sah schon irgendwie Weltuntergangsmäßig aus 😉 Und am Abend viel dann… und ich weiß, dass sich das jetzt mega verrückt anhört…. WASSER vom Himmel!! Ja! Kein Witz! Wasser vom Himmel!!!!! Einfach so. Voll komisch und ungewöhnlich. 😛

Social Media: Bevor ich hier her kam ahnte ich bereits, dass ich sehr viel mehr in die virtuelle Welt eintauchen würde. Mein Blog und Facebook errichtete ich im Zuge meiner Reise. Beides um Erlebnisse zu teilen und um mit Freunden und Verwandten in Kontakt zu bleiben. Doch wenn du in einer solch vernetzten Gesellschaft wie hier lebst, kommst du nicht drum rum in allen möglichen social media Netzwerken aktiv zu sein. Seit meiner Ankunft sind neben diesem Blog und Facebook noch Snapchat, Threema, Linkedin und Instagram dazu gekommen. Dazu noch die „altbewährten“ Sachen wie Whatsapp oder die gute alte E-Mail.

Volunteer Service: Vorletzte Woche bin ich in einen Laden gegangen und habe dort nachgefragt ob ich dort ehrenamtlich mitarbeiten könnte. Es ist ein fairtrade Laden und alle Mitarbeiter arbeiten dort auf freiwilliger Basis. Die Managerin will mich gerne einbinden, jedoch erst nach einer Modeschau, an welcher ich nächsten Samstag teilnehmen soll. Hört auch gut an, ich weiß jedoch noch nicht ob ich da Teilnehmen kann, da am nächsten Samstag etwas mit meiner Gastfamilie geplant ist. Muss mal schauen wie sich das ganze entwickelt.

 

Besuch beim Theater

Glaubt es oder glaubt es nicht, aber La Junta hat ein Theater in welches um die 250 Menschen reinpassen. Dort finden dann 5-6 Aufführungen im Jahr statt, ist echt ganz nett. Meine Chefin vom SBDC spielte in einem Stück mit und hat kräftig Werbung gemacht, so das ziemlich viele vom SCORE Center (das ist das Gebäude in dem die ganzen Büros beheimatet sind) das Stück besuchten. Da bin ich selbstverständlich auch hin. Sie meinte noch, dass ich mir die Karte online reservieren soll, um einen möglichst guten Platz zu ergattern. Leider sagte sie das am Mittwoch und am Freitag wollte ich die Aufführung besuche. Also viel zu wenig Zeit für die Post um das Ticket zu schicken. Am Freitag bin ich dann auf gut Glück hin und siehe da, Glück muss man haben! In der zweiten Reihe war noch ein Platz in der Mitte frei. Geht doch gar nicht besser! 🙂

Ich saß dann in der zweiten Reihe zwischen lauter Leuten die sich die Karten vorher reservierten. Sogar die beiden Töchter meiner Chefin mussten sich mit der, immer noch guten, dritten Reihe begnügen. Erstaunlich fand ich, dass ausschließlich ältere Menschen die Karten in den ersten beiden Reihen sich sicherten. Ich war da der einzige Besucher unter 60 Jahren, der es in die ersten beiden Reihen schaffte 😀

Das Stück war sehr unterhaltsam und gut vorgetragen, da hat sich das viele üben für die Schauspieler gelohnt.

 

Basketball Ambassadors

Am Dienstag kamen die Basketball Ambassadors nach La Junta. Die Ambassadors sind eine Basketballgruppe die eine Show rund um Basketball veranstalten. Die Show beginnt mit einem Spiel gegen die La Junta All Stars, angeführt vom Bürgermeister. Auch lokale Größen wie der Sherif und die Basketballtrainer vom College und der High School waren involviert. Dazu noch einige bekannte Leute aus den hier ansässigen Firmen, insgesamt war es eine bunte Gruppe.

Das Spiel wurde immer wieder von Showeinlagen wie Tänzen und artistischen Aufführungen unterbrochen. Ab und zu war auch das Publikum involviert, das war immer cool. Das Beste fand ich als sie das Basketballspiel unterbrachen und sich zum Football formierten. Doch anstatt Football „bekämpften“ sie sich in einer Tanzchallenge. Das war echt genial da manche es mega drauf hatten! Sehr sehr unterhaltsam und echt abwechslungsreich.

Einzig die extremst unbequemen Holzbänke erinnerten uns daran, dass die Show 2,5 Stunden lang war. Denn da kannst vielleicht 10 Minuten sitzen aber keine 2,5 Stunden ohne ein verformtes Hinterteil danach zu haben.

 

Tour nach Colorado Springs

Gestern ging es nach Colorado Springs. Eigentlich wollten wir um 8.30 losfahren und dann pünktlich um 11 bei der Führung im Olympischen Stützpunkt anzukommen um dort eine Führung genießen zu dürfen und am Ende die ganzen Athleten zu treffen. Danach sollten wir in ein asiatisches Restaurant gehen, uns dort den Bach mit allen möglichen Leckereien vollschlagen und anschließend den Tag in der Shopping Mall ausklingen lassen. Eigentlich. An sich ein guter Plan und wäre auch echt cool gewesen, wenn alles funktioniert hätte.

Doch es fing schon damit an das wir (mal wieder) viel zu spät losfuhren. Wir hatten auch Glück das eine Schülerin aus Bermuda kurzfristig absagte, da wir nicht genug Sitze im Auto hatten. Dennoch fuhren wir viel zu spät los und kamen auch zu spät für die Führung im Olympischen Stützpunkt an. Dann stellte sich heraus, dass wir auf die nächste Führung eine Stunde hätten warten müssen und dass im Moment gar keine Athleten da sind da alle auf Wettkämpfen, Urlaub oder Trainingslager sind. Das war natürlich schade. Nur Trainingsräume anschauen wollten wir nicht wirklich also sind wir sofort zum Asiaten und genossen da die gute asiatische Küche. Anschließend sind wir in die Mall um einzukaufen.

Wenn man sich die Situation nochmal durch den Kopf gehen lässt sind wir letztendlich 4 Stunden (2 Stunden Hinfahrt, 2 Stunden zurück) um zu essen und um einkaufen zu gehen. Das ist so als ob man von Stuttgart nach München nur fürs einkaufen fährt. Hier ist das ganz normal 😀

 

Bishop Castle

Bishop Castle wurde in 30 jähriger Arbeit von einem einzigen Mann in den Rocky Mountains für seine Frau erbaut. Das erste was ich dachte als ich es hörte war „Oh wow, der hatte Zeit und Geld“, danach dachte ich dass er verrückt gewesen sein muss.

Das Castle (= Burg) ist schwer zu beschreiben. Hat etwas von einer Burg aber auch etwas aus einem Fantasy Hexenschloss. Ist eine ganz ulkige Mischung. Hier mal ein Bild von dem Gebilde.

Zu dem Castle bin ich mit meiner Chefin vom SBDC und ihren Kids gefahren.

Mr. Bishop (deswegen der Name) hat jeden einzelnen Stein aus einem nahe gelegenen Steinbruch herausgehauen und mindestens 6x in der Hand gehabt, ehe er ihn in der Burg verbaute. Das ganze kann nicht besonders planmäßig vonstattengegangen sein, denn wenn man sich die Konstruktionen genauer ansieht bemerkt man, dass da wo die Steine mit dem Mörtel (oder was auch immer er da genommen hat) nicht von alleine zusammen hielten, er damit ganz kreativen und höchst interessanten Metalkonstruktionen die Steine stützte. Wenn man die Türme von der Seite sieht stellt man auch fest, dass der große Turm etwas schief ist. Kann Absicht sein, glaub ich aber nicht. Zuerst ging es auf den kleineren der beiden Türme. An der Spitze war eine Eisenkugel angebracht, in der man auch nochmal hochklettern konnte. Oben angekommen wackelte alles, bei der kleinsten Bewegung schaukelte die Kugel lustig hin und her. Das war ein extrem komisches Gefühl, vor allem wenn man die europäischen Burgen gewohnt ist. Mit den massiven stabilen Steintürmen. Da wackelt nix wenn man sich darauf bewegt. Normalerweise mache ich auf hohen Gebäuden immer einen Jumptest (ich hüpfe etwas darauf herum um zu sehen wie stabil das Gebäude ist. Eigentlich Schwachsinn aber was solls :D) habe es hier aber lieber gelassen. Wer weiß was passiert wäre, womöglich hätte sich die Kugel vom Turm gelöst und wäre runter gekugelt. Das wäre was gewesen.

Der höchste Turm ist 50 Meter hoch und wenn man die Eisenwendeltreppe hochgeht wackelt das ganze Treppengestell bei jedem Schritt. Dazu kommt das es kein Geländer gibt an dem man sich festhalten kann. Auch an der Steinmauer an den Turmwänden ist es nicht so empfehlenswert sich zu halten, da die Treppenstufen nicht immer ganz bis zur Mauer reichen und so zwischen den Stufen und der Mauer eine Lücke entsteht. Diese ist besonders in den Ecken des quadratischen Turms so groß, dass ein Mensch dort locker durch passen würde. Oben angekommen ist eine Art Aussichtsplattform mit etwas 30cm Zinnen als „Geländer“. Hier hat der gute Mann wohl an Steinen gespart. Auf dieser Plattform ist ein Eisengestell angebracht, wo es nochmal 5 Meter in einer Art Spirale nach oben geht. Ganz oben befindet sich dann ein Thron. Da bin ich natürlich rauf geklettert, immer darauf bedacht mich an den vorausliegenden Stufen festzuhalten, da hier absolut nix als Geländer herhalten konnte. Auf dem Thron war es relativ gemütlich. 10cm rechts von mir und 10cm hinter mir ging es halt 50 Meter gerade nach unten. Ist nicht so erstrebenswert da sich großartig zur Seite zu lehnen. Nach vorne hatte ich sogar fast 30cm Platz bevor es nach unten ging und nach links hatte ich die Stufen. Das Ganze war echt okay – bis der Wind anfing zu wehen. Der schüttelte das Eisengerüst ganz schön durch.

Letztendlich schafften es alle heil hoch und auch wieder runter. Außer meiner Chefin, die wollte sich das geklettere nicht antun 😀

 
Zweifacher beinahe Tod

Letzen Samstag ging es mit dem College zu den weltberühmten Dinosauerierspuren. Die Fußabdrücke die diese ausgestorbene Tierart im Süden von La Junta hinterlassen hat sind einzigartig und gehören zu den am besten erhaltenen Fußabdrücke der Dinosaurier auf der ganzen weiten Welt. Die Dinos sind damals durch einen Fluss marschiert und haben dort sehr tiefe Spuren hinterlassen. Die Abdrücke versteinerten über die Zeit und sind darum heute noch so gut erhalten.

Zu den Spuren muss man laufen, da sie am Ende eines Canyons liegen. Der Weg dorthin ist nicht zu unterschätzen: 3 Stunden wandern und im Sommer kann es über 110 Grad F (um die 44 Grad Celsius) haben – und man hat dort keinen Schatten, man läuft und klettert die ganze Zeit in der prallen Sonne. Darum geht da auch niemand im Sommer oder Spätherbst hin, die Temperaturen sind einfach zu gefährlich. Die meisten Besuche finden im Herbst, Winter und Frühling statt.

Nachdem wir nach 3 Stunden dort ankamen durften wir die Dinosaurier Fußspuren bewundern. Es war echt beeindruckend wie groß und tief die sind. Manche waren fast knietief, andere mega groß von der Fläche her. Die Fußspuren stammen von verschiedenen Dinosauriern, einer davon ist der mit dem ewig langen Hals (Apatosaurus), dann gibt es noch einen anderen Pflanzenfresser und ein Fleischfresser der etwas wie der T-Rex aussieht. Man nennt ihn Allosaurus, falls das jemand von euch was sagt.

Wir machten die Tour mit Cullen, unserem Collegecoordinator. Und Cullen hat das Beinpech irgendwie gepachtet. Es ist nicht ungewöhnlich wenn sich bei einer Tour mit ihm jemand am Bein verletzt. Letztes Semester verletzte sich das Mädel aus Bermuda am Knie bei Paintball spielen. Ich verletzte mein Knie ebenfalls, allerdings beim Skifahren. Und diesmal passierte wieder was. Um auf die andere Seite des Flusses zu gelangen hatten wir zwei Möglichkeiten: Über die Steine zu springen oder an einer seichten Stelle durch zu laufen. Einige entschieden sich für den Wasserweg, die meisten (wie ich) versuchten unser Glück über die Steine zu springen. Und es war auch echt erfolgreich. Bis ein Mädchen aus Simbabwe sich zum Sprung bereit machte. Ein Junge aus Brasilien wollte ihr helfen, doch anstatt sie springen zu lassen und sie auf der anderen Seite zu bremsen, damit sie nicht über den Stein springt, zog er sie an sich heran. So fiel sie nach unten und wurde durch das Wasser gezogen. Auf der anderen Seite schlug sie dann mit dem Schienbein am Felsen an. War nicht so gut, zum Glück konnte sie weiter laufen.

Auf dem Rückweg stoppten wir an Felswandmalereien der Indianer. War echt beeindruckend sowas mal live zu sehen. Ich kannte das davor nur aus dem Fernsehen.

Auf dem Heimweg begannen wir uns gegenseitig aufzuziehen. Wir setzten uns etwas von der Gruppe ab und warfen Steine ins Gras neben die Leute so dass die erschraken. Hier gibt es Klapperschlangen und die sind ja tödlich, darum packte ich mit meinen Händen jemanden von hinten am Bein und erschreckte ihn so. Die Reaktion war herrlich 😀

Einmal setzte sich Cullen mit ein paar Schülern ab. Er sagte zu ihnen dass sie gut aufpassen sollen, denn was er jetzt macht wird lustig. Er nahm einen Handflächen großen Stein und warf in nach links von uns. Gerade in dem Moment kam eine Windböe auf und trug den Stein von der linken Seite nach rechts, genau auf uns. Der Stein schlug keine Handbreite vor meiner Nase und neben einem anderen Schüler seinem Bein ein. Das war brutal gefährlich! Ich weiß nicht ob der Stein direkt töten würde, aber wenn du einen Stein dieses Kalibiers mit voller Wucht auf deinen Kopf bekommst, das kann böse enden. Das war dann auch das Ende des Steine werfen.

Wir legten immer wieder Pausen ein, damit das Mädchen aus Simbabwe ihr verletztes Bein etwas ruhen lassen konnte. Einmal pausierten wir wieder und ich und der Brasilianer fanden einen Stein neben einem Strauch. Der Stein hatte eine schöne glatte Oberfläche und sah einfach perfekt einladend zum draufsetzen aus. Ich drehte gerade meinen Rücken zu diesem Sitzstein um mich darauf zu platzieren als der Brasilianer plötzlich laut „STOPP! Don’t move!“ schrie. Ich erstarrte in meiner Bewegung. Das war der Moment in dem wir das verräterische klappern der Klapperschlange hörten. Ich sprang neben den Brasilianer und gemeinsam schauten wir auf den Felsen. Direkt neben dem Stein auf welchen ich mich setzen wollte lag eine große Klapperschlange die aggressiv vor sich hin klapperte und dann doch schnell unter den Nachbarstein verschwand. Woah, das war richtig knapp. Fast hätte ich mich auf eine Klapperschlange drauf gesetzt! Das wäre kein Spaß geworden. Cullen hatte zwar ein Erstehilfeset für Schlangengift dabei, doch allen Anschein nach hätte die Schlange mich in meine vier Buchstaben gebissen, da ist es nahezu unmöglich den Körperteil von der Blutzirkulation abzutrennen. Beine und Arm ist einfach, aber der Hintern…. Da wäre es wahrscheinlich unmöglich gewesen das Gift vom eindringen ins Herz zu hindern. Doch glücklicherweise ist nichts passiert 🙂 So habe ich auch meine erste Klapperschlange in der Natur live gesehen 😀

 

Der Grund für meine Überschrift – Bescheuerter Start in den Tag

Der absolut grässliche Moment wenn du ins Haus kommst und feststellst, dass ein Rudel Hunde neben einem beachtlichen Haufen schwarzer Federn, fröhlich mit dem Schwanz wedelnd herumsitzt und du mit großem Entsetzten feststellst, dass JEDER der fünf Vierbeiner zumindest an dem nun verzehrten Vogel geleckt haben könnte und nun die ganzen Bazillen und Keime des Vogels an sich auf der Zunge herumträgt.
Ich hasse sowas! Dazu kam noch der unabdingbare Wunsch der Hunde einen bei der Begrüßung stürmisch lecken zu müssen. Buah! Ich trug für die nächsten zwei Tage sorge das mich keine Hundezunge berührte.

Die Katze hatte wohl einen Raben getötet und stolz als Trophäe ins Haus getragen. Ihr kennt das bestimmt, dass Katzen manchmal ihre Beute nicht selber essen sondern dem Besitzer vor die Türe legen. Ist da glaube ich so eine Art Liebesbeweis. Den Liebesbeweis haben ihr die Hunde abgejagt. Die kenne da nix! Als wir den Federhaufen sahen machten wir uns auf die Suche nach den Knochen des Vogels. Ich sag mal so, erfreulicherweise konnten wir sie nicht finden. Das bedeutet entweder, dass sie die Knochen woanders hin gebracht haben, was perfekt wäre (am besten verbuddelt) oder, dass sie die Knochen irgendwo versteckt hätten, was nicht ganz so cool wäre, da sie dann jeden Moment auftauchen könnten. Letztendlich hatten sie die Knochen versteckt, denn ein paar Tage später lief der Welpe ganz begeistert mit den Knochen im Maul durchs Haus.

Doch das war noch nicht alles. Roger erzählte mir dann folgendes…

Vor ein paar Monaten konnte er nicht gut schlafen. Er wachte um 2 oder 3 Uhr morgens auf. Mit Schwung schlug er die Bettdecke beiseite. Da sah er im schwachen Mondlicht einen dunklen Gegenstand von der Decke nach oben fliegen, welcher mit einem leisen, dumpfen Geräusch auf der Matratze aufschlug.

Verwundert stand er auf und versuchte den Gegenstand auf der Matratze zu lokalisieren. Schließlich fand er ihn und hob ihn mit seinen Händen auf. Er fühlte sich an als ober er Haare hätte. Im Schein des Mondes betrachtete er ihn. In seinen Händen lag ein junges, mit vertrocknetem blutüberströmtes Häschen!
Da hat die Katze ein kleines Häschen gejagt und Roger als Liebesbekundung auf die Decke gelegt! 😀

Er meinte zu mir „Das ist einfach ein bescheuerter Start in den Tag, wenn dieser damit beginnt, dass du einen toten Hasen aus deinem Bett schaffen musst!“

Ich konnte nicht vor Lachen, ich glaube ich habe lange nicht mehr so gelacht :DD

 

Ich hoffe ihr konntet den Blogeintrag genießen und auch an der ein oder anderen Stelle lachen 🙂

In zwei Wochen gibt es einen neuen Eintrag, ihr dürft wieder gespannt sein. Ich werde an einem Racquetball Turnier teilnehmen und das Collegesemester endet…

 

 

 

 

Bowlingkugelkanone

Apr - 07 2015 | 2 comments | By

Liebe Leserinnen und Leser,

wir schreiben den 6. April 2015, Ostermontag oder – just Monday – hier in Amerika. Hier ist es nicht weit her mit den vielen Feiertagen welche wir in Deutschland genießen dürfen. Das ist sehr schade, da man damit auch weniger Urlaub hat als in Deutschland. Aber führ ein Jahr ist das in Ordnung.

Zwei Wochen sind wieder vergangen seit meinem letzten Eintrag. Ich finde das immer wieder erstaunlich, was in zwei Wochen so alles passiert. Natürlich werde ich auch diesmal mit einem Update zur aktuellen Lage beginnen. Danach folgen meine Erlebnisse mit dem amerikanischen Tax (= Steuer) system, dem wahrscheinlich besten Erlebnis hier in Amerika und ein paar Zeilen über ein etwas anderes Ostern.

Update zur aktuellen Lage:

College: Die liebe Collegezeit. So langsam aber sicher merkt man, dass sich das Semester mit riesen und viel zu schnellen Schritten dem Ende nähert. Die Finals stehen vor der Tür und einige Präsentationen müssen erledigt werden. In IPC gab es wieder einen Test. Und war wieder nicht so meins. Habe zwar durchschnittlich abgeschlossen, aber Durchschnitt ist ja nicht das Ziel. Mein Glück ist, dass die Tests so gut wie gar nichts zählen. Ich habe hier eine Präsentation in…. ich glaube zwei Wochen. Ich werde da einen Artikel über die Auswirkungen der technischen Kommunikationsmittel auf die Kommunikationsfähigkeiten eines einzelnen schreiben. Das kann was werden. By the way: Laut dem Forbes Magazine kommt es zu über 90% auf die Körpersprache bei Unterhaltungen an. Also den nonverbalen Zeichen beim reden. Nur knappe 10% sind die Message. Könnt ihr verstehen warum dann Menschen lieber telefonieren (wenn sie die Möglichkeit haben es auch persönlich zu sagen) anstatt mit den Menschen direkt zu reden? (das SMS schreiben klammern wir hiermit mal aus). Ich mein damit würde ja man 90% der Message ausklammern bzw. ignorieren… Könnt euch ja mal melden 😉

In Ethics läuft es soweit ganz gut. Meine Gruppe hat morgen eine Präsentation über das Thema „Ist es moralisch richtig Terrorismus mit Gewalt zu bekämpfen?“. Das wird eine spannende Geschichte.

Arbeit: Hier muss man ganz eindeutig zwischen meinen beiden Arbeitgebern unterscheiden. Im Economic Development ist es fantastisch. Ich darf jetzt an einem Marketingplan arbeiten. Das Ziel: Wie bekommen wir Leute von Denver oder Colorado Springs hier nach La Junta auf den Bauernmarkt um frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Das Problem: Denver ist 3-4 Stunden (eine Fahrt, also 8 Stunden für Hin- und Rückweg) und Colorado Springs 2-3 Stunden (eine Fahrt) weit von La Junta entfernt. Hinzu kommt das La Junta nicht viel zu bieten hat. Auf jeden Fall nicht mehr als Denver oder Springs. Denver ist mit Stuttgart vergleichbar, Springs hat immerhin knappe 440.000 Einwohner. Das Klima sah hier im Frühling wie Prärie aus, inzwischen kann man es wieder getrost als Wüste bezeichnen. Ich bin letzte Woche mit einem Kumpel und einem Quad durch die Gegend geschossen. Ganz ehrlich, wenn du da farbenblind bist verpasste nicht so viel. Sind eigentlich drei Farben: Sandbraun, hellgrau, dunkelgrau.

Im SBDC ist es mal cool mal langweilig. Cool wird es wenn es etwas zu tun gibt, langweilig wird es wenn ich zu schnell bin. Erschwerend ist dabei, dass meine Chefin etwas unkoordiniert ist. So kann es sein dass sie mir einen Business Plan zwei- oder dreimal zum bearbeiten gibt. Ich warte dann immer ein bisschen und sende dann die bereits erledigte, neueste Version zu ihr. Oder sie findet irgendwelche alten Versionen von Aufstellungen, die ich längst aktualisiert habe.

Knie: Ich kann wieder laufen! Und das meistens ohne große Schmerzen. Mein Knie ist wieder ziemlich funktionsfähig. Ich war nochmals beim Arzt für einen Abschlusscheck und die Ärztin meinte, dass es alles gut aussieht. Ich solle nur keinen Sport die nächsten 4 Wochen machen. Das hat dann nicht so gut geklappt. Ein paar Tage später war das Wetter zu gut und ich dachte „jetzt muss ich endlich einen Fußball kaufen“ und etwas kicken gehen. Mein Hostbrother hat abgesehen von einem Tennisball GAR NICHTS das man als Fußball verwenden könnte. Also bin ich los und habe mir einen Ball gekauft und habe mit Dillen (mein Hostbrother) etwas Fußball gespielt. Könnt ihr euch vorstellen wie viel Spaß das gemacht hat? Wir konnten auf der Grundschule spielen, die haben ein richtiges kleines Fußballfeld. War ideal.

Wetter: Ich mach euch mal etwas neidisch: Wolken? Sieht man ganz selten, vereinzelt am Horizont. Temperatur? Aktuell 28 Grad Celsius. Wochenausblick? 20 bis 30 Grad Celsius. Wobei sich die Mehrheit deutlich im 27+ Bereich befindet. ;D

Auto: Ich konnte mein Auto verkaufen!! 😀 Meine Hostfamily hat gefragt ob sie es kaufen dürfen. Hab ich natürlich zugesagt. Das ist gut für sie  gut (ich gab ihnen einen guten Preis) und für mich, da ich mir das suchen nach einem Käufer nun sparen kann. Das ist ziemlich cool. Das Auto wird bei meiner Abreise den Besitzer wechseln.

 

Das war es zur aktuellen Lage. Weiter geht es mit dem…

Tax Return: Von unserem Visa dürfen wir alle vom PPP/CBYX einen Tax Return (Steuererklärung) machen. Hier lerne ich wirklich viel neues, denn in Deutschland musste ich so etwas noch nie machen. Was ich nicht wusste: Es gibt verschiedene Steuererkläerungen. Die eine ist die Federal, diese kann man als Steuer für das Land USA sehen. Dann gibt es eine State Tax, also für den Staat Colorado. Dann gibt es noch eine County Tax, welche in meinem Fall die für Otero wäre. Und wenn es ganz dumm läuft kommt noch eine City Tax hinzu. Dann würde man 4 verschiedene Steuererklärungen machen. Das ist wie als wenn man in Deutschland je eine eigene Steuererklärung für den Staat, das Bundesland, den Landkreis und die Stadt macht. Die Federal Tax war dank der Software, welche wir von Cultural Vistas kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen haben, ziemlich einfach. Es zeigte sogar an, dass ich etwas Geld zurück bekommen sollte. Allerdings zeigte es auch an, dass der Bearbeitungsprozess für diese etwas mehr als $25 sagenhafte 14 Wochen dauern sollte. Ich wette die werden nach Stunden bezahlt!

Als die Federal Tax erledigt war machte ich mich an die State Tax. Da alle 75 Austauschschüler im ganzen Land verteilt sind stellte uns Cultural Vistas keine Softwarelösung zur Verfügung. Ansonsten hätten sie ja 50 verschiedene Programme zur Verfügung stellen müssen. Fand ich allerdings schade, da es in der heutigen Zeit kein Problem darstellen sollte.

Ich googlete also und fand so allerhand, was jedoch mehr verwirrte als wirklich half. Also bin ich ans College und fragte dort nach. Doch beide Collegecoordinatoren konnten mir nicht helfen. Sie sagten mir, dass ich normal keine State Tax machen muss, da ich weit unter der Einkommensgrenze dafür bin. Hört sich gut an, dachte ich mir. Ich konnte kaum, bzw. nur widersprüchliche Informationen über diese Grenze finden. Am nächsten Tag bin ich darum nochmals zu meinen Coordinatoren. Sie fragten daraufhin bei der Tax Person vom College nach, sie macht all die Steuersachen für das College. Sie bestätigte mir, dass ich keine State Tax zu zahlen habe. Hat sich damit auch erledigt.

 

Das wahrscheinlich beste Erlebnis bis jetzt in Amerika: …ist…. die International Foods Night! (IFN). Die IFN ist das größte Event am College. Die IFN findet einmal jährlich statt, dabei werden abends verschiedene Leute in einen großen Bankettsaal eingeladen (es gibt auch Leute die sich das Ticket für $35 kaufen) und alle International Students sind dabei involviert. Sei es beim Programm oder beim servieren des Essens oder der Technik oder sonstigem.

Mittags findet das Student Event (Schüler Event) statt. Mir hat man gesagt, dass es einfach nur das Essen für die Schüler ist. Also bin ich in T-Shirt, Jeans und Weste erschienen. Und man, damit war ich total underdressed. Aber immerhin nicht ganz so underdressed wie die Australier, die die australische Bademode präsentierten. So ziemlich alle hatten sich in ihren traditionellen Landeskleidern angezogen, oder zumindest Anzug und Krawatte, oder andernfalls schick. Das war etwas blöd, ging aber. So habe ich halt das normale Deutschland repräsentiert. Ich ging echt davon aus, dass wir hier nur zum essen kommen und danach uns umziehen für das Hauptdinner. Doch weit gefehlt! Es sollte auch die Modeschau stattfinden. Dafür war ich auch eingeplant. Am College haben sie (woher auch immer) die typisch bayerische Lederhose. Cullen (mein Collegecoordinator) dachte das dieses Kleidungsstück GANZ Deutschland repräsentiert. Da habe ich ihn erst mal aufgeklärt. Nachdem ich den Text umgeschrieben hatte war ich bereit, in die bayerische Tracht zu hüpfen. Leider hat Cullen die Lederhose verloren, so wurde nichts daraus. Hatte ich kein Problem damit. Nach der Modeschau wurden verschiedene Lieder vorgesungen und traditionelle Tänze aufgeführt. Das sah schon echt cool aus.

Abends ging dann das richtige Event los. Jeder zog sich schick an und ich pinnte die deutsch-amerikanische Stecknadel an meinen Anzug, die wir von der GIZ bekommen haben. Das sah schon cool aus. Ich war bei den Kellnern, durfte also das Essen servieren und Getränke nachschenken und Gäste begrüßen. Gäste begrüßen und Small Talk – kein Problem. Essen servieren – wird kritisch, aber ich denke dass ich es hinbekommen werde. Getränke einschenken – ouuuh das könnte eine echte Challenge werden. Und das war es auch. Small Talk lief perfekt, ich fand sogar einen der etwas deutsch konnte, das war lustig. Das Essen servieren lief auch wunderbar. Doch das Getränke einschenken… Es begann so wunderbar, doch dann bahnte sich einer der unzähligen Eiswürfel den Weg durch die Öffnung des Krugs und flutschte in einem eleganten Bogen in das Glas und hinterließ dabei eine herrliche Ice Tea Fontäne, die dummerweise nicht vollständig den Weg zurück ins Glas fand. Naja, ein paar Spritzer neben dem Glas sind ja nicht die Welt. Doch es kam noch besser. Beim nächsten Glas wollte ich es besser machen und senkte den Krug gaaanz vorsichtig nach unten. Die ganzen Eiswürfel rutschten nach vorne. Ich senkte den Boden des Kruges um die Eiswürfel wieder zurück fallen zu lassen, was auch auf dem ersten Blick ein guter Plan war. Leider schwappte der Ice Tea wieder zurück. Die kleine Schutzbiegung am Rand des Kruges war dabei kein Hindernis und so passierte es dass doch ein beträchtlicher Teil des Ice Teas sich aus dem Krug auf den Tisch verabschiedete. Es war an sich kein großer Fleck. Zumindest zu beginn. Doch die trockenen, nach Flüssigkeit lechzenden Tischtücher haben die Angewohnheit jede Flüssigkeit die auf ihre ausgedörrte Oberfläche trifft, wie ein Schwamm aufzusaugen. Und da sind amerikanische Tischtücher keinen Deut anders als deutsche. So passierte es das aus dem relativ kleinen Ice Tea Pool ein gut 30cm Durchmesser Fleck wurde. War mir oberpeinlich doch die Person an dem Tisch nahm es mit Humor, schmiss seine Serviette über den Fleck, schaute mich an und fragte „Welcher Fleck?“. Das sind die Leute wie die Welt sie bracht! 😀

Doch das war nicht das Ende. Leider. Ich war auf dem Weg einen leeren Ice Tea Krug aufzufüllen als mir was wirklich doofes passiert ist. Die Behälter werden an Zapfhähnen von großen Tanks aufgefüllt. Nun ist der Hahn relativ kurz und man kommt nicht wirklich ran. Also versuchte ich den Krug irgendwie zum Zapfhahn zu schieben. Als ich dachte dass es passt lies ich den Ice Tea laufen. Mit Schrecken hörte ich den Ice Tea auf den Fliesen aufschlagen! War natürlich mal wieder ein Klassiker: Den Krug verfehlt! Unfassbar, aber war auch lustig, da ich nicht der Erste war dem das Missgeschick passierte.

Am Rest des Programmes wurden verschiedene Sachen gesungen, verschiedene Tänze und Anspiele durchgeführt. Auch diesmal gab es wieder eine Modeschau, bei welcher ich auch Part davon war. Ich repräsentierte einfach das moderne, oder Anzugsdeutschland. Passte ganz gut. Danach wurden verschiedene Preise und Auszeichnungen verliehen. Ich bekam einen für meine Teilnahme an meinem Austauschprogramm für die gute Integration am College und einen für meinen „vorbildlichen Einsatz für die Community“! Yeah, das ist doch cool.
Als alle gegangen waren bauten wir noch zusammen ab und feierten ein bisschen. Das war richtig cool, die Stimmung war einfach bombastisch. Alles in allem war es ein überragendes Event. Es lief zwar nicht alles perfekt, aber die Stimmung unter uns Schüler aus der ganzen Welt war einfach unbezahlbar! 🙂

 

Ein etwas anderes Ostern: Ostern war hier gar nicht so wie daheim. Es begann schon damit, dass Karfreitag kein Feiertag war und alle ganz normal zur Arbeit gingen. War schon komisch. Doch für die Amerikaner hier total normal.

Am Ostersonntag gingen mein Hostdad Roger und ich zur Kim Hill Ranch. Ein großartiger Platz. Während La Junta mehr in der Wüste liegt, befindet sich die Kim Hill Ranch in den Canyons. Und was für Canyons, es gibt sogar zwei Felsen die wie zwei Adler aussehen. Von Natur gemacht, richtig beeindruckend. Da fährste vorbei und denkst dir WOW da sitzen zwei überdimensional große Adler!. Wir waren zum Ostern feiern von Freunden meiner Hostfamily eingeladen worden.  Dillen und meine Hostmum Donna wollten nicht mit. Roger und ich ließen uns die Chance nicht nehmen, an diesem freudigen Event teilzunehmen. Die Ranch ist einfach nur riesig. Hal, der Besitzer der Ranch, ist Selfmade Millionär. Dementsprechend haben sie auch cooles Zeugs bei sich rumliegen. Neben unzähligen Trucks, allen möglichen Waffen auch eine wunderschöne alte Corvette und – das Beste – eine Bowlingkugelkanone! 😀 Die ist einfach der Hammer :DD

Das Fest begann mit einem wirklich ausgezeichneten Essen. Roger und ich saßen mit einem Vietnamveteran am Tisch und auch mit Milly (Hals Ehefrau) und führten interessante Gespräche. Die Stimmung war einfach großartig.  Nach dem köstlichen Nachtisch kam eine Tochter von Hal und Milly und brachte die ganzen Kids. Die durften sich dann auf die Ostereier Suche machen. Als diese total Endorphine überladen mit ihren vollen Körben bunter Ostereier zurück kamen ging das Spektakel erst los.

Milly hatte inzwischen einen Korb voller hohler bunter Eier auf den Tisch gestellt. Die Eier wurden verteilt und jeder begann jedem die Eier auf dem Kopf zu zerschmettern, dass der gesamte Konfetti  Inhalt sich über dem Anderen ausbreitete. Das war ein riesen Spaß. Das ist angeblich eine mexikanische Tradition und soll Glück bringen. Und da ich ja ein glücklicher Mensch bin und gerne andere Menschen glücklich sehe hab ich ordentlich Glück verteilt. 😀

Aber auch jede Menge Glück bekommen. Es war einfach lustig 🙂

Als wir uns von der Eierschlacht erholten ging es zur Werkstatt von Hal. Dort bereiteten wir die Bowlingkugelkanone vor. Einfach der Hammer, so cool. Wir schossen vier Bowlingkugeln über 800 Yards (731 Meter) hoch und über 500-600 Yards (457-548 Meter) weit. Wir schossen auf einen Felsigen Hügel, der zu Hals Grundstück gehört. Es sah einfach nur genial aus und war jede Menge Spaß. Als wir die 4 Kugeln verschossen hatten gingen wir auf ein getuntes Golfauto und sammelten die Bowlingkugeln wieder auf.

Bei der Heimfahrt fuhren Roger und ich noch einen Berg neben der Ranch rauf. Dort befindet sich ein Plateau und auf diesem ist man genau eine Meile über dem Meeresspiegel. Völlig verrückt, wenn man bedenkt das Denver die „Mile High City“ ist.

Alles in allem war es ein anderes Ostern. Nicht das was ich erwartete, aber trotzdem echt cool. 🙂

 

Nun bin ich am Ende angelangt. Ich hoffe euch hat es gefallen und ja – ihr könnt schon gespannt sein auf den nächsten Eintrag. Vom College aus werde ich in den Canyons wandern gehen und es gibt eine Tour nach Colorado Springs. Außerdem versuche ich in einem Laden zu volunteeren. Ihr dürft gespannt sein. 🙂

Once in a Lifetime / Einmal im Leben

Mrz - 24 2015 | no comments | By

Hallo zusammen,

es ist einmal wieder Zeit für einen neuen BLOGEINTRAG! Ist schon verrückt, wie schnell die Zeit doch vergeht. Jetzt haben wir fast Ende März und Ende Juli (am 31.07.2015) geht’s wieder nach „Good old Germany“. Für alle die eine Schwäche haben Monatsnamen mit den Nummern zu verbinden: Der März ist die Nr. 3 in der Jahresreihenfolge. Also nur noch 4 Monate Amerika! Das ist ein viertel Jahr und bedeutet das bereits DREIVIERTEL rum sind?! Wo sind all die Tage hin???? Wenn ich mein Zweiwochenrhyhtmus durchziehe sind das auch nur noch acht neue Einträge, meine fleißigen Leser. Immer wieder erstaunlich wie schnell so ein Jahr rum geht. Dabei freue ich mich auch wieder auf Deutschland. Es ist schon cool wieder meine Familie und Freunde zu sehen. Auch freu ich mich wieder darauf jeden Samstag mitzufiebern, wenn der VfB Stuttgart mal wieder eine Partie zu spielen hat. (Wobei die in der 2. Liga hoffentlich das ein oder andere Spiel mehr gewinnen). Hauptsache Fußball!! 😀

Dennoch genieße ich die Zeit hier in vollen Zügen. Ich versuche so viel wie möglich aus dem Momentum, welches mir gegeben wurde zu machen. Und um EUCH mit neuen Blogeinträgen zu versorgen 😉

Heute gibt es folgende Themen: Das Update zur aktuellen Lage, dem amerikanischen Selbstverständnis meiner Gastfamilie, ein Trip nach Fort Collins, und dem Grund für meine Überschrift.

Aktuelle Lage

College: Die letzte Woche war Spring Break, also kein College. In der Woche davor haben wir in Ethics einen Test geschrieben. Darauf hab ich mich etwas vorbereitet und es klappte dementsprechend gut. Wir hatten wieder viel zu viel Zeit (1 Stunde), was jedoch nur die wenigsten wirklich genutzt haben. Das war jede Menge und die Meisten gaben ihr Papier schon nach einer halben Stunde ab. Nach weiteren 15 Minuten waren dann so ziemlich alle fertig, mit wenigen Ausnahmen. Als ich mein Zettel 10 Minuten vor Schluss abgab, stellte ich fest, dass ich doch wirklich der letzte war der seine Arbeit bei der Lehrerin einreichte. Ist schon komisch, ich habe die Zeit die wir zur Verfügung hatten genutzt und bin nochmal über alles drüber gegangen um sicherzustellen, dass ich auch alles richtig hab. Mitten in der Arbeit wusste ich nicht wie ich etwas ins englische formulieren soll, so dass es auch Sinn macht. Ich schaute verzweifelt an die Decke und fuhr mir durchs Haar. Das sah die Lehrerin und interpretierte die Aktion richtig und meinte, dass ich den Teil in Deutsch schreiben könne, sie wird ihn dann in Google übersetzten. Da war ich dann so frei und hab von dem freundlichen Angebot Gebrauch genommen. Es war ein super spezielles Wort, dass ich da unbedingt einfügen wollte, ich aber nicht auf Englisch kannte. Und das Smartphone mit meinem Wörterbuch durfte ich natürlich nicht nehmen. Jetzt bin ich mal gespannt was sie übersetzt hat und wie ich abgeschnitten habe.

Arbeit: Meine Chefin vom SBDC war letzte Woche in Chicago, um dort mit ihrer Familie den St. Patrick’s Day zu feiern. Der St. Patrick’s Day ist ein irischer Feiertag, der von vielen Amerikanern als Grund gesehen wird mal ordentlich zu feiern. (Die haben nicht so viele Feste wie wir in Deutschland). Die färben sogar den Fluss in Chicago grün, sieht schon schräg aus. Dementsprechend kam wenig bis gar nichts Neues ins Büro und ich hatte seeeeeeehr entspannte Arbeitstage. So hatte ich auch etwas Spring Break. Im Economic Development Center hatte ich mehr zu tun. Ich nahm an verschiedenen Meetings teil und half beim entwickeln einer neuen Wirtschaftsorganisation. Außerdem habe ich an der „Wie machen wir La Junta für Firmen und Menschen attraktiv“-Geschichte weitergearbeitet.

Auto: Ist mal wieder Zeit für eine neue Autogeschichte. Dass mein Pontiac mal besser mal schlechter fährt hab ich ja schon einige Male erwähnt. Letztens sind mein Hostdad und ich nach Fowler (eine halbe Stunde weit weg) gefahren um einen Arzt für ihn aufzusuchen. Leider hatte dieser seine Praxis in Fowler geschlossen, also war die Fahrt umsonst gewesen. Als wir wieder zurück kamen haben wir den Motor geprüft. Dabei stellten wir fest, dass nur 4 der 6 Zylinder auch tatsächlich arbeiteten. Das ist natürlich suboptimal. Als Problemstelle haben wir das Coil Pack ausgemacht. Dieses hatten wir bereits ausgetauscht und ich hatte noch den Garantieschein. Also haben wir dieses Teil erneut ausgetauscht. Allerdings war das Coil Pack nicht das Problem, sondern so eine Platte unter dem Coil Pack, dies stellten wir nach dem Wechsel fest. Also hab ich nochmal $150 hinlegen dürfen. Doch zum Glück war es es dann auch. Danach funktionierten alle 6 Zylinder blenden und ich konnte die 210 PS ordentlich ausfahren, was auch richtig Spaß machte.

Zukunftsaussicht: Ich habe die Zusage von der Wirtschaftsoberschule in Stuttgart erhalten. Das ist super, da sie meine Wunschschule war und ich ehrlich gesagt auch keinen Plan B hatte. Ab September werde ich nun dort versuchen mein Abi in zwei Jahren zu schaffen.

Soviel zur aktuellen Lage.

Amerikanisches Selbstverständnis meiner Gastfamilie

Meine Gastfamilie sind richtige Amerikaner. Und was fällt einem beim stereotypischen Amerikaner so ein? Sie sind fett, wahre Patrioten, befürworten die Todesstrafe und sind knallharte Individualisten und machen weltklasse Burger.

Okay, fett sind meine Hosts nicht. Im Gegenteil, mein Gastbruder Dillen ist eher einer der Sorte Spargeltarzan. Seine Dünnheit gepaart mit seiner Größe (um die 1,85m) fällt auch dann besonders gut auf, wenn er neben etwas zu kleineren Menschen steht. Meine Gasteltern sind eher von der normalen Durchschnitts Sorte. Dennoch sind alle drei wahre Patrioten mit einem unglaublichen Nationalstolz und das ist ja auch nichts Schlechtes. Und die Burgers sind wirklich köstlich. Richtig richtig gut! Das befürworten der Todesstrafe hat mich dann doch etwas schockiert. Ich dachte das die gebildete Schicht in Amerika soweit aufgeklärt ist um die Todesstrafe abzulehnen, aber falsch gedacht. Meine Gasteltern forderten sogar, dass man das öffentliche Hängen wieder einführt. Das war früher ein riesen Spektakel. Wobei beide bemerkten, dass das Hängen für viele zum Todeverurteilte noch zu gut ist. Sie fordern einen qualvolleren Tod. Sie sehen das Hängen als wenig qualvoll an, da der Strick das Genick bricht und man so innerhalb Sekunden stirbt.

Auch sind sie knallharte Individualisten. Wir sprachen über Subventionen von Teslatankstellen (da bekommt man Strom) und mein Hostdad meinte, dass er es nicht gut findet dass Tesla subventioniert wird und die Ölkonzerne nicht. Fand ich mega überraschend, dass er mit sowas kam. Tesla ist ein junges, innovatives Unternehmen das Elektroautos herstellt, welche auch gut aussehen. Ölkonzerne sind Unternehmen die die Umwelt zerstören und Forschungsteams kaufen die ihre Ausbeutungen unterstützen. Auserdem machen die eh Milliarden. Warum also den reichen Firmen noch zusätzlich Geld geben? Hinzu kommt noch, dass mit Tesla Amerika ein relativ erfolgreiches Unternehmen auf dem Automarkt hat. Und ein Umweltfreundlicher Antrieb ist auch nicht zu verachten. Es ist doch klar, dass man kleine Unternehmen mehr subventioniert als die Großen, die eh Geld zum abwinken haben. Ist es nicht besser kleine, aufstrebende Unternehmen mit erfolgversprechender Zukunft zu unterstützen und so Arbeitsplätze zu sichern und womöglich mehr zu generieren anstatt großen Firmen die sowieso viele Arbeitsplätze haben, die nicht gefährdet sind noch mehr Geld  zu geben (durch Eingeständnisse u.a. bei Steuern) nur damit die Arbeitnehmer nichts davon sehen und sich die Großaktionäre noch mehr Geld in die Taschen streichen können?! Doch mein Hostdad meinte das er es ungerecht findet wenn man die einen unterstützt und die anderen nicht. Das ist prinzipiell auch der Hauptgrund warum es mit der Krankenversicherung für alle in Amerika nicht klappt. Amerika ist einfach egoistisch. Die Leute sehen es nicht ein, warum sie auf einmal mehr Krankenversicherung bezahlen sollen, nur damit ein anderer eine Versicherung hat und im Notfall einen Arzt kontaktieren kann. Als ich ihnen von dem deutschen Hartz4 System erzählt habe konnten sie nur ungläubig lachen. Amerika hat zwar auch so ein System, ist nur ungemein härter und man bekommt weniger Geld. Hier gilt viel das Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Es kommt drauf an was du aus deinem Leben machst, aber erwarte nicht, dass du Hilfe vom Staat bekommen wirst. Denn die wirst du nicht bekommen.

Trip nach Fort Collins

Meine älteste Hostsister wohnt im Norden Colorados, in Fort Collins. Das ist etwa eine Autostunde von Denver entfernt. Abhängig vom Verkehr kann es auch 3 Stunden weit weg sein. Apropos Verkehr: Der ist einfach nur verrückt. In La Junta und Pueblo geht es ja noch, da sind nicht ganz so viele Autos unterwegs, bzw. man hat mehr Platz aber in Denver oder Springs ist Autofahren eine echte Challenge. Da wird links wie rechts überholt (was ich ganz praktisch find), wird nicht geblinkt beim Spurwechsel (da kann es schon mal passieren dass sich jemand DIREKT vor dein Auto setzt), wird extrem dicht aufgefahren (jetzt weiß ich warum hier die Versicherung so hoch ist), mitten in der Fahrspur angehalten um auf eine Lücke im Nachbarstreifen zu hoffen um die Spur zu wechseln (und hinter dem Auto staut es sich auf), in waghalsigen Manövern versucht sich in die Nachbarfahrbahn zu drängen (das ist einfach nur krank) und natürlich wird bei den zahlreichen Unfällen immer schön runter gebremst damit man was sehen kann, was auch wieder lange Stauketten zur Folge hat.

Jedenfalls sind wir nach 4,5 Stunden Fahrt dort heil uns sicher in Fort Collins angekommen. Wir verbrachten dort ein Wochenende. Zusammen ging es ins Kino und wir besuchten das berühmte Stanley Hotel. Das ist so ein Geisterhotel in welchem viele Gruselfilme gedreht wurden. Das Hotel befindet sich mitten in den Rocky Mountains und sieht einfach beeindruckend aus. Hier mal ein Bild von dem Hotel:

Laut meiner Hostmum wimmelt es in dem Haus nur so von Dämonen und Geistern. Dies hätten diverse Geisterjäger bestätigt. Ob man das glaubt darf sich jeder selbst aussuchen. Jedenfalls machen sie mit den Gerüchten ordentlich Geld und bieten Gruselwochenenden an. Sie haben auch Bilder, auf denen sie Geister fotografiert haben. Wobei ich mir da die ehrliche Frage gestellt habe, wie man denn ein Bild von etwas unsichtbarem machen kann? Im Endeffekt hatten sie verschwommene Bilder auf die Wand gehängt, die verschiedene Reflektionen drauf hatten. Das kann aber auch vom Sonnenlicht, dem Deckenlicht oder auch dem Kamerablitz kommen. Bei manchen Bildern sah es auch so aus als ob sie einfach Lichter fotografiert hatten.

Wir liefen etwas durch das Hotel und schauten uns alles an, was wir anschauen konnten. War schon cool, sah einfach alles riesig aus.

Danach sind wir die Berge hoch an einen  Bergsee gefahren. Dort wollen meine Hostsister und ihr Partner sich das Ja-Wort geben. Die Location ist echt genial. Sieht einfach nur mega aus, der See wie er von Bergen eingekesselt wird. Das einzige was hier nicht so ideal ist, ist der Wind der da wohl ständig weht und das es dort einfach nur kalt ist. Da war sogar der See noch zugefroren. Aber das angehende Ehepaar ist optimistisch, dass es bis dahin warm sein wird. Die beiden werden im Oktober heiraten. Da werde ich wohl in Deutschland unter einer schweren grauen Wolkendecke sitzen.

Der Grund für meine Überschrift

Wer hat den letzten Blogeintrag gelesen? Du? Kannst du dich noch an das Ende erinnern? Nein? Boah, das ist kein gutes Zeichen 😉

Damals erwähnte ich, dass ich mit dem IRO Club vom College aus Skifahren gehen werde. Kommt jetzt die Erinnerung wieder? 😛

Wir fuhren freitags ab und waren eine bunte Gruppe. Wir hatten je eine Person aus Amerika (Fahrer und Collegecoordinator), Schweden, Spanien, Mongolei, Japan, Venezuela, Kirgistan, einer kleinen Insel in der Nähe von Afrika deren Namen ich nicht weiß und mich aus Deutschland. Wir fuhren nach Denver um dort in einem Hotel zu übernachten. Die Stimmung war grandios, lag auch daran, dass es einen Pool und ein Becken mit heißem Wasser gab. War richtig gediegen.

Samstags sind wir nach Loveland gefahren. Das war nochmal eine Stunde weit weg. Dort checkten wir ein und besorgten uns Skier bzw. Snowboards. Zu Beginn versuchten alle wieder reinzukommen ins Skifahren. Das Mädchen aus Schweden ist praktisch mit Skiern aufgewachsen und war dementsprechend ein absoluter Profi. Auch der Amerikaner war richtig gut. Wir anderen waren mehr oder weniger Anfänger. Die Spanierin hatte schon etwas Erfahrung, war ein paar Mal Skifahren und ich war immerhin einmal. Der Rest war blutiger Anfänger. So verbrachten wir etwas Zeit um den Anderen die Basics zu erklären. Danach ging es auf die Piste. Zu Beginn fuhr ich den Einsteiger Hügel ein paar Mal, um wieder ins Skifahren reinzukommen. Anschließend ging es auf eine steilere Piste. Alles klappte wunderbar. Danach ging ich mit Cullen (dem Amerikaner und Collegecoordinator) mit auf einen riesigen Berg. Da dauerte die Liftfahrt schon 15 – 20 Minuten. Man hatte von dort oben einen herrlichen Ausblick. Die Piste war viel steiler, länger und kurviger als die Anfängerhügel. Ich versuchte mein bestes aber ich fiel sehr oft hin. Doch ich stand immer wieder auf. Einmal meinte Cullen, dass ich in einer etwas langsameren Version (die Ski zu so einem Pizzastück machen, wie wenn man bremst) wählen um den Berg hinunter zu kommen. Machte ich dann auch. Doch ich wurde immer schneller. Und schneller. Und schneller. Bald verlor ich Cullen hinter mir und ich raste mit voll Speed den Berg hinunter. Rechtskurve. Mein ganzes Gewicht auf dem linken Bein. Kurve gemeistert. Von jetzt ging es nur noch steil bergab. Und ich wurde wieder schneller. Die Schneebedeckten Tannenbäume schossen richtig an mir vorbei. Ich raste den Berg runter. Solange ich nicht umfall ist ja alles gut, dachte ich mir. Doch dann sah ich ein Kind mit einer grellgelben Jacke von der linken Seite heranfahren. Meine Bahn kreuzend. Ich war zu schnell um auszuweichen (und zu schlecht) und so schmiss ich mich bei höchstem Tempo auf die Seite. Ich fiel auf meinen Kopf und rollte den Berg hinunter. Mein rechtes Ohr, mein Allerwertester und meine rechte Seite schmerzten etwas. Ich war blöd gelandet und noch blöder den Berg runter gerollt. Doch glücklicherweiße schützte  mich mein Helm vor schlimmerem. Cullen kam neben mir zu bremsen und fragte nach, ob alles gut sei. Er meinte ich wäre wahnsinnig schnell gewesen. Er ist ein erfahrener und guter Skifahrer aber er hatte keine Chance mich einzuholen, ich war einfach zu schnell. Ich sehe das einfach mal als Beleg für meinen Wahnsinnsspeed. Ich rappelte mich auf und fuhr den Rest ohne weiteren Sturz hinunter.

Danach war Mittagspause angesagt. Die genossen wir. Der Plan war es, dass  Cullen mit der Spanierin und der Schwedin und mir auf einen noch höheren Berg gehen um diesen hinunter zu skiern (ist das ein Wort?). Ich dachte an den letzten Berg und äußerte meine Bedenken doch Cullen meinte, dass er mich auf keinen zu gefährlichen Berg lassen würde. Na dann! 🙂

Die beiden Mädels waren schneller mit dem Essen fertig und gingen schon mal voraus, auf den Anfängerhügel um sich die Zeit zu vertreiben. Als Cullen und ich fertig waren konnten wir die beiden nicht finden. Also sind wir auch auf den Anfängerhügel um die beiden zu finden, falls sie noch auf dem Hügel waren. Gesagt getan. Als wir runter fuhren meinte Cullen noch „Fahr mir einfach nach“. Ich reckte meinen rechten Daumen nach oben und los ging es. Wir fuhren Alpinenmäßig. Rechts, links, rechts… und als ich nach links fahren wollte passierte es.

Ich absolvierte meine Drehung als mein linker Ski sich im Schnee verhakte. Es verdrehte mein linkes Knie zur Seite und nach hinten. Unter einem schmerzerfüllten Aufschrei fiel ich auf die rechte Seite. Dabei löste sich mein rechter Ski aus der Bindung und schoss nach vorne. Mit dem Landen drehte sich mein Knie unter großen Schmerzen nochmals weg, ehe sich endlich mein linker Ski verabschiedete. Die beiden Skistöcke hatte ich da schon nicht mehr. Die habe ich losgelassen als sich der linke Ski verhakte. Ich rollte dann unter Schmerzensschreien nach unten. Ich habe noch nie solch einen Schmerz in meinem Knie gespürt. Ich kann es nicht beschreiben ob es brannte oder stach oder sonst was. Was ich fühlte war purer Schmerz. Ich lag zusammengekrümmt auf der Piste und schrie um Hilfe. Ich hatte Tränen in den Augen, es war bestialisch. Ich konnte mein Bein nicht bewegen. Ich setzte mich mit Hilfe meiner Hände auf den Rücken. Danach zog ich mit meinen Händen meinen linken Fuß in eine vernünftige Position, damit dieser nicht so verdreht da lag. Endlich kam Hilfe. Ein asiatischer Skifahrer fragte mich ob ich Hilfe benötige. Er fragte ob er jemanden informieren könne. Ich versuchte ihm Cullen zu beschreiben. Das war gar nicht so einfach da sein Englisch nicht so großartig war und er nur die Hälfte verstanden hatte. Ironischer Weiße hatte er besonders Probleme mit dem Namen „Cullen“. Obwohl da gar kein „R“ ist. Nach einer gefühlten Ewigkeit fühlte er sich sicher genug und machte sich auf die Suche. Ich saß dann im Schnee und wartete. Es tat immer noch weh wie blöd. Dennoch versuchte ich irgendwie aufzustehen um mein Zeugs zusammenzusammeln und dann nach unten zu laufen. Doch es klappte nicht. Ich konnte nicht aufstehen. Also versuchte ich den Berg runter zu rutschen. Irgendwie fortbewegen. Egal wie, Hautpsache runter von diesem Berg, dachte ich mir. Doch eine Frau stoppte mich. Sie sagte, dass sie die Bergwacht informiert hatte und dass ich ruhig liegen bleiben solle. Sie schob einen Skistock in meine Skihose, damit ich mein Bein nicht unfreiwillig bewegen würde. Als die Bergwacht endlich eintraf checkten sie meinen ganzen Körper. Doch zum Glück war es „nur“ das Knie. Inzwischen war auch Cullen eingetroffen. Er stapfte den ganzen Schneebedeckten Berg mit seinen Skistiefeln hinauf. Er war völlig außer Atem als er ankam. Nach ihm traf der Rettungsschlitten ein, in den ich gelegt wurde. Da kam mir ein genialer Gedanke. Ich bat Cullen Fotos mit meiner Kamera (der glücklicher weiße nichts passiert ist. Da haben sich die 10€ für die Schutzhülle schon ausgezahlt) ein paar Bilder zu schießen, wie ich gerettet werde. Ich sagte ihm „this might be a once in a lifetime chance“ („dies ist vermutlich eine Einmal-im-Leben Situation“). Er erfüllte mir dankenswerter Weiße den Gefallen. Jetzt habe ich paar coole Rettungsbilder 🙂

In einer Krankenstation am Fuße des Bergs wurde ich dann nochmals untersucht. Und es gab viele Papiersachen zum ausfüllen. Am Ende bekam ich eine Kartonstütze für mein Bein. Cullen meinte später schmunzelnd das ich nun wie ein billiger Iron Man aussehen würde.

Als wir wieder zurück gehen wollten gab es die nächste Herausforderung. Ich musste zum Van humpeln. Ich wurde von beiden Seiten gestützt, jedoch bekam ich es wegen der Höhe des Berges Probleme mit meinem Asthma. Ich war durch das Hüpfen auf einem Bein unnatürlich schnell fertig und hatte Probleme Luft in meinen Körper zu bekommen. Da wir unbedingt einen Asthmaanfall auf dem Berg vermeiden wollten legten wir auf dem Weg zum Van, der mir viel zu lang schien, kurze Verschnaufpausen ein.

Das passierte an einem Samstag. Am Dienstag ging ich dann zum Arzt um prüfen zu lassen, dass nichts gerissen oder gebrochen ist. Inzwischen konnte ich etwas Gewicht auf mein Bein legen. Die Seiten von meinem Knie taten extremst weh. Auch konnte ich mein Bein nicht wirklich nach vorne oder hinten bewegen. Mein Hostdad ging mit zum Arzt, er meinte dass er sicher gehen möchte, dass mich die Leute da nicht übers Ohr hauen. Das kann hier schon mal vorkommen, dass du dann am Ende unnötige Sachen verordnest bekommst welche die Versicherung nicht übernimmt und du dich dann arm zahlen darfst. Fand ich ganz nett.

Auch hier gab es wieder Seiten von Papier zum ausfüllen. Zunächst wurden verschiedene Messungen gemacht (Blutdruck, Sauerstoffgehalt, usw.) die alle im grünen Bereich waren. Danach kam die Ärztin rein. Sie untersuchte mein Knie und kam zu dem Ergebnis, dass nichts gerissen oder gebrochen ist. Es sieht alles gut aus. Ich habe es mir nur ziemlich böse verdreht. Davon abgesehen, dass mein Knie mega dick angeschwollen ist. Trotz kühlen. In meiner Verzweiflung habe ich sogar die deutscheste aller deutschen Cremes auf mein Knie geschmiert. Die Salbe, die gegen alles hilft. Nivea 😀

Aber war danach leider immer noch dick. Die Ärztin verschrieb mir Pillen (hier gibt es gegen alles Pillen) gegen das Anschwellen, welche wir am Abend besorgten.

 

Das Ganze ist nun über eine Woche her. Inzwischen kühle ich nicht mehr mein Knie und das mit dem Pillenschlucken mache ich nur noch sporadisch, wenn mein Knie mal wieder schmerzt. Ich bin die ersten 5 Tage mit Krücken durch die Gegend gestolpert, ehe ich sie wieder in die Ecke gelegt habe. Inzwischen laufe ich wieder durch die Gegend, wenn auch noch nicht ganz so schnell. Mein Knie tut noch etwas weh was mich bei der Bewegung einschränkt doch ich bin mir sicher, dass ich bald wieder gesund sein werde.

Alright, damit beende ich nun meinen Blogeintrag. Ich hoffe er hat euch gefallen – der nächste kommt wie gehabt in zwei Wochen. Darauf könnt ihr euch schon freuen, denn es steht die Vorbereitung für eine wichtige Präsentation in Ethics an und ich werde versuchen meine Steuererklärung abzugeben.

Happy Holi!

Mrz - 13 2015 | no comments | By

Hallo liebe Leser,

endlich habe ich etwas Zeit gefunden um wieder einen neuen Blogeintrag hier in die Tastatur zu hämmern.

Es ist wieder einiges passiert in La Junta. Neben dem traditionellen Update zur aktuellen Lage gibt es heute einen Berichte über das Eislaufen, wie ich ein Jackett für 2 € bekommen habe, meine Präsentation über die Landwirtschaft in Deutschland, den Grund für die Überschrift und wie mich die Gebrüder Grimm mit Hänsel & Gretel die letzte Zeit beschäftigt haben. Ihr seht selbst, dass es eine Menge zu schreiben ist – und zu lesen. Begebt euch in eine bequeme Sitz-/Liegepositsion und taucht mit ein in die Welt des DANIEL SIEHLER! 😉

 

Update zur aktuellen Lage

Arbeit: Wenn ich ehrlich bin wird die Arbeit beim SBDC immer weniger. Das liegt zum einen daran, dass wir keine Alltagsarbeit haben die mich Zeit kosten könnte und daran, dass ich immer schneller werde. Das ist das schöne an der Routine, aber auch das schlechte an so einem abwechslungsreichen Beruf. Man hat wirklich keine regelmässige Arbeit. Im Economic Development Center läuft es dafür umso besser: Ich arbeite nun an einem Plan wie man La Junta für die Menschen attraktiver machen kann um die Leute zum Umzug zu bewegen. Das finde ich hochinteressant und ich kann mich da ziemlich kreativ austoben. Das macht richtig Spass!

College: Die Hälfte ist schon wieder rum. Nächste Woche ist Spring Break, da hat das College geschlossen. Dementsprechend haben wir auch schon die Hälfte der Noten bekommen. Bei mir sieht das ganz gut aus. Ich hänge in beiden Fächern zwischen einem A und B, wobei ganz klar das Ziel bei beiden ist, das A am Ende zu erreichen. In Ethics hindert mich eine Ausarbeitung (Reflectionpaper) daran das A jetzt schon zu haben, kann ich aber jederzeit neu einreichen und es neu bewerten lassen. Werd ich auch noch machen, wenn ich die Zeit dazu finde es neu zu schreiben. In IPC hab ich schon ein A. In den Analysen habe ich 100% in Serie geschrieben, in den Tests habe ich 2x 75% erreicht. Einmal weil ich nichts davon wusste und einmal hatte ich mit der Fragestellung zu kämpfen. Das habe ich ihr am Ende auch so gesagt. Bei manchen Fragen war vorausgesetzt, dass man einige amerikanische Sprichwörter kennt!! Ich bin ja schon eine Weile hier, aber ich kenn doch noch nicht alle Sprichwörter?! Doch durch die Analysen sollte mir das A nicht mehr zu nehmen sein.

Man hört ja so einiges an Gerüchten über die Amerikaner. Sie recyceln keinen Müll (ein einziger Mülleimer für ALLES), sie fahren große Autos (in den Hänger der Pickups hier passt so manches deutsches Auto) und sie halten die globale Klimaveränderung für ein Märchen. Den letzten Punkt habe ich immer bezweifelt. Leider stimmt er. In Ethics hatten wir darüber eine Disskussion und ich war ehrlich gesagt GESCHOCKT darüber, dass viele Menschen das für ein Gerücht halten!! Was leider wahr ist, dass, je nach dem wer die Forschergruppe bezahlt, das Ergebnis unterschiedlich ausfällt. Blöd nur, dass viele Ölkonzerne die Teams bezahlen (laut meiner Ethics Lehrerin). Ist ja klar dass die uns weiß machen wollen, dass ihr Produkt gar nicht so umweltschädlich ist. Oder das Fracking gut ist. Viele zweifeln auch an der Tatsache, dass die Forscher den Begriff „Globale Erwärmung“ in „Klimawandel“ geändert haben. Das ist für viele Amerikaner das Zeichen dafür, dass die Forscher falsch lagen. Da hatte meine Ethics Lehrerin eine extrem gute Antwort drauf: In Amerika gab es früher eine „Staat Tax“ (= Staats Steuer) auf die Beerdigungskosten. Die fiel in der Regel nur bei den Besserverdienern an (war abhängig vom Einkommen und Vermögen). Doch das gefiel den Reichen natürlich nicht. Sie engagierten eine Marketingfirma aus Florida, mit der Aufgabe, die Leute für eine Abschaffung dieser Steuer zu gewinnen. Die Marketingfirma verrichtete ihren Job hervorragend. Sie brachten eine geniale Namensänderung ins Spiel. Den Reichen gefiel das und sie drängten auf eine Namensänderung. Erfolgreich. Aus der “Staat Tax“ wurde die „Death Tax“ (= Todessteuer) .  Mit dieser Namensänderung konnten sie eine wunderbare Propaganda starten. Obwohl das Produkt, die Steuer, dasselbe blieb. Doch wer von den Leuten wollte schon eine Steuer fürs sterben bezahlen? Niemand. So wurde die Steuer aufgrund des Druckes der Bevölkerung abgeschafft.

Ist ähnlich wie mit dem Klimawandel. Ist im Prinzip das selbe, nur ein neuer Name. Traurig, wie der die Menschen beeinflusste.

Wetter: Das Wetter. DAS Lieblingssmaltalkthema der Deutschen! 😉 Was soll ich sagen? Wir hatten vorletzte Woche nochmal Schnee. Und als er schmolz ging er – endgültig! 😀 Jedenfalls sagen dass hier alle und warum nicht optimistisch sein? Zurzeit haben wir 20 – 25 Grad Celsius. JEDEN TAG 😀 seit letzter Woche. Ist schon absolut genial. Vor allem wenn ich das Wetter in Deutschland checke, da bekommt man fast Mitleid ;D

Volunteer Service: Hier hat sich nicht wirklich viel getan. Ich habe noch ein paar wenige Stunden gesammelt aber nichts weltbewegendes. Ich plane immer noch nach dem Semester (wenn ich viel Zeit habe) meine restlichen Stunden zu sammeln.

 Eislaufen: Mit dem IRO Club ging es vorletztes Wochenende Schlittschuhlaufen. Das war ganz nett, auch wenn nur 3 Leute von uns (mich eingeschlossen) das einigermaßen beherrschen. So verbrachten wir die Zeit den Leuten das einigermaßen beizubringen. Klappte auch ziemlich gut, auch wenn ich mich ehrlich gewundert habe, dass sich einer nicht den Knöchel brach! So wie er über das Eis…. GESTOLPERT ist –  mit extrem abgeknickten Fuss… doch es ging ihm gut.

Danach ging es zu einer kleinen Shoppingtour. Wir haben secondhand  Läden angesteuert. Sogenannte „Thrift Stores“. Wem von euch fällt hier auch das Lied von Mackelmore and Ryan Lewis ein??? :DD Das Zeugs war extrem günstig. Aber halt auch ein keinem besonders gutem Zustand. Ich wollte mir eigentlich nichts kaufen doch dann fand ich die Abteilung mit Jacketts. Das war natürlich genau mein Fall. Ich entdeckte für mich ein einzigstes Jackett, welches ich nicht auch als Zelt benutzen könnte. Das habe ich dann gekauft. Ist weniger ein schickeres oder gut aussehendes aber vielleicht kann ich das bei einer Kostümparty oder einer Bad-Taste Party verwenden. 😉

Das Jackett kostete $ 5 doch es kam noch Rabatt dazu (auf ein Jackett für 5 Dollars?!) so kostete es mich am Ende umgerechnet 2 Euro. Wie kann ein Jackett für 2 Euro falsch sein?

Landwirtschaftspraesentation über Deutschland: In Rocky Ford (Nachbarstadt von La Junta, etwa 20 Minuten zum fahren) ist ein regelmässiges 4-H Council. (Ich habe leider keine Ahnung für was das steht 😀

Dort treffen sich junge Nachwuchslandwirte und an Landwirtschaftinteriessierte Menschen um über alle möglichen Landwirtschaftsbezogene Themen zu sprechen. Ich rechnete mit einer 10 Personen Gruppe und war mehr als erstaunt als ich vor über 50 Leuten stand die gespannt auf meine Präsentation warteten. Die Präsentation war mega gut, ich konnte die Leute sehr gut unterhalten und hatte die total in meinem Bann. Ich konnte nicht alle Fragen beantworten, aber die Meisten. War echt cool und hat mega viel Spass gemacht.

Der Grund für meine Überschrift….

Das Holi Festival ist ein Fest der Hindu und wird jährlich gefeiert. Es ist das Fest der Farben, Begrüßung des Frühlings und hat noch was mit ihren Gottheiten zu tun, was genau kann ich leider nicht sagen, da ich nicht alles verstanden habe was der pakistanische Schüler von sich gegeben hat. Die pakistanis lernen Englisch bereits sehr früh, wobei man es so wenig mit  Englisch zu tun hat wie  sächsisch mit Hochdeutsch. Das liegt zum einen an der unfassbaren Geschwindigkeit und zum anderen an der sehr fantasievollen Betonung und Aussprache der Wörter. Ich habe danach mit vielen Amerikanern und auch anderen Austauschschülern geredet und alle hatten sehr große Probleme was zu verstehen. Immerhin hatte er schöne Bilder mitgebracht 😉

Es ist sowieso so eine Sache mit den verschiedenen Dialekten. Das lustige ist, dass alle mich verstehen – und ich versteh die meisten. (Bin einer der wenigen der die Pakistanis wenigstens etwas versteht). Dennoch versteh ich nicht alle. Das kann dann schon mal zu Frustrationen bei dem Gegenüber sorgen weil sie bzw. er absolut davon überzeugt ist, dass sie/er das Wort richtig ausspricht – oder das richtige Wort verwendet. Manchmal hilft es wenn ich mein gegenüber bete es laaaaaaaangsamer auszusprechen oder aufzuschreiben. Wobei letzteres zu allem möglichen führen kann, nur nicht zu dem gesuchten Wort 😀

Zurück zum Holi. Wir waren 50-60 Leute die sich die Präsentation angehört haben und die sich den Hauptteil nicht entgehen lassen wollten. Der Farbschlacht!! Das Farbpulver kann man sich wie buntes, sehr feines Mehl vorstellen. Wir hatten sehr viele Teller mit dem Farbpulver und begannen uns gegenseitig mit den Farben zu bewerfen. Jeder gegen jeden. Schüler gegen Schüler, Lehrer gegen Lehrer, Schaulustige gegen Schaulustige, Schüler gegen den College Präsident, Lehrer gegen den College Präsident (ihren Chef!), Lehrer gegen Schaulustige, Präsident gegen Schaulustige, Schüler gegen Lehrer. Es war ein ausgelassenes und fröhliches treiben. Will ich auf jeden Fall nochmal in Deutschland machen! 🙂

Die Farben gehen wieder aus den Kleidern raus. Und ein netter Nebeneffekt: Ich hatte noch nie so ein farbenfrohes Duscherlebnis 😉

Hänsel & Gretel

Tja wer hätte gedacht das mich Märchen hier in Amerika nochmal so beschäftigen? Ich ganz sicher nicht.

Doch es war einmal ein deutscher Austauschschüler, den es nach La Junta, in die Prärie verschlagen hatte. Er hatte dort verschiedene Aufgaben zu bewältigen, wie College, arbeiten, Autokauf und vieles anderes. Eine von seiner Organisation, welche in entsandte, gestellte Aufgabe war es, mindestens 40 ehrenamtliche Stunden in der Community zu arbeiten. Wer 100 Stunden schaffen sollte, würde mit dem begehrten goldenen Zertifikat des State Departments ausgezeichnet werden. Und das war es, was unser Austauschschüler erreichen wollte. Das goldene Papier!

100 Stunden zu sammeln ist nicht leicht. Er tat viel, engagierte sich, half wo er konnte. Doch das Stundenkonto wuchs nicht wie gewünscht. So kam es, dass seine Collegecoordinatori ihm einen Vorschlag unterbreitete. Es war der Anfang einer Geschichte, mit einem denkwürdigen Ende das niemand so geahnt hatte.

Er begab sich in das International Office um sich für die Landwirtschaftspräsentation mit einem weiteren Coordinator abzustimmen, als seine Chef  Collegecoordinatorin ihn ansprach: „Du kommst doch aus Deutschland und der Schwarzwald ist nicht weit weg von deinem Zuhause, oder?“ Der Schüler bejahte die Frage. Die Sache mit dem „nicht weit weg“ muss man im amerikanischen Maßstab betrachten. Für die ist der Bodensee „neben Stuttgart“. „Also kennst du die Gebrüder Grimm“ fuhr sie fort „und brauchst noch Stunden für dein Stundenkonto“. Auch hier bejahte ich wahrheitsgemäß. „Kannst du dir vorstellen in der örtlichen Bücherei das Kinderlesen zu machen? Ich dachte daran dass du Hänsel & Gretel vorlesen könntest. Das wäre cool so als echter deutscher aus dem Schwarzwald“ der Schüler erwiderte „Ja, klar. Das hört sich interessant an. Ich werde es machen!“

Es vergingen Tage und der Schüler hatte eine gute Version des Märchens gefunden und auf 16 Seiten ausgedruckt. Dazu sollte die Collegecoordinatorin kleine Lebkuchenhäuser backen, welche die Kinder nach dem vorlesen mit Lebensmittelfarbe bunt anmalen sollten. Doch die Bücherei hatte sich nicht mehr gemeldet! Etwas in der Kommunikation zwischen der Collegecoordinatorin und der Bücherei ging schief. So kam es dass keine Lebkuchengebacken wurden. Trotzdem ging der Schüler zusammen mit einem anderen Coordinator zum Gebäude, in welchem das vorlesen statt finden sollte.

Als sie es erreichten wurden sie freudig empfangen. Die Altersspanne der Kinder pendelte sich von „kann alleine sitzen“ bis „kann schon halbwegs alleine koordiniert laufen“ ein. Als der Schüler das realisierte wusste er sofort, dass er hier mit 16 Seiten Hänsel & Gretel nicht weit kommen würde. Der geniale Vorteil einer Bücherei ist der, dass es hier Bücher gibt! So könnte die Bibliothekarin ihm ein altersgerechtes Kinderbuch besorgen. Der Text auf manchen Seiten hatte weniger Zeichen als so manche Passwörter von mir. Genau das was wir hier brauchten!

Er zog sich den großen, weißrot gestreiften Hut auf den Kopf. Der offizielle Erzählerhut. Ein enormes Prestigeobjekt für die Kids.

Es konnte losgehen. Er erzählte mehr, als das er laß und band die Kinder ein, die von Seite zu Seite aufblühten und begeistert dabei waren.

Nachdem er vorgelesen hatte, nahm er, sehr zur Freude der Kids, noch an ihrem Tanz- & Singpart teil.  Das stellte sich als kniffeliger raus als gedacht, da er die Lieder nicht kannte.

Am Ende wurde er unter einem großen „Good bye“ verabschiedet. Die eigentliche Überraschung erlebte er am nächsten Tag, als er sich die lokale Zeitung zu Gemüte führte.

TITELSEITE! Er hat nun das erreicht, wovon andere nicht einmal träumen!

 

 

So, das war es wieder aus Colorado. Ich hoffe es hat euch gefallen! 🙂 Seit gespannt auf den nächsten Eintrag, es steht der IRO Skitrip und und die bereits erwähnte Spring Break auf dem Plan 😉

 

 

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